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Okoa Sasa Center, Copyright unbekannt

Zentrum für Kinderschutz und Trauma-Bewältigung für Betroffene von Missbrauch

Schutzhaus für sexuell missbrauchte oder vernachlässigte Kinder und Jugendliche

 

Ziel des Projekts

  • Aufnahme und Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die von sexueller Ausbeutung oder Vernachlässigung betroffen sind

  • Unterstützung der Minderjährigen bei Gerichtsprozessen

  • Schutz vor erneuter Gewalt

 

Ausgangssituation

 

Laut UNICEF Schätzungen befinden sich 30.000 Kinder im Großraum Mombasa in der Kinderprostitution. Zumeist sind es Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Zahlreiche Touristen sind darauf aus, die Kinder zu benutzen und auszunutzen. Auch werden immer mehr Fälle von Menschenhandel gemeldet. Vor allem Töchter aus vulnerablen Familien aus ländlichen Regionen werden an die Küste verschleppt. Seit vielen Jahren wächst die Zahl der polizeilich gemeldeten Fälle von sexuellem Missbrauch. 

 

Der Leiterin von OKOA SASA fiel 2013 in Mombasa die steigende Anzahl von (Straßen-) Kindern auf, die von sexueller Ausbeutung betroffen sind. Somit entschied sie sich, ein Schutzhaus gemäß ihrem Motto „Hilf sofort“ aufzubauen. Mittlerweile existieren drei Schutzhäuser, die insgesamt 50 Kinder und Jugendliche aufnehmen können. Nicht selten sind die jungen Mädchen - altersmäßig selbst noch Kinder - aufgrund von Vergewaltigungen schwanger, wenn sie zu Okoa Sasa kommen. 

 

 

 

Was heißt das konkret?

 

Das Okoa Sasa Zentrum für Kinderschutz und Trauma-Bewältigung nimmt Kinder auf, die von sexueller Ausbeutung betroffen sind oder Mordversuche überlebt haben. Die Fünf- bis Sechzehnjährigen bekommen in Notsituationen einen Platz zum Schlafen, Essen und psychologische Unterstützung, um traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Die Mitarbeiterinnen stellen sicher, dass das Wohl der Kinder immer an erster Stelle steht. Manchmal sind mehrere Krankenhausbesuche aufgrund der Brutalität der ihnen angetanen Gewalttaten nötig. OKOA SASA sorgt für eine physische sowie psychische Genesung so weit wie nur möglich.

 

Nicht selten sind die jungen Mädchen - altersmäßig selbst noch Kinder - aufgrund von Vergewaltigungen schwanger, wenn sie zu Okoa Sasa kommen. Hier werden sie liebevoll betreut und auf die Geburt vorbereitet. In den Schutzeinrichtungen leben daher meist zusätzlich bis zu zehn Säuglinge und Kleinkinder, die ebenfalls versorgt werden müssen.

 

Die Kinder und Jugendlichen werden vom kenianischen Jugendamt und der Polizei an das Zentrum vermittelt. Die Mitarbeiterinnen kontaktieren aber auch aktiv Betroffene von Gewalt und bieten ihre Unterstützung an. Dafür machen sie selbst aufsuchende Arbeit an verschiedenen Brennpunkten, um Mädchen – oftmals minderjährig – in der Prostitution auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. Manchmal bekommen die Mitarbeiterinnen auch Hinweise zu Missbrauchsfällen an kleinen Kindern, denen sie nachgehen.

 

Beim Okoa Sasa Schutzhaus handelt es sich theoretisch um eine Notunterkunft. Praktisch hängt die Aufenthaltsdauer der Kinder aber davon ab, wie lange die Gerichtsprozesse sich ziehen und in welches Umfeld die Kinder danach kommen können. Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Kinder dabei, sich auf Gerichtsprozesse gegen die Täterinnen und Täter vorzubereiten. OKOA SASA arbeitet dafür auch mit Anwältinnen und Anwälten pro bono zusammen. 

 

OKOA SASA sorgt für den reibungslosen Übergang eines Kindes vom Schutzhaus zurück zur Familie. Dafür besuchen die Mitarbeiterinnen die oft alleinerziehenden Mütter, Eltern oder Verwandte. Es finden Sensibilisierungs- und Beratungsgespräche statt, damit das Kind in ein sicheres Umfeld zurückkehren kann und künftig vor Gewalt und Missbrauch geschützt ist.

 

 

Schutz vor sexueller Ausbeutung – auch online

 

Die Arbeit des Zentrums wird durch das Projekt „Strengthening Capacities to Sustainably Combat Online Child Sexual Exploitation and Abuse (OCSEA)“ ergänzt. Denn sexuelle Ausbeutung von Kindern findet zunehmend auch im digitalen Raum statt. Besonders gefährdet sind Kinder, die in extremer Armut, ohne familiäre Absicherung oder als Waisen aufwachsen.

 

Um betroffene Kinder frühzeitig zu erkennen und ihnen gezielt helfen zu können, stärkt das Projekt das lokale Kinderschutznetzwerk in Mombasa. Polizei, Schulen, Beratungseinrichtungen, Eltern und Gemeindeverantwortliche werden für Online-Kindesmissbrauch sensibilisiert und darin geschult, Verdachtsfälle zu erkennen, weiterzuleiten und betroffene Kinder traumasensibel zu unterstützen. Ehrenamtliche Community Referral Committees übernehmen dabei eine wichtige Vermittlungsfunktion.

 

So greifen beide Ansätze ineinander: Während das Zentrum betroffenen Kindern einen geschützten Ort, psychosoziale Unterstützung und Hilfe bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen bietet, sorgt das OCSEA-Projekt dafür, dass gefährdete und betroffene Kinder im Umfeld früher erkannt und schneller in geeignete Hilfsangebote vermittelt werden.

 

 

Das Kinderschutzprojekt wird von unserer Partnerinnenorganisation OKOA SASA in Mombasa begleitet.

 

 

 

 

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