Das Asylverfahren
Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, können einen Asylantrag stellen. Das Asylverfahren entscheidet darüber, ob Deutschland internationalen Schutz gewährt.
Der Ablauf ist gesetzlich geregelt und besteht aus mehreren Schritten. Für viele Schutzsuchende ist das Verfahren jedoch schwer verständlich und mit langen Wartezeiten sowie großer Unsicherheit verbunden.
Registrierung und Asylantrag
Nach der Ankunft werden Schutzsuchende zunächst registriert und einer Erstaufnahmeeinrichtung zugewiesen. Anschließend wird der Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt.
Bereits in dieser frühen Phase ist es wichtig, dass besondere Schutzbedarfe erkannt werden und Betroffene Zugang zu geeigneter Unterstützung erhalten.
Die Anhörung beim BAMF
Die persönliche Anhörung ist der wichtigste Teil des Asylverfahrens. Hier schildern Asylsuchende ihre Fluchtgründe und erklären, weshalb sie nicht in ihr Herkunftsland zurückkehren können.
Die Entscheidung des BAMF basiert maßgeblich auf den Angaben in dieser Anhörung.
Gerade für Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt erlebt haben, kann die Anhörung eine besondere Herausforderung darstellen. Traumatische Erlebnisse werden häufig nicht sofort oder nur teilweise geschildert.
➡️ Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite „Die BAMF-Anhörung“.
Entscheidung des BAMF
Nach Abschluss des Verfahrens entscheidet das BAMF über den Asylantrag.
Je nach Einzelfall können unterschiedliche Schutzformen gewährt werden oder der Antrag wird abgelehnt.
➡️ Welche Schutzformen es gibt und welche Auswirkungen sie auf den weiteren Aufenthalt haben, erfahren Sie auf unserer Seite „Aufenthalt zwischen Schutz und Unsicherheit“.
Rechtsschutz
Wird ein Asylantrag abgelehnt, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen.
Ob und welche Rechtsmittel in Betracht kommen, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Eine frühzeitige rechtliche Beratung kann dabei von großer Bedeutung sein.
Herausforderungen aus der Beratungspraxis
Aus der Beratungspraxis von SOLWODI wissen wir, dass viele Frauen das deutsche Asylsystem zunächst nur schwer nachvollziehen können. Häufig ist unklar, welche Aufgaben das BAMF, die Ausländerbehörde oder die Verwaltungsgerichte jeweils haben.
Hinzu kommen lange Verfahrensdauern und die Unsicherheit über den weiteren Aufenthalt. Für viele Frauen bedeutet diese Zeit eine erhebliche psychische Belastung. Solange ungewiss ist, ob sie in Deutschland bleiben können, fällt es vielen schwer, zur Ruhe zu kommen, sich zu stabilisieren oder langfristige Perspektiven zu entwickeln.
Was SOLWODI fordert
SOLWODI setzt sich dafür ein,
dass Asylverfahren fair und rechtsstaatlich durchgeführt werden,
dass besondere Schutzbedarfe frühzeitig erkannt werden,
dass traumatisierte Frauen Zugang zu spezialisierter Fachberatung erhalten,
dass Anhörungen traumasensibel durchgeführt werden,
und dass Asylsuchende ihre Rechte und den Ablauf des Verfahrens verständlich erklärt bekommen.






