Verbreitung und Zahlen

Globale Verbreitung
Diese Praktik ist ein globales Phänomen : Schätzungen zufolge leben weltweit über 230 Millionen Frauen und Mädchen, die von FGM/C betroffen sind, und jährlich sind über 4 Millionen Mädchen von der Durchführung bedroht. Durch Migration betrifft FGM/C heute auch viele Länder Europas, darunter Deutschland. Hier leben nach aktuellen Schätzungen tausende Frauen und Mädchen, die bereits betroffen sind oder Gefahr laufen, betroffen zu werden.
Regionen mit hoher Verbreitung
FGM/C ist besonders verbreitet in:
Afrika
Länder mit besonders hohen Verbreitungsraten:
Somalia: 97,9 %
Guinea: 94,5 %
Ägypten: 87,2 %
Sudan: 86,6 %
Sierra Leone: 86,1 %
Eritrea: 83 %
Burkina Faso: 75,8 %
Gambia: 75,7 %
Teile Asiens
Indonesien: 49,2 %
Irak: 7,4 %
Jemen: 18,5 %
Weitere Länder in Süd- und Südostasien weisen ebenfalls Formen von FGM/C auf.
Diese Zahlen zeigen: FGM/C ist in mehreren Weltregionen tief kulturell verankert und gesellschaftlich etabliert.
FGM/C in Europa und Deutschland
Europa
In der Europäischen Union leben schätzungsweise:
über 600.000 betroffene Frauen und Mädchen
rund 190.000 gefährdete Mädchen
FGM/C wird inzwischen in mindestens 92 Ländern weltweit dokumentiert – darunter viele europäische Staaten aufgrund von Migration.
Deutschland
Laut Dunkelzifferschätzung (2024) leben in Deutschland:
über 97.1000 betroffene Frauen und Mädchen
bis zu 25.000 gefährdete Mädchen
Rechtlicher und gesellschaftlicher Kontext
Seit 2013 ist FGM/C in Deutschland ein eigenständiger Straftatbestand (§ 226a StGB) mit bis zu 15 Jahren Haft. Auch im Ausland durchgeführte FGM/C ist strafbar, wenn die Betroffene ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. FGM/C gilt als Kindeswohlgefährdung – Jugendämter müssen bei Verdacht handeln. Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland, FGM/C als Gewaltform anzuerkennen und Betroffenen Schutz zu gewähren.
Gesellschaftlich wird FGM/C zunehmend sichtbar, da Fachkräfte, Schulen, Beratungsstellen und Organisationen verstärkt sensibilisieren und aufklären.





