Weibliche Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) ist ein tiefgreifender und weltweit verbreiteter Eingriff, der Millionen von Mädchen und Frauen betrifft. Unter dem englischen Begriff Female Genital Mutilation beziehungsweise Female Genital Cutting (abgekürzt FGM/C) versteht man alle nicht-medizinisch begründeten Eingriffe, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt oder auf andere Weise verletzt werden. Diese Eingriffe erfolgen meist in Kindheit oder Jugend und haben keinerlei gesundheitlichen Nutzen – im Gegenteil: sie können schwerwiegende körperliche, psychische und soziale Folgen nach sich ziehen.
Was ist FGM/C?
FGM/C ist international als schwere Form geschlechtsspezifischer Gewalt und als gravierende Menschenrechtsverletzung anerkannt. Sie verletzt grundlegende Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Gesundheit, Sicherheit, Würde sowie das Recht, frei von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung zu sein. Außerdem steht sie im direkten Widerspruch zu den universellen Prinzipien der Gleichheit und Nicht-Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.
Hintergründe und Ursachen
Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung/Beschneidung (FGM/C) ist nicht überall gleich verbreitet – sie tritt vor allem in bestimmten Regionen Afrikas, des Nahen Ostens und Südasiens auf. Laut der World Health Organization (WHO) gibt es mindestens 230 Millionen Mädchen und Frauen in über 30 Ländern, in denen FGM/C weit verbreitet ist, typischerweise in westlichen, östlichen und nordöstlichen Regionen Afrikas sowie in einigen Ländern im Nahen Osten und Asien. In diesen Bereichen wird FGM/C oft schon im Kindesalter durchgeführt, meist noch vor dem 15. Geburtstag.
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Gesundheitliche und psychische Folgen
FGM/C verursacht immer gesundheitliche Schäden – unmittelbar nach dem Eingriff und oft lebenslang. Neben den körperlichen Folgen sind viele Betroffene auch psychisch schwer belastet.
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Rechtliche Situation
FGM/C ist weltweit als Menschenrechtsverletzung anerkannt. Internationale Abkommen verpflichten Staaten, Mädchen und Frauen davor zu schützen.
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Prävention und Schutz
FGM/C zu verhindern heißt, Mädchen zu schützen, Familien zu stärken und Gemeinschaften in Veränderungsprozessen zu begleiten. Erfolgreiche Präventionsarbeit verbindet Aufklärung, Empowerment, Fachwissen und verbindliche Schutzsysteme.
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Was tut SOLWODI
Angesichts dieses Ausmaßes benötigen Betroffene umfassende Unterstützung, Schutz und Zugänge zu medizinischer, psychosozialer und rechtlicher Hilfe. Genau dafür setzt sich SOLWODI ein:
Wir bietet betroffenen Frauen und Mädchen Hilfe, begleiten sie in Asyl- und Aufenthaltsverfahren, stärken ihre Rechte und arbeiten konsequent an Prävention, Sensibilisierung und Empowerment. SOLWODI macht deutlich, dass FGM/C kein „fernes Problem“ ist, sondern eine Realität, die auch in unserer Gesellschaft ernst genommen und bekämpft werden muss.
Quellen
Viele der getroffenen Aussagen entstammen den Erfahrungen und Beobachtungen, welche die SOLWODI Sozialarbeiterinnen in der Beratung und Begleitung von Klientinnen machen. Außerdem sind die folgenden Quellen für einzelne Textabschnitte wichtig:
1. TERRE DES FEMMES – Handlungsempfehlung Baden‑Württemberg (2024)
TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V.
Handlungsempfehlung für den Umgang mit Betroffenen und Gefährdeten von weiblicher Genitalverstümmelung/-beschneidung und Früh- und Zwangsverheiratung in Baden‑Württemberg.
Berlin, 2024.
https://frauenrechte.de/fileadmin/user_upload/Handlungsempfehlung_BaWue.pdf
2. Prognos AG – Schätzung der von weiblicher Genitalverstümmelung betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen in Deutschland (Datenstand 31.12.2024)
Stegner, Kristina; Kraus, Emily; Fischer, Mattes (Prognos AG)
Schätzung der von weiblicher Genitalverstümmelung betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen in Deutschland. Aktualisierung zum Datenstand 31.12.2024.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Berlin, November 2025.
https://www.who.int/health-topics/female-genital-mutilation?#tab=tab_1
Ressourcen
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