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Was ist FGM/C

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FGM/C ist international als schwere Form geschlechtsspezifischer Gewalt und als gravierende Menschenrechtsverletzung anerkannt. Sie verletzt grundlegende Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Gesundheit, Sicherheit, Würde sowie das Recht, frei von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung zu sein. Außerdem steht sie im direkten Widerspruch zu den universellen Prinzipien der Gleichheit und Nicht-Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Unterschiedliche Begriffe: Verstümmelung / Beschneidung / Cutting

Für die Praxis existieren verschiedene Bezeichnungen:

  • Weibliche Genitalverstümmelung (FGM – Female Genital Mutilation)
    Dieser Begriff wird vor allem im menschenrechtlichen Kontext verwendet. Er betont, dass es sich – im Gegensatz zur männlichen Beschneidung - um eine schwere Verletzung der körperlichen Unversehrtheit und der Rechte von Mädchen und Frauen handelt.

  • Weibliche Genitalbeschneidung (FGC – Female Genital Cutting/Circumcision)
    Der Begriff FGC wird teilweise verwendet, um kulturell sensibler zu formulieren und den Dialog mit betroffenen Gemeinschaften zu erleichtern. Kritiker bemängeln jedoch, dass dadurch die gesundheitlichen Schäden und die menschenrechtliche Dimension des Eingriffs abgeschwächt erscheinen können. Daher wird häufig die Doppelbezeichnung FGM/C verwendet.

  • Cutting
    Eine verkürzte, neutralere Bezeichnung, die häufig in der internationalen Praxis oder in der Arbeit mit betroffenen Communities verwendet wird.

International wird zunehmend der Sammelbegriff FGM/C verwendet, um sowohl die menschenrechtliche Dimension als auch die kulturelle Sensibilität zu berücksichtigen.

 

Definition nach der World Health Organization (WHO)

Die WHO definiert FGM/C als:

Alle Verfahren, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien teilweise oder vollständig entfernt oder aus nicht-medizinischen Gründen verletzt werden.

Wichtig ist die klare Abgrenzung zu medizinisch notwendigen Eingriffen (z. B. bei bestimmten Erkrankungen).
FGM/C erfolgt ohne medizinische Indikation und bringt keinen gesundheitlichen Nutzen – im Gegenteil, sie ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Die WHO unterscheidet vier Haupttypen (Typ I–IV).

 

Formen und Typen von FGM/C (einfach erklärt)

Typ I – Teilweise oder vollständige Entfernung der Klitorisvorhaut und/oder Klitorisspitze
Hier wird die empfindliche Klitorisspitze oder deren Vorhaut entfernt. Auch kleinere Eingriffe fallen unter diesen Typ.

Typ II – Entfernung der inneren oder äußeren Schamlippen (mit oder ohne Klitoris)
Neben der Klitoris können auch die inneren und/oder äußeren Schamlippen teilweise oder vollständig entfernt werden.

Typ III – Infibulation (stärkste Form)
Die inneren und/oder äußeren Schamlippen werden entfernt und die Vaginalöffnung wird fast vollständig verschlossen, indem das Gewebe zusammengenäht oder verengt wird.
Für Menstruation oder Geschlechtsverkehr bleibt nur eine kleine Öffnung. Diese Form ist besonders gesundheitsschädlich.

Typ IV – Andere schädigende Praktiken
Hierunter fallen alle weiteren nicht-medizinischen Eingriffe wie Einstechen, Ritzen, Verätzen, Dehnen oder Verbrennen im Genitalbereich.

 

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Autorinnen: Sr. Dr. Lea Ackermann / Dr. Barbara Koelges / Sr. Annemarie Pitzl

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