Bildung statt Tabu: SOLWODI stärkt Mädchen und junge Frauen in Kenia
Koblenz, 28. Mai 2026 – Für viele Mädchen und Frauen in Deutschland gehören Menstruationsartikel ganz selbstverständlich zum Alltag. Doch weltweit fehlt Millionen Menschen der Zugang zu sicheren und hygienischen Produkten – mit weitreichenden Folgen für Gesundheit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Anlässlich des Internationalen Tags der Menstruationshygiene am 28. Mai macht die Frauenrechtsorganisation SOLWODI auf die Auswirkungen von Menstruationsarmut aufmerksam und stellt ihr Projekt „Sewing for Menstrual Health“ in Kenia vor.
Das Projekt wurde im Juni 2024 von SOLWODI und der kenianischen Partnerorganisation SOLWOGIDI Malindi ins Leben gerufen, um Frauen und Mädchen in ländlichen Regionen rund um Malindi nachhaltig zu unterstützen. Hintergrund war eine alarmierende Erkenntnis: Fast die Hälfte der kenianischen Frauen hat keinen verlässlichen Zugang zu hygienischen Menstruationsartikeln. Viele Mädchen bleiben während ihrer Periode aus Scham oder mangels geeigneter Produkte dem Unterricht fern. Menstruationsarmut ist damit ein wesentlicher Grund für Schulfehlzeiten und gefährdet langfristig Bildungs- und Zukunftschancen.
Mit dem Projekt „Sewing for Menstrual Health“ verbindet SOLWODI konkrete Hilfe mit nachhaltiger Perspektivförderung. Junge Frauen aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen erhalten die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen und neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts werden zudem wiederverwendbare Menstruationsprodukte hergestellt und verteilt.
Die Binden kommen gezielt Mädchen und Frauen in ländlichen Gemeinden zugute, in denen der Zugang zu Hygieneartikeln oft eingeschränkt ist. Begleitende Aufklärungsangebote helfen dabei, das Thema Menstruation zu enttabuisieren und Mädchen den regelmäßigen Schulbesuch zu erleichtern. Damit leistet
das Projekt einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Für die Teilnehmerinnen bedeutete das Projekt weit mehr als das Erlernen eines Handwerks. Es stärkte ihr Selbstbewusstsein und eröffnete neue Perspektiven auf wirtschaftliche Unabhängigkeit. Einige sammelten erste Praxiserfahrungen in lokalen Schneidereien, andere engagieren sich weiterhin in der Herstellung von Kleidung für ihre Gemeinden, darunter auch Schuluniformen für Kinder, deren Familien nur über geringe finanzielle Mittel verfügen.
„Menstruation darf kein Grund dafür sein, dass Mädchen Bildungschancen verlieren oder Frauen gesellschaftlich ausgeschlossen werden“, betont Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI. „Der Internationale Tag der Menstruationshygiene erinnert daran, dass Würde, Gesundheit und Bildung eng
miteinander verbunden sind.“
Trotz der bisherigen Erfolge bleibt der Unterstützungsbedarf groß. Fehlendes Startkapital, mangelnde Kinderbetreuung und begrenzte berufliche Perspektiven erschweren vielen jungen Frauen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben. SOLWODI setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, nachhaltige Unterstützungsmöglichkeiten wie Mentoring, soziale Begleitung und Mikrokredite auszubauen.
Bild zur Meldung: Partnerorganisation SOLWOGIDI Malindi






