SOLWODI Deutschland plant neue Fachberatungsstelle in Oberfranken
Unterstützungsangebot für besonders schutzbedürftige Frauen soll in der Region ausgebaut werden
Gemünden,14.04.2026, SOLWODI Deutschland setzt sich bundesweit für Frauen mit Flucht- und Migrationskontext ein, die von schwerer geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Dazu gehören insbesondere Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung sowie weitere Formen von Ausbeutung und Gewalt. Die Organisation bietet unter anderem psychosoziale Beratung und Schutzangebote für betroffene Frauen.
Auch in Oberfranken gibt es Unterstützungsbedarf. Viele Frauen – insbesondere mit Flucht- oder Migrationshintergrund – sind von Gewalt betroffen, die häufig im Verborgenen bleibt. Um diesen Frauen künftig gezielter helfen zu können, plant SOLWODI den Aufbau einer spezialisierten Fachberatungsstelle in der Region. Als möglicher Standort ist Rehau im Gespräch. Unter dem Dach von SOLWODI ist dies die erste Einrichtung dieser Art in Oberfranken.
Bereits jetzt ist mit der Sozialarbeiterin Monika Schelter eine erfahrene Fachkraft vor Ort tätig. Sie hat in den vergangenen Jahren im Rahmen verschiedener Projekte rund 250 Frauen begleitet, viele von ihnen mit komplexen Gewalterfahrungen. Mit ihrem Wechsel zu SOLWODI kann sie diese Arbeit nun langfristiger und mit mehr Planungssicherheit fortführen.
„Mit dem Aufbau einer Fachberatungsstelle in Oberfranken schließen wir eine wichtige Lücke“, sagt Barbara Wellner, Vorsitzende von SOLWODI Bayern e.V. „Unser Ziel ist es, besonders schutzbedürftigen Frauen einen sicheren Zugang zu Beratung und Unterstützung zu ermöglichen – unabhängig davon, wo sie leben.“
Schelter bringt bestehende Projekte weiterhin in ihre Arbeit ein, die bewusst niedrigschwellig angelegt sind und als „Türöffner“ dienen. Bewegungs- und Begegnungsangebote sowie Initiativen zur Förderung von Mobilität schaffen erste Kontaktmöglichkeiten, stärken Vertrauen und erleichtern den Zugang zu weiterführender Beratung. „Diese ersten Begegnungen sind entscheidend“, so Schelter. „Hier entsteht Vertrauen – und daraus kann Beratung wachsen.“
Die geplante Fachberatungsstelle soll Frauen unterstützen, die von Gewalt und Ausbeutung, insbesondere Menschenhandel, Zwangsverheiratung und „Ehrgewalt“ betroffen sind, und als zentrale Anlaufstelle für ganz Oberfranken dienen. Perspektivisch ist ein Ausbau der Angebote vorgesehen.
Das Vorhaben wird vor Ort unterstützt: SOLWODI steht im Austausch mit dem Bürgermeister der Stadt Rehau, der die gesellschaftliche Bedeutung einer solchen Einrichtung unterstreicht und das Projekt ausdrücklich befürwortet. Auch auf kommunaler Ebene wird die überregionale Relevanz der geplanten Fachberatungsstelle gesehen, die Frauen aus ganz Oberfranken offenstehen soll. Derzeit wird in Rehau nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht.
„Gewalt gegen Frauen findet auch in ländlichen Regionen statt – sie ist oft nur weniger sichtbar“, so Barbara Wellner weiter. „Deshalb ist es entscheidend, genau dort Strukturen aufzubauen, wo bisher noch Angebotslücken bestehen.“
Besonders vor dem Hintergrund der Grenznähe zu Tschechien sowie der Abschiebungshafteinrichtung in Hof kommt dem Ausbau passgenauer Unterstützungsangebote, die direkt bei den Frauen ankommen eine zentrale Bedeutung zu. Ebenso ist eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Einrichtungen und Behörden vor Ort von besonderer Wichtigkeit, um wirkungsvolle Präventions- und Schutzarbeit leisten zu können.
Mit dem geplanten Standort in Oberfranken möchte SOLWODI seine Arbeit in Bayern weiter ausbauen und einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung und zum Schutz von betroffenen Frauen in der Region leisten.
Bild zur Meldung: Symbolbild: Annette Heines für SOLWODI





