„Breaking Blades“ in Aachen: Ausstellung zum 15-jährigen Jubiläum der Fachberatungsstelle SOLWODI NRW e. V.
Kunst und Aufklärung im Kontext weiblicher Genitalbeschneidung
„Breaking Blades“ in Aachen: Ausstellung zum 15-jährigen Jubiläum der Fachberatungsstelle SOLWODI NRW e. V.
Anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens lädt die Fachberatungsstelle SOLWODI NRW e. V. Aachen im Februar 2026 zur Ausstellung „Breaking Blades“ der Fotografin Antje Pohsegger in die Citykirche St. Nikolaus in Aachen ein. Die Ausstellung ist vom 2. bis 20. Februar 2026 täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Mit der Ausstellung verbindet SOLWODI das Jubiläum mit einem öffentlichen Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
„Breaking Blades“ wird am Montag, den 2. Februar 2026, mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung eröffnet. Die Ausstellung widmet sich einer weltweit verbreiteten Praxis, bei der Teile der weiblichen Genitalien ohne medizinische Gründe verletzt werden. „FGM/C stellt einen schweren Eingriff in die körperliche und seelische Unversehrtheit der Betroffenen dar und kann mit akuten, wie langfristigen gesundheitlichen Folgen einhergehen“, Maria Jordan, Leiterin der Fachberatungsstelle von SOLWODI in Aachen. In Deutschland leben über 66.000 Frauen und Mädchen, die von FGM/C betroffen sind, mehrere Tausend Minderjährige gelten als gefährdet. Häufig ist die Praxis einer der Gründe, warum Frauen und Mädchen aus ihren Herkunftsländern fliehen und in Deutschland Schutz suchen.
In ihrer Ausstellung verbindet Antje Pohsegger fotografisch-künstlerische und journalistische Ansätze. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Geschichten von in Deutschland lebenden Betroffenen, deren Erfahrungen im öffentlichen Diskurs oft unsichtbar bleiben. Die Ausstellung eröffnet Einblicke in ihre Lebensrealitäten und versteht sich als Einladung zum Hinsehen, zum Zuhören und zum gesellschaftlichen Dialog. „Alle elf Sekunden. Klingen aus Metall, Glas, Aluminium. Klingen, die ins Fleisch und in die Seele dringen. Sie manipulieren die sensitivste Region der weiblichen Körperlandschaft. Es ist die Norm ihrer Gesellschaft. Mit einem Gewaltakt beginnt ihr Lebensweg. Alle elf Sekunden“, beschreibt Pohsegger die Dringlichkeit und Motivation hinter dem Projekt.
15 Jahre SOLWODI Aachen: Beratung, Schutz und gesellschaftliches Engagement
Seit 15 Jahren berät und unterstützt die Fachberatungsstelle SOLWODI NRW e. V. Aachen Frauen und Mädchen, die von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Zwangsprostitution und anderer geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Darüber hinaus ist SOLWODI Anlaufstelle für Frauen in der Prostitution im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes. Seit 2024 gehört auch die Beratung von Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen sind, zu den zentralen Arbeitsschwerpunkten.
„Mit der Ausstellung ,Breaking Blades‘ und dem begleitenden Programm schafft SOLWODI Aachen im Jubiläumsjahr einen Raum für Aufklärung, Begegnung und Solidarität. Die Citykirche St. Nikolaus bietet dafür einen zentralen Ort in der Aachener Innenstadt, an dem gesellschaftliches Engagement, kulturelle Auseinandersetzung und Öffentlichkeit zusammenkommen“, sagt Jordan.
Ablauf der Ausstellungseröffnung
Nach einleitenden Worten der Fotografin Antje Pohsegger spricht Maria Jordan von der Fachberatungsstelle SOLWODI NRW e. V. Aachen. Schirmherr der Ausstellung ist Priv.-Doz. Dr. med. Dan mon O’Dey, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie, der unter anderem spezielle operative Methoden zur anatomischen Rekonstruktion des Genitals bei Betroffenen weiblicher Genitalbeschneidung entwickelt hat. Begleitend zur Ausstellung finden zwei öffentliche Fachvorträge statt. Priv.-Doz. Dr. med. Dan mon O’Dey wird über die anatomische Rekonstruktion nach FGM/C sprechen. Ein weiterer Vortrag wird von der Fachberatungsstelle SOLWODI Aachen gestaltet und thematisiert die Beratungs-, Unterstützungs- und Präventionsarbeit im Kontext von FGM/C.
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