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SOLWODI +++ Aktuell

Newsletter Nr. 62 vom 03.12.2021

 

Koalitionsvertrag der Bundesregierung: „Mehr Fortschritt wagen“ muss auch für das Nordische Modell gelten

Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,

unter dem Titel „Mehr Fortschritt wagen“ hat die Ampel in der vergangenen Woche ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Das 178-Seiten umfassende Papier enthält in der Gesamtschau zwar viele gute Ansätze, aber auch auffällige Versäumnisse.     

Koalitionsvertrag

Die künftige Bundesregierung hat beim Gewaltschutz die Bedarfe geflüchteter Frauen in den Fokus genommen. Enttäuschend bleibt hier, dass der Vertrag keine Regelungen zu einer Abkehr von Sammelunterkünften enthält. Denn dort müssen Frauen und Mädchen immer wieder Gewalt von männlichen Bewohnern befürchten. Umso wichtiger ist es, dass der Koalitionsvertrag zumindest einen bundes-einheitlichen Rechtsrahmen für eine verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern vorsieht, der selbst auch die Bedarfe geflüchteter Frauen in den Blick nimmt.  

Immerhin soll das Konzept der AnkER-Zentren nicht weiterverfolgt werden. Zu begrüßen ist auch, dass gut integrierte geduldete Jugendliche und Familien bessere Chancen auf ein Bleiberecht erhalten sollen. Die Entfristung der Beschäftigungsduldung, um Auszubildenden und Betrieben eine größere Rechtssicherheit zu geben, ist ebenfalls hilfreich.

Positiv bewerten wir auch die angestrebte flächendeckende und behördenunabhängige Asylverfahrens-beratung sowie die Ankündigung, vulnerable Gruppen wie Menschenhandelsopfer von Anfang an zu identifizieren und besonders zu unterstützen.

Die ressortübergreifende Koordinierung, die Einführung eines nationalen Aktionsplanes sowie einer unabhängigen Monitoringstelle zur Umsetzung der Europarat-Konvention sind dabei erste wichtige politische Schritte zur Bekämpfung des Menschenhandels, wie auch die Ankündigung, den Kampf gegen die organisierte Gewalt zu intensivieren.

Um Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung weiter einzudämmen, wäre es aber unbedingt nötig gewesen, das Augenmerk stärker auch auf die Prostitution zu legen und sich in der aktuellen Legislaturperiode für die Einführung des Nordischen Modells auszusprechen. Länder wie Schweden, die in der Vergangenheit diesen gesetzgeberischen Weg wählten, haben damit gute Ergebnisse erzielt. Die Nachfrage nach Prostitution ist dort in den vergangenen zwei Jahrzehnten merklich gesunken und letztlich auch der Menschenhandel.      

 

In der Vergangenheit wurde es in Deutschland für Opfer von Menschenhandel zunehmend schwieriger einen Aufenthaltstitel zu erhalten. Die Ankündigung, dass Opfer von Menschenhandel künftig ein Aufenthaltsrecht unabhängig von einer Aussagebereitschaft vor Gericht erhalten, ist ein Schritt in die richtige politische Richtung.    

 

Auch die geplante Einrichtung von passgenauen und erreichbaren Integrationskursen von Anfang an „für alle ankommenden Menschen“ sieht SOLWODI positiv: Ein Ausbau der Angebote für Deutsch- und Integrationskurse, ohne Unterscheidung nach Herkunftsstaat oder Aufenthaltsstatus, ist unumgänglich, damit geflüchtete Frauen gleiche Chancen auf soziale Kommunikation, Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten haben.

 

SOLWODI begrüßt auch, dass die Meldepflichten von Menschen ohne Papiere überarbeitet werden, damit diese als Illegale im Krankheitsfall nicht davon abgehalten werden, sich behandeln zu lassen. SOLWODI hat diese Forderung in der Vergangenheit immer wieder mit Nachdruck an die Adresse der Politik gerichtet.  

 

In der Praxis leisten Fachberatungsstellen und Schutzhäuser die Arbeit für Frauen mit Gewalterfahrungen. SOLWODI betreut jährlich 2000 Klientinnen, aktuell mit steigenden Fallzahlen. Auch die angekündigte stärkere Finanzierung der Schutzhäuser wird in der Praxis nicht alle Kosten auffangen können, da mit weiter steigendem Bedarf nach Beratung und Schutzplätzen zu rechnen ist.   

Wenn Sie die Arbeit von SOLWODI finanziell fördern wollen, können Sie das hier tun:

 

Kreissparkasse Rhein-Hunsrück,

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Danke!

 

Wir möchten Sie wöchentlich mit „SOLWODI +++ Aktuell“ über wichtige und akute Entwicklungen in unserer Arbeit informieren. Sie finden „SOLWODI +++ Aktuell“ auf unserer Homepage, können den Newsletter aber auch per E-Mail  bestellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Maria Decker, Gudrun Angelis und Barbara Wellner

 

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SOLWODI+++AKTUELL Nr. 54   Aufnahmeeinrichtungen sind kein Ort für Kinder – Integration gelingt nur mit frühen und maßgeschneiderten Hilfen

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 53   EU Projekt SISA optimiert länderübergreifende Rückkehrhilfen bei Dublin-Verfahren

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 52  „Afghanische Frauen und Mädchen brauchen unsere uneingeschränkte Unterstützung“

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 51   Ehrenmord, Zwangsheirat und Bedrohungen in der Partnerschaft: Erstkontakte in unseren Fachberatungsstellen nehmen zu

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 50   Örtliche Unterstützung von Menschenhandelsopfern: SOLWODI entwickelt im EU-Projekt LIBES ein Buddy-Programm

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 49   Welttag gegen Menschenhandel: Die Ursachen müssen bekämpft werden

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 48   Unser neues EU-Projekt SARAH: Maßgeschneiderte und verbesserte Unterstützungsleistungen für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 47   Ohne Angst zum Arzt: Menschen ohne Aufenthaltsstatus haben ein Recht auf Gesundheit

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 46   Fachberatungsstellen für Menschenhandelsopfer müssen auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie gerüstet sein

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 45   Neues Projekt der SOLWODI-Organisation OKOA SASA stärkt kenianische Missbrauchsopfer nachhaltig

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 44  Humanität ist keine Straftat

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 43  Nordisches Modell: "Mir wäre viel Leid erspart geblieben"

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 42  SOLWODI entwickelt Aktionsplan für opferzentriertes Strafrechtssystem

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 41  „Erziehung ohne Gewalt“ - Die Deutsche Fernsehlotterie fördert für drei Jahre ein Projekt der SOLWODI-Fachberatungsstelle Bad Kissingen zur Stärkung und Prävention

SOLWODI+++AKTUIELL Nr. 40  Integration von Menschenhandelsopfern: SOLWODI entwickelt für das EU-Projekt COALESCE einen geschlechtsspezifisch-orientierten Bedarfsanalysebericht

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 39  Geflüchtete Frauen benötigen für ihren Integrationsprozess einen ganzheitlichen Ansatz

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 38  Ein Erfolgsmodell: 5 Jahre Nordisches Modell in Frankreich

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 37  Menschenhandel kennt keine Staatsgrenzen – das muss auch für Hilfen gelten  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 36  Migrantinnen sind die Verliererinnen der Pandemie

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 35  Istanbul-Konvention darf nicht ausgehöhlt werden

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 34  Prostitution - nicht - im Untergrund

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 33  Nordisches Modell – Eine Perspektive für Deutschland

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 32  Internationaler Frauentag: Migrantinnen sind die Verliererinnen der Covid 19-Pandemie

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 31  Nachhaltige Reintegration von Rückkehrerinnen setzt maßgeschneiderte Beratung und Begleitung voraus

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 30  Weibliche Genitalverstümmelung ist auch in Deutschland ein Thema  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 29  Aufsuchende Arbeit in der Prostitution

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 28  SOLWODI erreicht für Klientin Familienzusammenführung nach drei Jahren

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 27  SOLWODI fordert Hilfe für von Zwangsheirat bedrohte Mädchen

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 26  Menschenrechte sind auch Frauenrechte

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 25  Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 24  Humanität muss bei Asylsuchenden weiter möglich sein  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 23  Betroffene von Menschenhandel werden zu Beraterinnen    

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 22  Lassen wir den Lockdown nicht zum Knock-Down werden!

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 21  Staatsministerin Carolina Trautner im Gespräch mit SOLWODI

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 20  INTAP: Konferenz gegen Menschenhandel mit Beteiligung von SOLWODI

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 19  Tag des Flüchtlings

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 18  Bündnis Nordisches Modell

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 17  Corona-Flickenteppich in der Prostitution

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 16  Langzeitintegration von Menschenhandelsopfern – SOLWODI entwickelt im EU-Projekt LIBES Unterstützungsprogramme

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 15  Ausbeutung von Minderjährigen in Deutschland, Bulgarien und Rumänien

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 14  Bedrohte Opfer langfristig vor Tätern schützen

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 13  SOLWODI untersucht Integration von Menschenhandelsopfern aus Nigeria und China

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 12  Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 11  Internationaler Tag gegen Menschenhandel

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 10  SOLWODI-Analyse im EU-Projekt RE-JUST: Lücken im deutschen Strafrechtssystem und ihre Auswirkungen auf Klientinnen

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 9  Eine Perspektive für junge Mädchen

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 8  Mit neuem Vorstand in die Zukunft

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 7  Weibliche Genitalverstümmelung – Verstärkt Abschiebung von Asylsuchenden

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 6  Bundestagsabgeordnete setzten sich für Sexkauf-Verbot ein

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 5  Zunahme häuslicher Gewalt während Corona

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 4  Offener Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 3  Massiver Anstieg der Gewalt gegen Frauen in Kenia

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 2  Corona und die Prostitution – Verbot des Sexkaufs JETZT!

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 1  Wir sind für die Frauen da – Beratung in Zeiten von Corona

Weltkongress 2019

3. WELTKONGRESS gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

Veranstalter: · SOLWODI Deutschland e.V. · CAP INTL · Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

Dienstag, 2. April – Freitag, 5. April 2019,

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18

 

Hier finden Sie einen Überblick zum Weltkongress

 

35.220 Unterschriften für ein Sexkaufverbot an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben

 

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