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SOLWODI +++ Aktuell

Newsletter Nr. 36 vom 08.04.2021

 

Migrantinnen sind die Verliererinnen der Pandemie

 

Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,

Sozialer Status - Covid 19 - Sterblichkeit

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat kürzlich Daten dazu veröffentlicht, wo es in Deutschland besonders viele Infektionen und in der Folge auch eine höhere Sterblichkeit gab. Im Dezember und Januar, auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle, lag demnach „die Covid-19-Sterblichkeit in sozial stark benachteiligten Regionen um rund 50 bis 70 Prozent höher als in Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung.“[1] Armut tötet.

Knapp 16 Prozent aller Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet, Frauen stärker als Männer. Von denjenigen, die eine Migrationsgeschichte haben, sind mehr als 27 Prozent armutsgefährdet, von denjenigen ohne deutschen Pass mehr als 35 Prozent. Der Statistik des RKI lag ein mehrdimensionaler Index aus regionalen Bildungs-, Beschäftigungs- und Einkommens-Indikatoren zugrunde. 

 

[1] Quelle Statistik Sozialer Status-Covid-19-Sterblichkeit: Robert-Koch-Institut, weitere Infos unter: https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/S/Sozialer_Status_Ungleichheit/Faktenblatt_COVID-19-Sterblichkeit.html

 

 

Die Frauen, die von SOLWODI betreut und begleitet werden, sind in der Regel sozial stark benachteiligt. Sie sind die Verliererinnen der Pandemie. Fort-und Weiterbildungen entfielen entweder ganz oder wurden online durchgeführt, was zu einem Mehrbetreuungsaufwand bei unseren Mitarbeiterinnen führte. Auch haben es die Klientinnen im Moment wesentlich schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Frauen, die in der Prostitution sind, stehen stärker denn je unter sozialem Druck, müssen häufig trotz der Gefahr einer Covid-19-Ansteckung weiterarbeiten. Bei vielen der Klientinnen ist auch die Angst im Hinterkopf, abgeschoben zu werden.

In den vergangenen Wochen erhielten wir zudem verstärkt Anrufe verzweifelter Frauen mit deutschem Pass. Die Gründe, warum sie mit uns Kontakt aufnahmen, hatten ihre Ursache in der Corona-Pandemie: Häusliche Gewalt, psychische Probleme, drohende Obdachlosigkeit bis hin zu Überschuldungen durch einen Arbeitsplatzverlust.      

Corona

Die Pandemie hat die sozialen Unterschiede in Deutschland wie keine Krise zuvor ans Tageslicht gebracht. Die Daten des RKI machen deutlich: Wir retten Leben, wenn wir die soziale Schieflage beseitigen. Ein erster Schritt muss es sein, die Verliererinnen der Pandemie nicht aus den Augen zu verlieren und ihnen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Wenn Frauen in der aktuellen Situation vermehrt Hilfe bei Fachberatungsstellen suchen, dann können professionelle Hilfe und der erforderliche Mehraufwand nur dann geleistet werden, wenn diese Arbeit besser finanziert wird. Hierfür muss der Staat zusätzliche Mittel bereitstellen.

Auch die betroffenen Frauen müssen eine Perspektive erhalten. Neben Hilfe für Aussteigerinnen ist ein Bleiberecht für Opfer von Menschenhandel und frauenspezifischer Gewalt unabdingbar.  Asylanträge dürfen nicht mit dem Hinweis auf „innerstaatliche Fluchtalternativen“, die nicht der Lebenswirklichkeit der Herkunftsländer entsprechen, abgelehnt werden. Die Frauen müssen die Möglichkeit erhalten, ein Leben in Würde für sich und ihre Kinder aufbauen zu können – ohne finanzielle Perspektivlosigkeit, ohne Angst vor Corona, ohne Angst vor Abschiebung.

In wenigen Monaten ist Bundestagswahl. Fragen Sie die Kandidat*innen in ihrem Wahlkreis, was sie dafür tun, dass Frauen, die Not und Gewalt erfahren haben, in Deutschland eine Zukunft finden.

Zur Finanzierung seiner Arbeit ist SOLWODI auch auf private Spenden angewiesen.    

 

Wenn Sie unsere Arbeit finanziell fördern wollen, können Sie das hier tun:

Kreissparkasse Rhein-Hunsrück,

BIC: MALADE51SIM

IBAN: DE02 5605 1790 0001 1270 00       

 

Wir möchten Sie wöchentlich mit „SOLWODI +++ Aktuell“ über wichtige und akute Entwicklungen in unserer Arbeit informieren. Sie finden „SOLWODI +++ Aktuell“ auf unserer Homepage, können den Newsletter aber auch per E-Mail  bestellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Maria Decker, Gudrun Angelis und Barbara Wellner

  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 36  Migrantinnen sind die Verliererinnen der Pandemie

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 35  Istanbul-Konvention darf nicht ausgehöhlt werden

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 34  Prostitution - nicht - im Untergrund

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 33  Nordisches Modell – Eine Perspektive für Deutschland

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 32  Internationaler Frauentag: Migrantinnen sind die Verliererinnen der Covid 19-Pandemie

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 31  Nachhaltige Reintegration von Rückkehrerinnen setzt maßgeschneiderte Beratung und Begleitung voraus

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 30  Weibliche Genitalverstümmelung ist auch in Deutschland ein Thema  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 29  Aufsuchende Arbeit in der Prostitution

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 28  SOLWODI erreicht für Klientin Familienzusammenführung nach drei Jahren

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 27  SOLWODI fordert Hilfe für von Zwangsheirat bedrohte Mädchen

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 26  Menschenrechte sind auch Frauenrechte

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 25  Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 24  Humanität muss bei Asylsuchenden weiter möglich sein  

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 23  Betroffene von Menschenhandel werden zu Beraterinnen    

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 22  Lassen wir den Lockdown nicht zum Knock-Down werden!

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 21  Staatsministerin Carolina Trautner im Gespräch mit SOLWODI

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 20  INTAP: Konferenz gegen Menschenhandel mit Beteiligung von SOLWODI

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 19  Tag des Flüchtlings

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 18  Bündnis Nordisches Modell

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 17  Corona-Flickenteppich in der Prostitution

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 16  Langzeitintegration von Menschenhandelsopfern – SOLWODI entwickelt im EU-Projekt LIBES Unterstützungsprogramme

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 15  Ausbeutung von Minderjährigen in Deutschland, Bulgarien und Rumänien

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 14  Bedrohte Opfer langfristig vor Tätern schützen

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 13  SOLWODI untersucht Integration von Menschenhandelsopfern aus Nigeria und China

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 12  Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 11  Internationaler Tag gegen Menschenhandel

SOLWODI+++AKTUELL Nr. 10  SOLWODI-Analyse im EU-Projekt RE-JUST: Lücken im deutschen Strafrechtssystem und ihre Auswirkungen auf Klientinnen

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 9  Eine Perspektive für junge Mädchen

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 8  Mit neuem Vorstand in die Zukunft

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 7  Weibliche Genitalverstümmelung – Verstärkt Abschiebung von Asylsuchenden

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 6  Bundestagsabgeordnete setzten sich für Sexkauf-Verbot ein

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 5  Zunahme häuslicher Gewalt während Corona

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 4  Offener Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 3  Massiver Anstieg der Gewalt gegen Frauen in Kenia

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 2  Corona und die Prostitution – Verbot des Sexkaufs JETZT!

SOLWODI +++ AKTUELL Nr. 1  Wir sind für die Frauen da – Beratung in Zeiten von Corona

Weltkongress 2019

3. WELTKONGRESS gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

Veranstalter: · SOLWODI Deutschland e.V. · CAP INTL · Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

Dienstag, 2. April – Freitag, 5. April 2019,

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18

 

Hier finden Sie einen Überblick zum Weltkongress

 

35.220 Unterschriften für ein Sexkaufverbot an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben

 

Kalender

Nächste Veranstaltungen:

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- 18:00 Uhr
 

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