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SOLWODI +++ Aktuell

Newsletter Nr. 6 vom 29.05.2020

 

 

 

Bundestagsabgeordnete setzten sich für Sexkauf-Verbot ein

 

Liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,

 

vergangene Woche haben sich 16 Bundestagsabgeordnete parteiübergreifend mit einem Schreiben an die Ministerpräsidenten der Länder gewandt, in dem sie dazu auffordern, die Bordelle weiterhin geschlossen zu halten und langfristig ein Verbot des Sexkaufs gemäß dem Nordischen Modell zu implementieren.

 

Die Abgeordneten weisen auf die hohe Gefahr von COVID-19 im Zusammenhang mit der Prostitution hin. Sexuelle Handlungen sind mit den gebotenen Abstandsregeln nicht zu vereinbaren und Kontaktketten kaum nachvollziehbar, da die Freier anonym bleiben wollen. Corona hat auch gezeigt, dass Prostitution keine „Glamour-Tätigkeit" ist, sondern dass viele betroffene Frauen existenzielle Not leiden. Von den geschätzten 400.000 Frauen in der Prostitution sind nur rund 33.000 registriert. Mit der Schließung der Bordelle wurde offensichtlich, dass Schutz im Krankheitsfall, Anmeldung, eine private Wohnung und Sozialversicherung nicht der Lebenswirklichkeit der betroffenen Frauen entsprechen. Viele sind jetzt in ihre Heimatländer zurückgekehrt, andere „wohnen" weiterhin in den Bordellen – mit der Bedrohung, nun auch noch für zusätzliche „Mietkosten" aufkommen zu müssen. Manche werden illegal zur Prostitution in Wohnungen und im Internet gezwungen.

 

Darüber hinaus machen die Abgeordneten deutlich, dass – unabhängig von der Situation bezüglich Corona – Prostitution an sich verabscheuungswürdig ist: „Wir halten die Zustände in der Prostitution für die dort Tätigen in der großen Mehrzahl der Fälle für menschenunwürdig, zerstörerisch und frauenfeindlich." Prostitution gehe mit massiven physischen und psychischen Verletzungen einher.

 

SOLWODI schließt sich dieser Einschätzung an. Prostitution geschieht nicht freiwillig. Armut und mafiöse Strukturen bis hin zu Menschenhandel oder emotionale Ausbeutung wie die sogenannte Loverboy-Masche erzeugen Zwänge, die mit „Beruf" nichts mehr zu tun haben. Den Körper einer Frau als mit Preisschildern versehene Ware zu betrachten, ist entwürdigend!

 

Es muss daher ein Sexkauf-Verbot implementiert werden, um die Nachfrage auszutrocknen. Die Frauen dürfen nicht kriminalisiert werden, sondern müssen Hilfe erhalten. Deshalb fordern die 16 Bundestagsabgeordneten die Einführung des Nordischen Modells auch in Deutschland. Nach diesem Modell, das u.a. in Schweden, Norwegen, Island, Irland und Frankreich umgesetzt ist, machen sich gerade nicht die Frauen, die von der Prostitution betroffen sind, strafbar, sondern die Freier und die Zuhälter. Die Frauen müssen stattdessen – wie im Nordischen Modell vorgesehen- staatliche Hilfe erhalten, um sich eine Existenz außerhalb der Prostitution aufbauen zu können.

 

Hierzu braucht es ein Bundesgesetz, das den Sexkauf verbietet und den Frauen Zugang zu effektiver finanzieller Unterstützung und Beratung ermöglicht. Die Bundesregierung muss handeln. JETZT!

 

SOLWODI ist dankbar, dass die 16 Bundestagsabgeordneten die Forderung nach Einführung des Nordischen Modells aufgegriffen haben. Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie an Ihren Bundestagsabgeordneten schreiben und sie oder ihn auffordern, sich ebenfalls für dieses Anliegen einzusetzen.

 

 

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Mit freundlichen Grüßen

 

Sr. Dr. Lea Ackermann und Dr. Maria Decker

 

 

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