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SOLGIDI - Solidarity with Girls in Distress

SOLGIDI von Agnes Mailu geleitet, die von der Sozialarbeiterin Everlyne Ogallo unterstützt wird. Außerdem kann sich SOLGIDI auf elf ehrenamtliche Helferinnen verlassen, die junge Frauen und Mädchen an SOLGIDI vermitteln und betreuen. Dank deren Unterstützung konnte SOLGIDI 2017 insgesamt 978 Erstkontakte zählen. Von diesen waren 372 junge Frauen unter 18 Jahre alt, 606 waren älter als 19 Jahre. 221 der Beratungssuchenden waren missbraucht und misshandelt worden und mussten dementsprechend besonders sensibel betreut werden. 64 junge Frauen und Mädchen öffneten sich nach einigen Beratungssitzungen und konnten, nachdem sie Vertrauen gefasst hatten, darüber sprechen, dass sie in der Armutsprostitution leben und oft so verzweifelt sind, dass sie über Selbstmord nachdenken. Durch die Beratungs- und die anschließenden psychosozialen Gespräche können die Mädchen schrittweise stabilisiert und später in Schulen oder Colleges vermittelt werden. 
Neben der psychosozialen Betreuung führt SOLGIDI Life Skills Trainings durch. Diese Trainings helfen den Mädchen, Strategien zu entwickeln, um mit ihren traumatischen Erlebnissen zurecht zu kommen. Sie erhalten die nötigen Impulse, wie sie in ihrem belastenden Umfeld bestehen können und entwickeln einen Plan, um ihre Zukunft gestalten zu können. Psychosoziale Beratungssitzungen ergänzen diesen Lernprozess. Hier können sich die Mädchen öffnen und in einem sicheren Rahmen über Herausforderungen und ihre persönlichen Ängste sprechen. Diese Trainings finden zwei Mal im Jahr statt, 2017 nahmen 69 Mädchen daran teil. 

Im Jahr 2017 schlossen 18 Mädchen ihre Schulausbildung erfolgreich ab. Unterstützt wurden außerdem 48 Mädchen an den Secondary Schools und 27 junge Frauen an Colleges. Die Unterstützung wird nicht nur finanziell geleistet. Neben der Zahlung von Examensgebühren, Uniformen, Schulgebühren etc. unterstützt SOLGIDI die Mädchen bei Schwierigkeiten und Problemen mit ihren Müttern. Daher muss SOLGIDI nach wie vor auch Aufklärungsarbeit bei den Eltern betreiben, die ebenfalls zu psychosozialen Beratungsgesprächen und öffentlichen Veranstaltungen von SOLGIDI und deren Kooperationspartner*innen eingeladen werden. 
Zu den Erfolgsgeschichten von SOLGIDI zählt die junge Frau Rehema. Sie konnte ihre Ausbildung am College im Bereich "Gender and Development" erfolgreich abschließen. Rehema stammt aus einem Slum in Mombasa und wurde von ihrer alleinerziehenden Mutter großgezogen. Ohne die Unterstützung von SOLGIDI hätte sie niemals einen Bildungsabschluss erreicht. Umso schöner ist zu sehen, dass sie eine starke Frau geworden ist, die in ihrer Gemeinde viel Aufklärungsarbeit betreibt und aktuell ein Praktikum bei der Erzdiözese Mombasa absolviert.

Diana konnte ihren Master im Bereich Pharmazie in England erfolgreich abschließen. Sie stammt ebenfalls aus einem Slum und wurde mit ihren drei Geschwistern von ihrer Mutter alleine großgezogen. Da ihre Mutter krank war und Diana die Älteste im Haushalt, suchte sie Arbeit. Sie erhielt ein Jobangebot in einer Bar. Dort war sie kurz davor, in die Prostitution gedrängt zu werden und ihr Leben aufzugeben, als sie über SOLGIDI informiert wurde. Am nächsten Tag saß sie im Büro von Agnes Mailu. Da SOLGIDI ihr großes Potential erkannte, wurde sie in das Programm aufgenommen und konnte dadurch ein Internat besuchen. Hier konnte sie vier Jahre in Ruhe lernen. Dadurch wurde sie von ihren häuslichen Pflichten entlastet und der ökonomische Druck auf die Familie wurde etwas reduziert. Diana war so glücklich auf der Secondary School, dass sie ihre ganze Energie in ihre Bildung steckte. Gradlinig ging sie ihren Weg und durch die kontinuierliche Unterstützung von SOLGIDI konnte sie 2017 ihren Master in England abschließen. Sie wird in Zukunft ihre jüngeren Geschwister und Mutter finanziell unterstützen können und ist bereits jetzt ein Vorbild für die gesamte Familie. Rehema und Diana stehen als Beispiele für viele Mädchen, die durch die psychosoziale Unterstützung von SOLGIDI einen Schulabschluss machen konnten und nun selbstbewusst der Organisation ehrenamtlich zur Verfügung stehen. 
Darüber hinaus nimmt SOLGIDI an Vernetzungstreffen, Expert*innentreffen und Netzwerken teil. Diese Arbeit ist wichtig, um eine nachhaltige Veränderung im Leben der jungen Frauen und Mädchen zu erzielen und als Organisation aktiv politische Prozesse mitbestimmen zu können. 2017 nahm SOLGIDI an sechs Stakeholder Meetings, 22 Netzwerktreffen und 14 weiteren Aktivitäten teil, um die Arbeit vorzustellen und wichtige Lobbyarbeit für die vulnerable Zielgruppe zu leisten. Beispielsweise konnte SOLGIDI  innerhalb des von der CARITAS und der katholischen Kirche organisierten Programms: "Drought response- Mahali Pa Usalama- Emergency response programm" ihre Expertise einbringen. 
Die Dürre Anfang des Jahres brachte auch die Menschen in den Großstädten in Not, da es nicht mehr ausreichend (bezahlbare) Lebensmittel für die Bevölkerung gab. Besonders schwer traf es Menschen, die an der Armutsgrenze und in Slums leben und somit auch die Zielgruppe von SOLGIDI. Die katholische Kirche sah einen dringenden Handlungsbedarf und suchte Kooperationspartner*innen mit denen sie ein umfassendes Notfallversorgungsprogramm für die Menschen aufstellen konnten. SOLGIDI war Partnerin des Programms, weil die Mitarbeiterinnen Kontakt zu Armutsprostituierten in der Region und besonders in den Slumgebieten haben. Die im Programm agierenden Partner*innen vermittelten sich Klient*innen in Not gegenseitig weiter und übernahmen in Notfällen die Arbeit ihrer Partner*innen, da der Strom der Bedürftigen endlos schien. Die Caritas und die katholische Kirche boten Workshops und Weiterbildungen an, die die Kapazitäten der einzelnen Organisationen verbesserten und ihre Verwaltung stärkten, wie z.B. Disaster planning, Gender Mainstreaming, Ressourcen mobilisieren. Durch das Programm konnten viele Frauen und Mädchen vor Armutsprostitution bewahrt werden. 
 

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Weltkongress 2019
 

Vom 2. bis 5. April 2019 richtet SOLWODI Deutschland einen internationalen Kongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen an der Universität Mainz aus, in Kooperation mit CAP International (Coalition against Prostitution) und „Armut und Gesundheit e.V.“, Mainz.

 

Ausschreibung zum 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

 

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung in Boppard

 

 

 

 
 
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