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Zur aktuellen Lage in Kenia

Der kenianische Staat hat in Anlehnung an die Agenda 2030[1] der Vereinten Nationen eine nationale Entwicklungsstrategie definiert, die „Vision2030“.

Das vorrangige Ziel ist es, bis 2030 eine weltweit wettbewerbsfähige und wohlhabende Nation mit hoher Lebensqualität zu schaffen.[2]  

2019 konkretisierte Präsident Kenyatta seinen Plan zur Erreichung der „Vision2030“, indem er die „Big Four" benannte: Herstellendes Gewerbe (Industrie), allgemeine Gesundheitsversorgung, erschwinglicher Wohnraum und Ernährungssicherheit. Bis 2030 sollen hier deutliche Verbesserungen erzielt werden.

Wie weit diese Visionen von der aktuellen Lebenslage der Bevölkerung und der Entwicklung im Land entfernt sind, darüber berichten unsere Kolleginnen aus den Projektstandorten: Malindi (Küste), Mombasa (Großstadt), Kisumu, Eldoret und Butere (West-Kenia).

 

[1] Die Agenda 2030 wurde im September 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen von allen Mitgliedsstaaten verabschiedet. [...] Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: [...] Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Quelle: http://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/index.html

[2] http://kenyaembassyberlin.de/Die-Kenianische-Wirtschaft.36.0.html?&L=1 (abgerufen am 08.01.2020)

Bildung: Im Bildungssektor finden zahlreiche Reformen statt. Unsere kenianischen Partnerinnen betonen die positiven Bestrebungen der Regierung, einen Dreiklang aus Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern zu schaffen, um alle in die Gestaltung des Schullebens einzubeziehen. So sollen Kinderarbeit und Vernachlässigung eingedämmt werden.

Unsere Partnerinnen beobachten mit Sorge, dass durch die Einführung der kostenlosen Grundschulbildung bis zur 8. Klasse viele Schulen verwahrlosen. Da die Schulen keine staatliche Unterstützung erhalten und nur die Lehrer*innengehälter von staatlicher Seite finanziert werden, werden keine Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die Schulklassen sind überfüllt, bis zu 200 Schüler*innen sitzen in einem Raum. Schulbänke sind nicht ausreichend vorhanden, auch gibt es zu wenige Toiletten für die Schüler*innen. 2019 legte die Regierung einen Toilettenschlüssel fest, der besagt, wie viele Toiletten für Schüler*innen und Lehrer*innen vorhanden sein müssen, ansonsten droht der Schule die Schließung. Jedoch haben die Schulen keine Mittel Toiletten zu bauen. Daher werden immer mehr „versteckte“ Kosten auf die Schüler*innen umgelegt, wie bspw. „Administrationsgebühren“, „Schulbankmiete“, „Schulessen“. Diese Kosten kommen zum Kauf von Schuluniformen, Schulmaterialien und Schuhen hinzu. Die Zielgruppe von SOLWODI kann sich diese Kosten nicht leisten, da sie oft weniger als 1,90 Dollar pro Tag verdient und die Einnahmen meist nur zur Sicherung von Miete und Lebensmitteln reichen.

Klimawandel und Wirtschaft: Anfang 2019 war es sehr trocken und heiß. Bis März fiel nicht genug Regen, um mit der Landwirtschaft beginnen zu können. Viele Menschen ziehen lange Strecken mit ihren Tieren, auf der Suche nach Weideflächen und Wasser.

 

1,1 Millionen Menschen wurden 2019 als von „Nahrungsmittelunsicherheit“ betroffen eingestuft und 834.900 Menschen als schwer betroffen. Akute Unterernährung wurde bei Kindern unter fünf Jahren und Schwangeren beobachtet, mit steigenden Zahlen. Die Regierung stellte Notfallpakete mit Lebensmitteln und Wasser für die am schwersten betroffenen Gruppen zur Verfügung. Aber auch hier führen diese Entwicklungen zu Konflikten und Gewalt, die sich besonders gravierend auf Frauen und Mädchen auswirken. Im Oktober kam es zu starken Regenfällen, die aufgrund der vorhergehenden Dürre schnell zu Überschwemmungen führten. Ernte und Häuser wurden zerstört, viele Menschen obdachlos.

Auswirkung auf die Zielgruppe von SOLWODI in Kenia: Die hohen Lebenshaltungskosten, auch bedingt durch die Ernteausfälle, haben verstärkt zu Kinderehen, Kinderprostitution und Schulabbrüchen geführt.

Die hohe Arbeitslosigkeit spielt eine Rolle bei der steigenden Zahl der sexuellen Übergriffe. Frauen, die kein Einkommen generieren können und in der Armutsprostitution leben müssen, sind leichte Opfer. Auch werden immer mehr Fälle von Gender Based Violence verzeichnet. Mit Sorge wird die Entwicklung gesehen, dass Männer sich und ihre gesamte Familie umbringen oder gezielt Partnerinnen oder Kinder. Auch nimmt die Jugendkriminalität zu. All diese Entwicklungen bekommen wenig gesellschaftliche Aufmerksamkeit, sie erscheinen selten in den Medien, die Polizei unternimmt kaum etwas. Aufklärungs- und Präventionsprogramme gibt es nur wenige.

Es ist daher besonders wichtig, NGOs wie die unserer Partnerinnen in Kenia weiter zu unterstützen, denn alle Entwicklungen führen zunehmend zu schlechteren sozialen Bedingungen, die besonders Kinder und Frauen betreffen und sie immer stärker diskriminieren.

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