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Laudatio von Sr. Dr. Lea Ackermann zum Mestemacher-Preis „Spitzenvater des Jahres“ (Preisträgerin 2020: Müttergenesungswerk)

06. 03. 2020

Laudatio:

 

Freitag, 6. März 2020, Berlin

Mestemacher-Preis „Spitzenvater des Jahres“

Preisträgerin 2020: Müttergenesungswerk

 

Es war eine sensible und vorwärtsgewandte Idee von Frau Prof. Dr. Ulrike Detmers vor 15 Jahren Männer als Spitzenväter auszuzeichnen. Der Mann, der zuhause blieb, um Haushalt und Kinder zu versorgen, galt doch eher als nicht dem idealen Männerbild entsprechend. Es wurde eher gefragt: „Hat er keine vernünftige Arbeit oder Chance auf überhaupt eine Arbeit?“

 

Aber dass ein Mann die Erkenntnis hat „Er und seine Frau tragen die Verantwortung für gelungene Kindererziehung und den Aufbau einer glücklichen Familie“, ist preiswürdig. Mit dem Preis „Spitzenvater des Jahres“ wird diesem Umstand Rechnung getragen. Frau Prof. Dr. Ulrike Detmers hat damit das Augenmerk auf die emanzipierten Väter gelegt und ihnen die Anerkennung zukommen lassen, die ihnen gebührt.

 

Wir dürfen nicht vergessen: Auch Mütter bringen sich täglich mit hohem Einsatz für ihre Familien ein. Darum ist es folgerichtig, in diesem Jahr einer Mütterorganisation den Preis zukommen zu lassen. 

 

Eine Gesellschaft braucht gesunde Familien, und dafür brauchen wir Spitzenmütter und Spitzenväter. Das Müttergenesungswerk hat das erkannt. Als gemeinnützige Stiftung ist sie seit 70 Jahren Vorreiter für gendersensible Gesundheit mit Kuren für Mütter, und heute auch für Väter und pflegende Angehörige.

 

Kuren zur Vorsorge und Rehabilitation für Mütter und Väter gibt es nur in Deutschland – ein Verdienst der jahrzehntelangen, fachlichen und politischen Arbeit des Müttergenesungswerks.

 

In den über 1.000 Beratungsstellen werden jährlich rund 130.000 Mütter sowie einige Tausend Väter und Pflegende beraten, über 60.000 Kuranträge unterstützt.

 

Die Gründe, die in den Kuranträgen genannt werden, lassen erahnen, wie sehr Mütter, Väter und pflegende Angehörige in ihrem Alltag überlastet sind: starke Erschöpfung, Schlafstörungen, Gereiztheit, Unruhe, Angstgefühle, Kopf- schmerzen, Rückenprobleme.

 

Mütter, Väter, pflegende Angehörige müssen für die Schwächsten und Kleinsten da sein. Das erfordert ihre volle Präsens. Alle, die dringend eine Pause vom aufreibenden Alltag brauchen, können mithilfe des Müttergenesungswerkes durchatmen, sich die nötige Auszeit nehmen, damit sie nach einer Kur wieder gestärkt für ihre Familien da sind.

 

Diese gute Idee hatte Elly Heuss-Knapp, sie gründete vor 70 Jahren, am 31. Januar 1950, das Müttergenesungswerk.

Elly Heuss-Knapp war eine Vorkämpferin für die Frauen. Vor 137 Jahren wurde sie, Deutschlands erste First Lady, in Straßburg geboren. Noch während ihrer Studienzeit begann sie, politische Vorträge zu halten. Als Frauen 1919 das erste Mal wählen durften, engagierte sie sich im überparteilichen Ausschuss der Frauenverbände für die Wahlkampagne.

 

Mit 29 Jahren veröffentlicht sie ihr erstes Buch: „Bürgerkunde und Volkswirtschaftslehre für Frauen“. Im gleichen Jahr kommt ihr Sohn Ernst Ludwig zur Welt. Elly Heuss-Knapp bleibt berufstätig, unterrichtet stundenweise und schreibt für Zeitungen und Zeitschriften. 

 

1918 entwirft und textet sie Plakate, die Frauen zur Wahlbeteiligung aufrufen und kandidiert selbst für den Reichstag. Ihr Mann erhält im Nationalsozialismus Berufsverbot. In dieser Zeit ernährt Elly Heuss-Knapp die Familie, erfolgreich mit Werbetexten und –filmen. 1946 wird sie Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg, legt ihr Mandat aber nieder, als Theodor Heuss 1949 Bundespräsident wird.

 

Im gleichen Jahr lernt Elly Heuss-Knapp Dr. Antonie Nopitsch, Geschäftsführerin des bayerischen Mütterdienstes (heute: FrauenWerk Stein e.V.) kennen. Von ihr erfährt sie von der Not der Mütter. Zusammen und unter Einbezug von Vertreterinnen der evangelischen und katholischen Frauenverbände, der Frauengruppen des Deutschen Roten Kreuzes, der Arbeiterwohlfahrt und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes beschließen sie die Gründung eines gemeinsamen „Daches“ für Müttergenesung. Mit 20.000 Mark Stiftungskapital ist der Anfang des Müttergenesungswerks gemacht. Für die erste Werbekampagne leiht eine Bank 60.000 Mark. Elly Heuss-Knapp bürgt dafür mit ihrem Namen. Das zeigt, wie sehr sie hinter der Gründung stand. Das Müttergenesungswerk bezeichnete sie selbst einmal als „Krönung ihres Lebens“.

 

In der Sozialpolitik hat Elly Heuss-Knapp Spuren hinterlassen. Mit der Gründung des Müttergenesungswerks  wurde die Gesundheit von Müttern, ihre Belastungen und die Notwendigkeit von Kurmaßnahmen ein politisches Thema.

 

1989 ist es der Stiftung schließlich gelungen, diese Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Sozialgesetzbuch zu verankern. Heute sind Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und auch Väter- und Vater-Kind-Kuren Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

 

Mit dem Müttergenesungswerk wird heute eine verdienstvolle und würdige Preisträgerin geehrt.

 

Eine Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht. Und Elly Heuss-Knapp hat gesehen: Wer Hilfe sucht und braucht, bei dem dürfen Alter, Geschlecht und soziale Herkunft keine Rolle spielen. Das Müttergenesungswerk setzt Elly Heus-Knapps Gedanken täglich in seiner konkreten Arbeit engagiert um.

 

Ich gratuliere herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und wünsche, dass es das Müttergenesungswerk noch viele Jahre gibt, damit  Mütter und Väter ihre verantwortliche Aufgabe zum Wohle aller erfüllen können.

 

Sr. Dr. Lea Ackermann

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