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"Wollen wir in so einer Gesellschaft leben?"

11. 05. 2022

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

 

die Liberalisierung der Prostitution nimmt immer weiter Fahrt auf. Mittlerweile ist die Meinung Außenstehender wichtiger als die von Frauen, die (Zwangs)Prostitution er- und überlebt haben. Eindrücklich bewiesen hatte das Ende April das NDR-Talkformat „deep und deutlich“. Thema: „Bordellrepublik Deutschland: Land der unbegrenzten Freier?“. Huschke Mau war dort als Aussteigerin zu Gast. Als ihre Erfahrungen nicht mehr in das Bild der Gäste passten, bezichtigten sie Huschke Mau beispielsweise, dass sie Vergewaltigungen relativieren würde. Sie wurde dabei so eingeengt, dass sie aufstand, die Diskussion und das Studio schlussendlich verließ. Auch die Moderation griff nicht ein. Erst im Nachhinein fand die Moderatorin entschuldigende Worte dafür, dass Huschke Mau ihre Geschichte nicht erzählen konnte, ohne dabei von den anderen Gästen angegriffen zu werden.

Damit ihre Geschichte von möglichst vielen Menschen gehört und vor allem gelesen wird, möchten wir heute ihr Buch „Entmenschlicht - Warum wir Prostitution abschaffen müssen“ vorstellen.

 

„Hallo. Ich bin Huschke. Ich werde jetzt mit diesem Psycho ins Bett gehen. Ich werde es überleben, aber das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Magst du mich vielleicht begleiten? Denn ich möchte dir gern zeigen, was Prostitution ist. Was die Wahrheit über Prostitution ist.“ (S. 9)

 

Sie schreibt in dem 430-Seiten umfassenden Buch nicht nur über ihren persönlichen Werdegang, sondern bereitet Studien auf und nutzt diese, um für das Nordische Modell und die Abschaffung der Prostitution zu plädieren. Denn mit dem Nordischen Modell werden nicht die Frauen kriminalisiert, sondern die Freier, die die Frauen kaufen. Am Ende des Buches bleibt ihre Frage, die sie mehrfach im NDR-Format an die anwesenden Gäste stellte: „Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der Frauen als Ware verkauft werden?“ Denn das Thema Prostitution geht uns alle an – Huschke Mau appelliert an die Gesellschaft, dass sie sich entscheiden müsse, wie sie zu Prostitution steht.

 

Sie selbst floh mit 18 aus ihrem Elternhaus und schildert in ihrem Buch eindrücklich die Folgen von Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Niemand wollte ihr glauben, dass der Vater die Familie verprügelte und terrorisierte. So fiel sie durch das Raster, konnte durch die Blockadehaltung ihrer Eltern beispielsweise keine BAföG-Unterstützung für ihr Studium anfordern und landete schlussendlich traumatisiert in der Prostitution. Ihr erster Zuhälter war ein Polizist. Sie sagt jedoch, dass er nur einer von vielen Männern war, der ihr Gewalt antat. Mau macht insbesondere den Punkt stark, dass egal unter welchen Bedingungen Prostitution stattfindet, diese immer sexueller Missbrauch bleibe, – da sexueller Konsens nicht kaufbar ist. Insbesondere die mediale Berichterstattung würde dieses Bild aber zeichnen. Wie wir von SOLWODI setzt sie sich für Ausstiegsprogramme und gegen die Legalisierung des Sexkaufes ein. Wir wollen ebenfalls nicht weiter mit ansehen, wie vielen Frauen und Mädchen in der Prostitution täglich Gewalt angetan werden. Die Einführung des Nordischen Modells ist dabei ein unumgänglicher Schritt, der von der Bundesregierung endlich gegangen werden muss.

 

Das Buch „Entmenschlicht – Warum wir Prostitution abschaffen müssen“ von Huschke Mau kostet 19,95 € und ist 2022 im EDEL Books Verlag erschienen.

 

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