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Busia
Busia
Busia

Die Klimaschützerinnen: Female Climate Advocats

 

Ziele des Projekts

  • Vulnerable Frauen mit Wissen über Klimawandel, nachhaltige Landwirtschaft und alternative Bewässerung stärken, damit sie ihre Lebensgrundlagen langfristig sichern können

  • Aktive Teilhabe von schwangeren und alleinerziehenden Frauen an der Dorf- und Stadtgemeinschaft fördern, damit sie Anerkennung erfahren, sichtbar werden und neues Selbstvertrauen gewinnen

  • Sexuelle Gewalt sichtbar machen durch Dokumentation der Fälle und Schaffung eines starken Netzwerkes aus Unterstützung und Solidarität

Ausgangssituation

 

In Kenias äußerem Westen fehlt es in den Dörfern und Kleinstädten an Infrastruktur und Arbeitsplätzen – nicht zuletzt seitdem die Region schon zu Zeiten der Kolonialisierung aufgrund der willkürlichen Ziehung von Ländergrenzen durch europäische Mächte gespalten und ganze Familien getrennt wurden. 

 

Hinzu kommen die immer drastischeren Auswirkungen des Klimawandels, der die Menschen zusätzlich in die Städte zwingt, um ihre Chance auf ein Überleben zu erhöhen. In der Region Busia werden viele Kleinbäuerinnen und -bauern durch veränderte Regenzyklen, Dürren und Überschwemmungen zunehmend in Ernährungsnot gedrängt. Felder können nicht mehr wie bisher bewirtschaftet werden.

 

Was heißt das konkret?

 

SOLWOGIDI investiert in nachhaltige Bewässerungssysteme und moderne Lösungen für die Feldarbeit. Kleinbäuerinnen lernen in Schulungen, wie sie etwa Solarwasserpumpen für die Tröpfchenbewässerung ihrer Felder einsetzen können. Das erworbene Wissen geben sie anschließend an weitere Gemeindemitglieder weiter – so wächst die Wirkung über jede einzelne Frau hinaus.

 

An den Trainings nehmen unter anderem alleinerziehende Frauen sowie junge Mütter teil, die schwanger wurden oder bereits im Teenageralter ein Kind bekommen haben. Viele von ihnen erleben Ausgrenzung und Stigmatisierung. SOLWOGIDI Kisumu setzt bewusst auf gesellschaftliche Anerkennung: Gemeindevorstände und angesehene Persönlichkeiten werden in die Treffen einbezogen, um die Akzeptanz der Mütter zu fördern und ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung zu setzen.

 

Die Mitarbeitenden von SOLWOGIDI wirken als Brücke zwischen Behörden, Gemeindeleitungen und den Frauengruppen vor Ort. Da sexualisierte Gewalt stark tabuisiert ist und die Existenz vieler Frauen bedroht, werden gemischtgeschlechtliche Komitees aus geschulten Kleinbäuerinnen und weiteren Gemeindemitgliedern aufgebaut. Sie dokumentieren Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt und leiten diese an die zuständigen Stellen weiter.

DSC_0034_Urheberin Gudrun Angelis

Strukturelle Veränderungen herbeiführen

 

Seit etwa 2018 arbeiten SOLWOGIDI Kisumu und Butere zudem mit staatlichen Agricultural Research Institutes (ARI) in umliegenden Regierungsbezirken zusammen. Die ARI sind lokale Umweltbüros des Staates und für die Umsetzung nationaler Strategien Kenias zuständig, die eine nachhaltige und sozial gerechte Industrialisierung der Landwirtschaft zum Ziel haben.

 

In der Praxis scheitern viele dieser Vorhaben jedoch an fehlenden staatlichen finanziellen Ressourcen, insbesondere für die Ausbildung von Mitarbeitenden im Bereich nachhaltiges Community Management. Hinzu kommt, dass geplante Infrastrukturprojekte aufgrund struktureller Probleme und Korruption häufig zum Stillstand kommen.

 

SOLWOGIDI übernimmt in diesem Kontext eine zentrale vermittelnde Rolle: Mit sozialarbeiterischer Expertise unterstützt die Organisation die Vernetzung vulnerabler Frauen mit staatlichen Akteurinnen und Akteuren, macht auf strukturelle Herausforderungen in der Projektumsetzung aufmerksam und trägt dazu bei, staatliche Maßnahmen stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinden auszurichten

 

Das Projekt begegnet also auf besondere Weise ganzheitlich den vielfältigen Herausforderungen: Ausgrenzung, Klimawandel, Gewalt und wirtschaftliche Unsicherheit werden zusammen angegangen – mit Wissen, Solidarität und nachhaltigen Perspektiven. 

Bücher

Chronik_SOLWODI

30 Jahre SOLWODI Deutschland 1987 bis 2017 -

30 Jahre Solidarität mit Frauen in Not in Deutschland

 

Autorinnen: Sr. Dr. Lea Ackermann / Dr. Barbara Koelges / Sr. Annemarie Pitzl

Kalender

Nächste Veranstaltungen:

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20.​09.​2026