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SOLWOGIDI - Solidarity with Women and Girls in Distress

SOLWOGIDI ELDORET 

 

SOLWOGIDI Eldoret konnte im Jahr 2017 476 Erstkontakte zu jungen Frauen und Mädchen in Not herstellen. Von den Hilfesuchenden waren 353 unter 18 Jahren und 123 über 18 Jahre. Die Sozialarbeiterinnen konnten 419 junge Frauen in SHG vermitteln und dadurch 38 SHG aufbauen. Die anderen 57 Fälle mussten an weitere Institutionen vermittelt werden, da sie entweder nicht in die Zielgruppe von SOLWOGIDI Eldoret passten oder andere Betreuungsformate benötigten. 

Die Gründe der Anfragen waren verschieden, die Mehrheit der Frauen und Mädchen kamen in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. So mussten 36 Fälle von schwer unterernährten Kindern an Krankenhäuser vermittelt werden, zehn Fälle von Jiggers, ein Fall von Tuberkulose, bei drei Frauen wurde HIV/AIDS diagnostiziert und zwei weitere litten unter Geschlechtskrankheiten. Außerdem musste SOLWOGIDI vier Fälle von schwerem Missbrauch, zur sofortigen Behandlung, in Krankenhäuser einweisen. Zwei der Betroffenen waren Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren, die nachts von ihren betrunkenen Eltern ausgesetzt und dort von sechs Männern vergewaltigt wurden. Die Mädchen wurden in das Programm von SOLWOGIDI Eldoret aufgenommen und zählen zu den 300 Kindern, die dieses Jahr von der Organisation in Einzel-und Gruppensitzungen soziale und psychologische Betreuung erhielten. 
123 weitere Frauen wurden in Gruppensitzungen psychosozial beraten. Themen, die immer wieder während der Gespräche auftauchten waren: Familienprobleme, Teenager-Schwangerschaften, Vergewaltigungen, häusliche Gewalt, Menschenhandel etc. Während dieser Sitzungen öffnen sich die Klientinnen, weil sie realisieren, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind und wissen, dass sie sich in wertgeschätzter Obhut und in einem sicheren Umfeld befinden. Dadurch konnten sich 35 Frauen anvertrauen, dass sie Opfer von Menschenhandel sind; 94 gaben an, dass sie unter geschlechtsspezifischer Gewalt leiden, 246 Frauen und Mädchen gaben zu, in der Armutsprostitution zu leben und wissen nicht, wie sie alternatives Einkommen generieren sollen. 77 weitere bestätigten regelmäßig von ihren Partnern, Eltern oder Ehemännern misshandelt zu werden. Zwei  Fälle von Zwangsehe und elf Kinderehen sowie neun Fälle von Kinderarbeit konnte SOLWOGIDI Eldoret aufdecken. 
Nur mit Hilfe der 60 ehrenamtlich engagierten Peer Educators, die im Zuge des BMZ Projekts: „Eindämmung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung von Frauen und Mädchen durch Prävention und Reintegration im Westen Kenias" (2013-2016) ausgebildet wurden, konnte eine umfassende (Nach-)Betreuung aller SHG gewährleistet werden. 
213 Hausbesuche wurden durchgeführt, um die Lebenssituation der Klientinnen vor Ort besser einzuschätzen. Dabei stellte sich heraus, dass besonders die von Armutsprostitution betroffenen Mädchen (neun) Vollwaisen waren oder von ihren Familien sich selbst überlassen wurden. Sie suchten sich Unterschlupf bei wohlmeinenden Freunden oder Familienangehörigen, die aber nicht für den Lebensunterhalt der Mädchen aufkommen können oder wollen. Das zwingt die Mädchen dazu, bereits als Minderjährige Geld verdienen zu müssen, dadurch werden sie in die Armutsprostitution gedrängt.

 

 

 

Neben der laufenden sozialpädagogischen Arbeit konnte SOLWOGIDI mit dem BMZ Projekt: "Armutsreduzierung und Empowerment von Frauen und Schüler*innen durch agrarwirtschaftliche Schulungen in West-Kenia" beginnen. Kofinanziert wird das Projekt dankenswerter Weise wieder durch die Agnes Philippine Walter Stiftung.

 

Drei Field Coordinators betreuen die teilnehmenden SHG und Young Farmer Clubs an den im Projekt kooperierenden Schulen. 2017 konnten acht SHG aufgebaut werden, mit insgesamt 168 Frauen. Die SHG nahmen an einem Orientierungsworkshop sowie an einer Markt- und Bodenanalyse teil und erweiterten damit ihr Wissen im Bereich der Land-und Agrarwirtschaft. Jede SHG konnte nach den ersten Schulungen nun selbstständig auswählen, welche Pflanzen sie auf den kostenfrei zur Verfügung gestellten Schulungsflächen anbauen möchten. Außerdem lernten die Frauen, wie sie ökologischen Dünger (Kompost) herstellen und diesen richtig einsetzen. 
Neben dem BMZ Agrarprojekt führt SOLWOGIDI Eldoret ihre Arbeit im Vocational Trainings Center fort, das ebenfalls durch das BMZ (2013-16), der Agnes Philippine Walter Stiftung sowie dem Kindermissionswerk „Sternsinger“ finanziert wurde und seitdem vielen jungen Frauen eine Ausbildung ermöglichte. 2017 nahmen 98 junge Frauen an den Ausbildungskursen teil. Davon waren 55 im Bereich Friseur und Kosmetik aktiv, 33 wurden im Schneiderhandwerk ausgebildet und 20 durchliefen die Ausbildung in der Herstellung von Schmuck, Taschen, Sandalen etc. Am 28.07.2017 feierte SOLWOGIDI die Absolventinnen der Kurse des Vocational Centers bei der feierlichen Übergabe ihrer Zeugnisse. Insgesamt schlossen 40 Frauen die Berufsausbildung erfolgreich ab und 80% sind bereits in Anstellungen vermittelt oder eröffnen ihre eigenen Läden. 

 

Netzwerk- und Kooperationsarbeit sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit. 2017 nahmen die Mitarbeiterinnen an acht Stakeholder-Treffen, 16 Netzwerktreffen und drei Chief Barazas teil. Außerdem führte SOLWOGIDI Eldoret regelmäßig Outreach Aktivitäten durch. Dabei handelt es sich um Schulungs- und Informationskampagnen. die über Armutsprostitution, Menschenhandel, HIV/AIDS usw. aufklären. Besonders vor den Wahlen im August beteiligte sich SOLWOGIDI Eldoret aktiv an der Gestaltung von friedlichen Prozessen in ihrer Gemeinde und nahm an Friedensmärschen und anderen Großveranstaltungen teil.

Durch das Kooperationsprojekt mit der Aktion Regen konnten die Mitarbeiterinnen geschult werden, Frauen bei der Familienplanung zu beraten und Verhütungsmöglichkeiten vorzustellen. Auch konnte SOLWOGIDI Eldoret in Kooperation mit dem Rückkehrprogramm von SOLWODI Deutschland und der GIZ drei Rückkehrerinnen aus Deutschland betreuen und wird sie dabei begleiten, sich in ihren Heimatregionen zu reintegrieren.

 

SOLWOGIDI KISUMU 

Die Organisation war in den Regionen Kisumu, Butere und Busia aktiv. Die hauptsächlichen administrativen Tätigkeiten wurden aus Sicherheitsgründen von Kisumu nach Busia verlegt, denn besonders hier kommt es zu schweren ethnisch begründeten Gewaltausbrüchen. In Busia muss das Büro nun nicht mehr von Sicherheitskräften bewacht werden und die Gefahr von Einbrüchen und Überfällen ist geringer.

 

Geleitet wird SOLWOGIDI nach wie vor von Elizabeth Akinyi und zwei Mitarbeiterinnen. Darüber hinaus wird SOLWOGIDI von drei Community Facilitators sowie 15 Peer Educators unterstützt, die vor allem in Kisumu aktiv sind und die Arbeit vor Ort weiterführen. Sie leiten dort Aufklärungsmaßnahmen und führen in regelmäßigen Abständen Nachbetreuungsbesuche bei den 18 Selbsthilfegruppen durch. Auch gibt es am Standort Kisumu 30 Tujikinge Clubs an sechs Schulen, die im Rahmen des vergangen BMZ Projekts: „Eindämmung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung von Frauen und Mädchen durch Prävention und Reintegration im Westen Kenias" 2013-2016 entstanden sind und bis heute weitergeführt werden. An diesen Schulen wurde ein "Auffrischungstraining" durchgeführt, wobei die bestehenden Clubs neue Informationen und Materialien erhielten. Die Clubs widmen sich der Aufklärung von Schüler*innen und werden befähigt, Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu erkennen. 2017 konnte SOLWOGIDI Kisumu das BMZ Projekt: "Armutsreduzierung und Empowerment von Frauen und Schüler*innen durch agrarwirtschaftliche Schulungen in West-Kenia.", starten. Darüber konnten bisher 270 junge Frauen und 300 Schulkinder, die zu 12 Young Farmer Clubs zusammengestellt wurden, erreicht werden. Mit Hilfe von sechs Field Coordinators wurden die 18 SHG und die am Projekt beteiligten Schulen betreut, die im ständigen Austausch mit SOLWOGIDI stehen. 

 

 

 

Neben ihrer Arbeit im BMZ Projekt widmeten sich die Sozialarbeiterinnen auch weiterhin der Beratung und Straßensozialarbeit. 2017 erhielten 87 Frauen und Mädchen psychosoziale Unterstützung. Von diesen 87 Klientinnen konnten zehn eine Prozesskostenbeihilfe erhalten und damit vor Gericht gegen ihre Täter (Menschenhändler, Vergewaltiger etc.) aussagen. 15 wurden an medizinische Einrichtungen vermittelt, da ihr Gesundheitszustand sehr schlecht war. Bei fünf Frauen wurde HIV/AIDS diagnostiziert, fünf weitere litten an Malaria und mussten dementsprechend behandelt werden. Bei einer Klientin wurde Tuberkulose diagnostiziert, zwei weitere litten unter Geschlechtskrankheiten und zwei Kinder mit schwerer Unterernährung wurden in ein Krankenhaus eingewiesen. 40 der 87 Frauen leben in der Armutsprostitution, elf wurden zur Ehe gezwungen und 14 Mädchen unter 18 Jahren waren von Kinderehen betroffen. Fünf Opfer von Menschenhandel wurden identifiziert, drei von ihnen konnten zurück in ihre Familien integriert werden. 

 

Aufklärungsarbeit und Besuche der Klientinnen in ihrem häuslichen Umfeld sind ebenfalls sehr wichtig, um mit den Frauen intensiv ins Gespräch zu kommen und ihre tatsächliche Lebenssituation besser kennenzulernen. Oft wird dabei deutlich, dass die Frauen ihre Situation beschönigen und verheimlichen, dass sie in der Armutsprostitution tätig sein müssen und ihre Kinder nicht ausreichend ernähren können. 

 

2017 unterstützte SOLWOGIDI 20 junge Frauen darin, dass sie eine Berufsausbildung absolvieren konnten. In Butere waren es zehn junge Frauen, die in einem vom Bistum Hildesheims geförderten Projekt an einer Ausbildung zur Schneiderin teilnahmen. Im Rahmen des Projektes wird auch ein revolvierender Fonds in Höhe von 1.500 € eingerichtet. Dieser Fonds wird dann auch anderen Frauen zu einer Ausbildung verhelfen und wird ihnen nach ihrer Ausbildung helfen, ihre eigenen Geschäfte aufzubauen. Schrittweise müssen sie dieses Darlehen dann wieder in den Fond zurückzahlen. Um den Erfolg zu gewährleisten, absolvierten die Frauen bereits Schulungen im Bereich "Business Skills und Management". Zehn weitere junge Frauen aus Busia konnten ebenfalls eine SHG gründen, die sich im Schneiderei- und Friseurbereich weiterbilden. Die SHG, die nicht in das BMZ Projekt eingebunden sind, werden ebenfalls weiter geschult und betreut. Eine Gruppe führt z.B. Table Banking, das sie im Rahmen des BMZ Projekts von 2016 lernten, konsequent weiter und können somit immer wieder ihre Mitglieder bei eigenen Geschäftsideen unterstützen (Hühnerzucht aufbauen etc.). Der Selbsthilfegruppenansatz ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOLWOGIDI Kisumu, da hier eine sehr große Wirkung und Nachhaltigkeit erzielt wird. Die Frauen treffen sich regelmäßig, tauschen sich aus, motivieren und kontrollieren sich aber auch gegenseitig. So ist es einer der größten Erfolge von  SOLWOGIDI Kisumu, dass immer mehr SHG gegründet werden und diese in den meisten Fällen erfolgreich zusammenbleiben. 

 

Acht Schulmädchen wurden durch Spenden von Einzelpersonen darin gefördert, eine Secondary School zu besuchen. Sie erhielten nicht nur die Kosten für Schulgebühren, Examen und Bücher, sondern in zwei Fällen auch die Transportkosten erstattet, damit sie sicher zu ihrer Schule gelangen. 
Eine Rückkehrerin aus Deutschland konnte in Kooperation mit dem SOLWODI Rückkehrprojekt erfolgreich in ihre Heimatregion integriert werden und startete bereits ihr Hühnerzuchtprojekt, das SOLWOGIDI Kisumu begleitet. 

SOLWOGIDI Malindi 

SOLWOGIDI wird in Malindi von Elizabeth Nafula  geleitet. Unterstützt wird sie dabei ehrenamtlich von Janet Mwamure und von Shafi Said. 
2017 wurden in Malindi insgesamt 190 Mädchen und junge Frauen beim Fußballspielen betreut. Um die Vielzahl der Spielerinnen umfassend zu begleiten sowie deren Entwicklung zu dokumentieren, wurden acht Fußballkoordinatoren eingesetzt. Diese Männer und Frauen trainieren die Mädchen und sind deren Ansprechpartner*innen bei Problemen und Sorgen. Sie stehen in einem engen Kontakt zur Leiterin.

 

Neben Trainings führte SOLWOGIDI neun Life Skills Trainings durch. Darüber wurden 174 Klientinnen erreicht, aufgeklärt und darin bestärkt, ihr Leben selbstbewusst zu leben, Entscheidungen zu treffen und für diese auch die Verantwortung zu übernehmen. Während der psychosozialen Beratungssitzungen, die im Rahmen der Life Skills Trainings mit 71 Klientinnen durchgeführt werden konnten, sprachen alle Klientinnen über ihre Sehnsucht nach einem liebevollen Elternhaus. Viele der jungen verzweifelten Frauen leiden unter geschlechtsspezifischer Gewalt (sieben), häuslicher Gewalt und Missbrauch (31) sowie Zwangsehen (acht). Dazu waren fünf Klientinnen in die Armutsprostitution gedrängt worden. Um diese Situationen zu verändern und für die Mädchen zu verbessern, ist es den Mitarbeiterinnen wichtig, nicht nur mit den Betroffenen zu arbeiten, sondern auch mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. SOLWOGIDI führte daher 67 Haus- und Nachbetreuungsbesuche durch, bei denen die Eltern aufgeklärt und sensibilisiert wurden. Dazu wird ein guter Kontakt zu den Schulen und dem dortigen Lehrpersonal gepflegt, um den Austausch zwischen Eltern und Lehrkräften anzuregen. Die Ermunterung zum Dialog ist wichtig, da viele Eltern die Erziehung zunehmend in die Hände des Lehrpersonals legen und ihre Kinder stark vernachlässigen. 

 

Um auch weiterhin viele Menschen zu erreichen und besonders junge Frauen und Mädchen zu stärken, baut SOLWOGIDI seit 2017 ein Mentorinnenprogramm auf. Die Mentorinnen sind junge Frauen, die bereits sehr erfolgreich sind und von den jungen Klientinnen als Vorbilder wahrgenommen werden. Sie teilen ihre Erfahrungen im Bereich Ausbildung, Karriereplanung und -erfolg mit den jungen Klientinnen. Das Programm soll die Mädchen dazu anregen, gut zu lernen und sich in der Schule zu engagieren. Außerdem sollen die Klientinnen verstehen, dass sie ihren Lebensweg selbst beeinflussen können und nicht unweigerlich den Armutskreislauf ihrer Mütter wiederholen müssen.

2017 wurden 35 junge Frauen als Mentorinnen in das Programm aufgenommen. Sie alle eignen sich, weil sie sich engagieren möchten und weil sie charakterlich stark und persönlich erfolgreich sind, um als Vorbilder akzeptiert zu werden. Die jungen Frauen wurden bereits in Workshops auf ihre künftige Rolle vorbereitet und werden Anfang 2018 zum ersten Mal aktiv. 

 

Bildungsförderung ist ein weiterer Pfeiler des ganzheitlichen Konzepts von SOLWOGIDI. 2017 wurden 20 Mädchen darin unterstützt die Schule zu besuchen, zwei die Primary School, 14 die Secondary School und drei junge Frauen nahmen an einer Berufsausbildung teil. 13 Mütter der Secondary School Kinder kamen zu einer für sie organisierten Veranstaltung. Hier wurden sie über aktuelle Themen aufgeklärt und für die Belange ihrer Töchter sensibilisiert. Das Treffen bot den Müttern aber auch die Gelegenheit, sich Rat und Unterstützung bei den Mitarbeiterinnen zu holen. Nach dem Treffen waren alle Teilnehmerinnen hoch motiviert, ihre Töchter besser zu unterstützen und ihr Leben zu ordnen. Das Programm von SOLWOGIDI Malindi wird durch die Förderung der Agnes Philippine Walter Stiftung ermöglicht. 

Neben der sozialpädagogischen Arbeit in der Gemeinde begleitete Elizabeth Nafula den Bau einer ECD-Schule, die durch die Reiner Meutsch Stiftung FLY&HELP finanziert wurde. Der Bau konnte, trotz der angespannten politischen Situation in Kenia, 2017 fertig gestellt werden. Anfang 2018 werden dort Kinder von 3 bis 7 Jahren die Möglichkeit haben, eine Vorschule zu besuchen und erhalten damit eine gleichberechtigte Chance, später auf eine Primary School zu gehen. Auf dem Gelände der ECD-Schule ist genug Platz, um auch im Bereich der Agrarwirtschaft und Selbsthilfegruppenarbeit aktiv zu werden.

SOLWOGIDI konnte, finanziert durch den Spendenlauf des Adelheid-Gymnasiums in Bonn, einen revolvierenden Fond in Höhe von 1.000 € einrichten. Dazu haben sich 15 jungen Fußballerinnen zusammengetan. Sie möchte durch den Anbau von Gemüse zunächst ein eigenes Einkommen erwirtschaften, um dann später einmal über den revolvierenden Fond auch junge Frauen und Mädchen in Not zu fördern. Hier konnte Elizabeth Nafula ihr Wissen weitergeben, das sie sich bei den agrarwirtschaftlichen Schulungen während ihres Aufenthalts in Deutschland 2016, bei der Gartenbauingenieurin Heike Boomgaarden, angeeignet hat. So konnte sie erklären, wie Saatgut auszuwählen ist und wie dieses entsprechend der schwierigen Bodenverhältnisse in Malindi zu pflegen und zu ernten ist.

 

 

Die jungen Frauen schafften es bereits so viel zu ernten, um in den revolvierenden Fond zurückzuzahlen und erneut Saatgut anzuschaffen. Das Wasser für die Arbeit bekamen die Frauen aus dem Brunnen, der dank einer großzügigen Einzelspende gebaut werden konnte und auch in Zukunft den ECD Schüler*innen zu Gute kommen wird sowie der ganzen angrenzenden Dorfgemeinde. 

 
Workshop „Sexualaufklärung“  im SOLWOGIDI-Büro in Butere 


Im Rahmen der „Aktion Regen“ fand am 30. September 2017 im SOLWOGIDI-Büro in Butere, Western Kenia, ein Workshop zum Thema Sexualaufklärung statt, an dem 17 (junge) Frauen und drei Männer teilnahmen. 
Die „Aktion Regen“ ist eine österreichische Initiative, die 1989 von der Wiener Frauenärztin und Entwicklungshelferin Dr. Maria Hengstberger begründet wurde. Der Name Regen steht stellvertretend für das Wissen, das wie Wasser zu den Wurzeln sickern soll, damit Menschen die Möglichkeit erhalten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Um Wissen zu vermitteln, setzt das Projekt auf die Aus- und Fortbildung von Rain Workern, die ihr Wissen an Menschen in ihrem Land weitergeben. Geschult wurden in diesem Rahmen auch die Mitarbeiterinnen von SOLWOGIDI, Rebecca Lukale und Elizabeth Nyambura.
Die Ziele der „Aktion Regen“ sind insbesondere: die Förderung der Mutter-Kind-Gesundheit, die Reduzierung der Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen. Dies möchte sie u.a. durch Informationen zu bewusster Familienplanung und Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten, Geburt und Schwangerschaft erreichen. 
Der Workshop in Butere wurde von der Rain Workerin Margaret von „Aktion Regen“ geleitet. Die SOLWOGIDI-Mitarbeiterinnen Elizabeth Nyambura (Leiterin von SOLWOGIDI, Eldoret) und Rebecca Lukale (Sozialarbeiterin bei SOLWOGIDI Butere) begleiteten ihre Klientinnen bei diesem Workshop. 
Den Teilnehmer*innen wurden verschiedene Verhütungsmethoden und –mittel erläutert und auch die von Dr. Hengstberger entwickelte „Geburtenkontrollkette“ vorgestellt. Diese Kette besteht aus 28 Perlen verschiedener Farben. Jede Perle steht für einen Tag im weiblichen Zyklus und die Farbe zeigt an, ob es sich um einen fruchtbaren oder sicheren Tag handelt. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass Familienplanung ein Thema ist, das sowohl Männer als auch Frauen angeht und dass über Aufklärung in der Familie so früh wie möglich gesprochen werden soll, spätestens, wenn die Töchter und Söhne in die Pubertät kommen.   
Der Workshop behandelte auch die Themen Geburt, Gesundheit, soziale Verantwortung sowie Teenager-Schwangerschaften mit ihren möglichen Folgen wie Schulabbruch, Geburtskomplikationen sowie mangelnde Zukunftsperspektiven für Mutter und Kind.
 

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AKTUELLES
 
Weltkongress 2019
 

Vom 2. bis 5. April 2019 richtet SOLWODI Deutschland einen internationalen Kongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen an der Universität Mainz aus, in Kooperation mit CAP International (Coalition against Prostitution) und „Armut und Gesundheit e.V.“, Mainz.

 

Ausschreibung zum 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

 

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung in Boppard