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OKOA SASA - Help me!

 

Bei OKOA SASA arbeiten neben der Leiterin Grace Odembo noch zwei Sozialarbeiterinnen, Grace Moni und Njema Rispher, darüber hinaus engagieren sich 18 Ehrenamtliche. 399 Erstkontakte verzeichnete OKOA SASA 2017, davon waren 228 Hilfesuchende unter 18 Jahren und 171 über 18 Jahre alt. Nach den ersten psychosozialen Beratungssitzungen stellte sich heraus, dass 113 junge Frauen und Mädchen von der Armutsprostitution betroffen sind und 85 unter geschlechtsspezifischer Gewalt litten und 60 Kinderehen wurden aufgedeckt. Bei 50 Klientinnen, meist Kindern, stellte sich heraus, dass sie Vergewaltigungsopfer waren, 28 mussten umgehend in Krankenhäuser eingeliefert werden. 

 

 


Oft muss OKOA SASA zunächst medizinisch unterstützen, als Grundvoraussetzung für eine anschließende Therapie. Die medizinischen Fälle waren: Unterernährung bei 121 Kindern; 125 Frauen und Kinder sind Malaria und 50 HIV/AIDS infiziert; 66 litten an Geschlechtskrankheiten; 14 an Tuberkulose und 20 an Jiggers. OKOA SASA begleitete sechs junge Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes. Hier handelt es sich um Minderjährige, die von ihren Eltern verstoßen und von den Vätern der Kinder verlassen wurden. 

 

 

 

OKOA SASA vertritt und unterstützt auch junge Frauen und Mädchen bei rechtlichen Belangen. Allein 120 erstatteten 2017 eine Anzeige bei der Polizei, dadurch konnten acht Täter (Vergewaltigung, Menschenhandel) erfolgreich angeklagt und vor Gericht gestellt werden. Sie wurden für schuldig befunden und müssen nun lange Haftstrafen verbüßen. Für die schwer traumatisierten Frauen und Kinder sind diese Prozessgewinne von unschätzbarem Wert. Sie erfahren, dass sie keine Schuld trifft, sie Rechte haben und diese auch zur Anwendung kommen. 25 noch laufende Gerichtsverfahren wird OKOA SASA weiter betreuen. 

 

Prostitution ist in Kenia per Gesetz verboten. Die Notleidenden sind die Frauen, die keine andere Möglichkeit haben. OKOA SASA setzte sich für 60 Frauen ein, die wegen Prostitution im Gefängnis saßen. Die Notversorgung der Kinder dieser Frauen ist oft der erste wichtige Schritt, den die Sozialarbeiterinnen unternehmen müssen, da die Kinder meist allein zu Hause zurückgelassen oder notdürftig bei Verwandten untergebracht werden. Diese Kinder sind gefährdet, Opfer von Menschenhandel, Kinderarbeit und Zwangsprostitution zu werden. Besonders hier kann OKOA SASA Aufklärungs-, Interventions-, und Präventionsarbeit leisten, damit die Kinder nicht in noch größere Not geraten.  

Im Rescue Center von OKOA SASA fanden 43 Kinder Schutz und Sicherheit. Sie waren schweren Vernachlässigungen ausgesetzt und sexuell misshandelt. Alle 43 Kinder konnten rehabilitiert werden. 30 können schrittweise am normalen Leben teilnehmen. Neun Kinder konnten wieder in ihre Familien integriert werden.

 

Kinder im Schutzaus Jungen  Mädchen Gesamt
Gerettet und im Schutzhaus untergebracht  14 29 43
in ihre Familien reintegriert 3 6 9
In Pflegefamilien integriert  6 15 21

       
So konnte bspw. OKOA SASA drei Kinder wieder mit ihrer leiblichen Mutter zusammenbringen. Der Vater wurde aufgrund schwerer Körperverletzung eines Nachbarn verhaftet und die Kinder von der Polizei an OKOA SASA übergeben. Nachdem die traumatisierten Kinder im Rescue Center sicher untergebracht waren, recherchierte OKOA SASA zu den Lebensumständen der Familie. Das heißt, dass die Mitarbeiterinnen in die Gemeinden und Slums fahren, um vor Ort Informationen einzuholen. Im beschriebenen Fall lebten die Eltern in Scheidung und die Ehefrau wurde gezwungen, die Kinder bei ihrem gewalttätigen Mann zurückzulassen. OKOA SASA machte die Mutter ausfindig und konnte die Kinder mit ihrer Mutter zusammenbringen. Die Familie wird noch nachbetreut, dabei wird sowohl die Mutter beraten als auch das Wohl der Kinder überprüft. 

 

Auch engagiert sich OKOA SASA für den Zugang zu Bildung für benachteiligte Kinder. Dank der Stiftung Froschkönig wurden sieben Straßenkinder gefördert. Sie waren überglücklich, dass sie endlich eine Schule besuchen dürfen. OKOA SASA sieht eine große Wirkungskraft in frühen Aufklärungsmaßnahmen, besonders bei Kindern im schulfähigen Alter und deren Eltern. Daher werden regelmäßig Aufklärungsmaßnahmen durchgeführt. 2017 kooperierte OKOA SASA mit drei Schulen, die an zwei Tagen u.a. über HIV/AIDS, Verhütung und geschlechtsspezifische Gewalt aufgeklärt wurden. Auch Eltern wurden in diese Maßnahmen einbezogen. Insgesamt konnten darüber 900 Schüler*innen und 550 Eltern erreicht werden. 

 

Auch im Bereich der einkommensschafenden Maßnahmen ist OKOA SASA aktiv. Dank ELAN e.V. konnten 15 junge Frauen mit einer Ausbildung im Bereich des Schneidereihandwerks beginnen. Sie lernen neben dem Schneidern von Kleidung, auch für die ECD Schülerinnen Schul- und Abschlussuniformen herzustellen. Die Frauen haben sich den Namen 'CHEKA NA WAREMBO’ "Den Mädchen ein Lächeln schenken", gegeben. Neben der handwerklichen Ausbildung werden sie auch geschult, wie sie nach Abschluss der Ausbildung 2018 ihre eigenen Geschäfte aufbauen und sich über Sparsysteme gegenseitig Geld leihen können. OKOA SASA verfolgt somit in all ihren Bereichen immer einen nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatz, um möglichst vielen Mädchen und Frauen wieder ein fröhliches Lächeln schenken zu können. 
 

Early Childhood Education - Vorschulbildung für bedürftige Kinder 

 

 

Frühkindliche Bildung für besonders schutzbedürftige Kinder konnte auch 2017 weiter ausgebaut werden. 

 

OKOA SASA: "Happy Dream School"


In Mombasa unterstützte die Sir Peter Ustinov Stiftung  75 Kinder, um die ECD-Schule zu besuchen und vier begabte Mädchen, damit sie eine Primary School besuchen können. Anfang des Schuljahres gingen noch 81 Kinder in die ECD-Schule. Im Zuge der Präsidentschaftswahlen  und den damit einhergehenden Aus-schreitungen und Unsicherheiten, gingen viele Familien vorrübergehend in ihre Heimatregionen zurück, weil sie dort mehr Schutz für sich und ihre Kinder erhofften. Da die Sicherheit auch nach den wiederholten Wahlen im Oktober 2017 nicht wieder ganz hergestellt wurde, zählte OKOA SASA zum Berichtszeitpunkt 72 Kinder, die in ihre Klassen zurückgekehrt waren. Alle zwölf Kinder der dritten Kindergartenklasse beendeten trotzdem erfolgreich die ECD-Schule. Zehn von ihnen können 2018 auf eine Primary School wechseln. Neben dem allgemeinen ECD Programm (Alphabet und Zahlen lernen, Schreiben und Lesen), arbeitet OKOA SASA mit "Lernen durch Spielen", in dem kreative Angebote im Vordergrund stehen. Da viele ECD-Schüler*innen nach dem Unterricht noch in der Schule bleiben, bis sie abgeholt werden, war es sinnvoll und notwendig dieses Programm einzuführen. Viele Mütter müssen bis zum späten Nachmittag arbeiten und werden dadurch entlastet, dass die ECD Schule die Kinder betreut. Eine staatliche Kinderbetreuung, wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es in Kenia nicht. 

 

SOLWOGIDI in Butere

 

In West-Kenia gibt es zwei Standorte an denen kostenlose ECD-Bildung angeboten wird. Der Standort in Butere wird ebenfalls finanziell von der Sir Peter Ustinov Stiftung unterstützt. Auch hier konnten 75 Kinder die Vorschule besuchen, erhielten eine warme Mahlzeit sowie Unterrichtsmaterial und eine Schuluniform. Alle elf Kinder der letzten Klasse konnten erfolgreich die ECD-Schule abschließen. Da die Sozialarbeiterin eine gute Beziehung zu angrenzenden Primary Schools unterhält, konnten alle elf Kinder dorthin vermittelt werden. Auch hier erhalten elf Mädchen aus besonders vulnerablen Verhältnissen eine finanzielle Unterstützung, um die Primary School besuchen zu können. Ohne die Unterstützung könnten sich ihre Familien keine Schuluniform für sie leisten, die Voraussetzung ist, um in die Schule zu gehen. Auch für diese Kinder ist das Schulessen von großer Bedeutung, viele von ihnen können zu Hause nicht ausreichend ernährt werden und sie sind dankbar, dass dieses Programm ihnen auch dazu verhilft, dem Unterricht zu folgen und nicht vor Hunger einzuschlafen. 

 

In Butere fand mit den Kindern der ECD-Schule auch ein kleines Gardening Projekt statt. Die Kinder lernten hier außerhalb ihres Klassenraums spielerisch, wie der Anbau von Pflanzen und das Anlegen von Gemüsegärten funktioniert. Dabei lernten sie auch, einen Kompost anzulegen und welche Pflege die Pflanzen benötigen. Die körperliche Arbeit, das gemeinsame Agieren und die Ernte nach einer Pflanzperiode machten viele Kinder stolz und fröhlich. Rebecca Lukale, Leiterin des Projekts, konnte hier ihr umfangreiches Wissen weitervermitteln, das sie bei den Schulungen in Deutschland durch Heike Boomgaarden 2016 gewonnen hatte.

 

SOLWOGIDI in Eldoret


Auch in Eldoret, wo die ECD-Klassen am Berufsbildungszentrum eingerichtet wurden, nahmen 79 Kinder an der Vorschulbildung teil. 19 Kinder absolvierten erfolgreich die letzte Kindergartenklasse und haben nun eine gute Grundlage, um eine Primary School besuchen zu können. Von SOS-Kinderdörfern erhielt der Standort eine Spende von fünf Boxen mit LEGO-Spielsteinen. Das Geschenk hat die Kinder, die es nicht gewohnt sind, mit gekauften Spielsachen zu spielen, sehr glücklich gemacht und nebenbei konnten sie sich kreativ ausleben. Für die oft traumatisierten Kinder, deren Mütter in der Armutsprostitution leben müssen, ist dies die einzige Zeit am Tag, an der sie einfach Kind sein dürfen, nicht im Haushalt helfen müssen oder von ihren älteren Geschwistern betreut werden. In Eldoret konnten gute Beziehungen zum Gesundheitsministerium aufgebaut werden, sodass die Kinder einmal pro Jahr eine Polioimpfung erhalten und Vitamin A verabreicht bekommen. Dies hat die Gesundheit der Kinder sehr verbessert. 

 

Alle drei Standorte führten Abschlussfeiern für die Kinder durch. Diese Feiern werden besonders von anderen Schulen und Bildungsminister*innen wahrgenommen. Das nutzen die Organisationen, um auf die Problematik der Kinder aus vulnerablen Verhältnissen aufmerksam zu machen und auf die hohen versteckten Kosten einer Primary School.

 

Mit der Abschlussfeier erleben die Kinder einen besonderen und unvergesslichen Tag. Außerdem erfahren sie, dass Fleiß belohnt wird und wie schön es ist, wenn sie einmal im Mittelpunkt stehen und von Familien, Freunden und sogar lokalen Regierungsvertretern, Vertretern der Kirche etc. gefeiert werden. Die Kinder führen kleine Theaterstücke und Tänze auf und sie tragen ihre Abschlussuniformen, die in Anlehnung an amerikanische Universitäten angefertigt werden. In Eldoret schneidern diese die Schneiderinnen, die sich gerade in der Ausbildung befinden und auch an den anderen ECD-Standorten soll das in Zukunft so gehandhabt werden. Die Abschlussuniformen erhalten die Kinder kostenlos und die Schneiderinnen nutzen die Gelegenheit, um für sich zu werben und mit potentiellen Kunden und Abnehmer*innen ins Gespräch zu kommen.  

 


Zwei Erfolgsgeschichten

 

 

Was 50€ bewirken können

 

Während einer Projektbetreuungsreise 2016 lernten wir in dem kleinen Städtchen Butere, das gerade einmal 4.700 Einwohner*innen zählt, Doreen kennen. Die Stadt ist ländlich geprägt, die vielen Kleinbauern pflanzen hauptsächlich Mais an.

 

Frauen haben es hier besonders schwer. Entweder müssen sie bereits als Kind auf den Feldern der Eltern aushelfen und versäumen daher die Schule oder die Bildung ihrer Brüder hat Vorrang. Doreen hat ähnliches erlebt, sie konnte lediglich die Primary School besuchen, damit war ihre Schulbildung recht schnell abgeschlossen. Das notwendige Geld für die weiterführende Schule konnte die Familie nicht aufbringen. 
Doreen erhielt jedoch die Gelegenheit an einem Lehrgang für Schneiderinnen, der von SOLWOGIDI Kisumu ausgerichtet wurde, teilzunehmen, den sie 2015 erfolgreich beendete. Danach bekam sie eine kleine Anstellung nach der anderen, sie wurde schlecht bezahlt, von den etablierten Schneidereien bekam sie oft nur ein kleines Entgelt für die angefertigten Stücke. Oft reichten ihre Einnahmen nicht einmal für ihre Miete. Doch Doreen sparte hartnäckig und es gelang ihr, kleine Rücklagen anzulegen. So schaffte es aus eigener Kraft, einen preisgünstigen Raum anzumieten, der an einer unbefestigten und sehr wenig befahrenen Straße lag. Auch konnte sie sich eine Nähmaschine mieten, mit der sie hoffte, möglichst viele Aufträge zu bearbeiten. Die Aufträge kamen jedoch nur schleppend, da die Straße abgelegen lag. Neben der Miete für den Raum (20 € pro Monat) musste sie auch die Miete für die Nähmaschine (25 € pro Monat) zahlen. Wir fragten Rebecca Lukale, die Sozialarbeiterin vor Ort, wie teuer eine Nähmaschine in Kenia ist und erfuhren, dass die Kosten für eine gebrauchte Maschine bei 50 € bis 70 € liegen. 


Nun wurde eine Vereinbarung getroffen, dass Doreen eine Maschine vorfinanziert bekommt und dafür monatlich 500 Ksh (also ca. 5 €) abzahlen muss, bis ihr die Maschine gehört. Seitdem ist ein Jahr vergangen. Rebecca Lukale konnte berichten, dass es Doreen sehr gut geht, sie hat es tatsächlich geschafft jeden Monat 5 € zurückzuzahlen. Durch die Rückzahlung wurde es nun einer anderen jungen Frau, Jackeline, ermöglicht, eine Nähmaschine zu kaufen. Währenddessen konnte Doreen einen Laden in dem Einkaufzentrum von Butere mieten, was ihr nun viele zusätzliche Aufträge einbringt. Da sie Jackeline von den Scheiderinnen-Schulungen kennt, hat sie ihr angeboten, zunächst mit in ihrem Laden zu schneidern, bis Jackeline selbst einen Raum für sich gefunden hat. Auch Jackeline wird den vorgestreckten Betrag von 50  € wieder abbezahlen und so kann Rebecca Lukale in einem Jahre wieder eine andere junge Frau fördern. 


Eine kleine Investition von 50€ hat so bereits geholfen, zwei Frauen ein regelmäßiges Einkommen zu sichern. 


Die Getreidemühle          

 

 

Im Jahr 2011 gründeten 15 Frauen eine SHG, sie lernten sich durch SOLWOGIDI in der Region Butere über das Netzballspielen kennen. Durch das gemeinsame Spielen bauten sie gegenseitiges Vertrauen auf, sie waren voller Ideen und entwickelten eine ganz eigene Dynamik. Diese Frauen teilten alle das gleiche Schicksal: sie waren alleinerziehend, konnten nie eine Ausbildung abschließen, mussten früh heiraten und ihr Geld in der Armutsprostitution erwirtschaften, damit ihre Kinder ausreichend zu essen hatten. 

           
Da sich die Gruppe besonders engagierte, wurden sie 2013 in das Schulungsprogramm im Rahmen des BMZ Projekts (2013-2016) eingebunden. Hier lernten sie, wie sie ihr Geld einteilen und gemeinsam sparen können, dazu wurden ihnen Sparmodelle, wie Merry-go-round, Table banking etc. vorgestellt. Außerdem nahmen sie an Schulungen teil, in denen sie niedrigschwellig lernten, Businesspläne zu erstellen und selbstständig ein kleines Unternehmen aufzubauen. Ihre erste gemeinsame einkommensschaffende Maßnahme war die Seifenherstellung, mit der sie zunächst kleine Sparrücklagen aufbauen konnten. 
Als dann eine von Sr. Lea angeschaffte Getreidemühle in Mombasa von der dortigen SHG nicht mehr genutzt wurde, erschien es sinnvoll, die Mühle an die SHG in Butere zu übergeben. Als die Frauen die Mühle im Herbst 2014 in Betrieb nahmen, war es eine der ersten Mühlen in ihrer Gemeinde. Die Bauern aus der Region ließen dort ihren Mais mahlen und so konnten die Frauen bis zu 4.000 Ksh pro Monat (saisonabhängig) einnehmen. Dies entspricht einem Betrag von etwa 40 €, mit dem die Frauen sorgfältig umgingen und so viel wie möglich sparten. Mit ihren Ersparnissen planten sie ein gemeinsames Hühnerzuchtprojekt, das weitere Gewinne einbringen und mögliche saisonale Einbrüche in ihrem Einkommen durch die Mühle stabilisieren sollte. Das gelang der Gruppe sehr gut. Sie haben nun ein regelmäßiges Einkommen, mit dem sie sich und ihre Familien sehr gut versorgen können. 
Dank ihrer Einnahmen konnte die SHG bereits andere Frauen darin finanziell unterstützen, ihre eigenen Geschäftsideen zu verwirklichen. Vier Frauen konnten dadurch ihre eigenen kleinen Läden aufbauen, wie z.B. einen Gemüse- oder Bananenstand auf dem Markt. Auch zahlte die SHG Schulgebühren und Schuluniform für ein Mädchen, damit dieses die Secondary School besuchen konnte. Die SHG hat gelernt, nachhaltig zu denken, so überlegten sie, wie die Familie selbst ihre Schulgebühren aufbringen kann. So vereinbarte die SHG mit der Mutter eine Anschubfinanzierung, um ihr beim Aufbau eines eigenen einkommensschaffenden Projekts zu helfen. Außerdem gaben sie ihr Hilfestellung im Umgang mit ihren Einnahmen. Nach einem Jahr war die Frau in der Lage, ihrer Tochter selbst den Schulbesuch zu ermöglichen. 
Es ist schön zu sehen, mit wie wenig viel geleistet werden kann. Die Mühle hat bereits vielen Frauen ein besseres Leben ermöglicht. 
 
Sr. Lea Ackermann und Sr. Annemarie Pitzl besuchen das Agri-Business-Projekt in Eldoret 


In Eldoret und Kisumu wurden 2017 insgesamt 438 Frauen im Bereich Land- und Agrarwirtschaft geschult sowie 300 Schulkinder zu Young-Farmer-Clubs zusammengefasst. Das Projekt: "Armutsreduzierung und Empowerment von Frauen und Schüler*innen durch agrarwirtschaftliche Schulungen in West-Kenia" wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Agnes-Philippine-Walter-Stiftung finanziert. 

 

Vom Erfolg des Projektes konnten sich Sr. Lea und Sr. Annemarie persönlich vor Ort überzeugen. Die Begeisterung der Teilnehmenden war groß, als beide am 26. April 2017 das Projekt in Eldoret mit den Projektverantwortlichen feierlich einweihten. Zu dem Fest kamen nicht nur bedeutende Personen aus der Region, wie z.B.  Dorfvorsteher, Gemeindeälteste und Vertreter  der lokalen Regierung, sondern auch die acht Selbsthilfegruppen, die im Projekt aktiv sind. Dadurch konnten Sr. Lea und Sr. Annemarie in persönlichen Gesprächen erfahren, was die Frauen bisher gelernt und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Die Selbsthilfegruppen berichteten, dass sie bereits an einem Orientierungsworkshop und an Markt- und Bodenanalysen teilgenommen haben und so ihr Wissen im Bereich Land- und Agrarwirtschaft erweitern konnten.

 


Jede Gruppe durfte nach den Schulungen  auswählen, welche Pflanzen sie auf den kostenfrei zur Verfügung gestellten Schulungsflächen anbauen, entsprechend der Bodenanalysen. 
Die Projektverantwortlichen in Eldoret erklärten Sr. Lea und Sr. Annemarie die vorgesehenen weiteren Aktivitäten: Als nächstes erhalten alle Selbsthilfegruppe von Beamten des Landwirtschaftsministeriums Besuch, die die Frauen bei ersten Vorbereitungen und Pflanzungen beraten. Die weiteren Trainingseinheiten: der sinnvolle Einsatz von Dünger, die Gestaltung von Beeten, die Durchführung von Ernten und Marketingmaßnahmen zur Umsatzsteigerung. 
Ziel der Trainings ist es, dass jede Gruppe am Ende ihren eigenen Geschäfts- und Maßnahmenplan erstellt, um Erträge steigern zu können. Damit soll die Grundversorgung der Familien langfristig sichergestellt werden.  

 
Verfasserinnen: Gudrun Angelis/Christine Leffler/Ruth Müller 

 

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Weltkongress 2019
 

Vom 2. bis 5. April 2019 richtet SOLWODI Deutschland einen internationalen Kongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen an der Universität Mainz aus, in Kooperation mit CAP International (Coalition against Prostitution) und „Armut und Gesundheit e.V.“, Mainz.

 

Ausschreibung zum 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

 

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung in Boppard