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PRESSEMITTEILUNG zum internationalen Tag gegen Menschenhandel

29. 07. 2020

„Prostitution ist die letzte Bastion des Sklavenhandels“

 

Boppard. Die weltweite Ausbeutung von Frauen und Mädchen findet ihren härtesten Ausdruck in der Prostitution: Sie werden dort zur Ware herabgestuft und zum Gebrauch angeboten. Viele dieser Frauen sind Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Sie werden unter falschen Versprechungen nach Europa gelockt, werden ausgebeutet und wie eine Ware von einem Land ins nächste und von einem Bordell ins nächste verkauft. SOLWODI kämpft seit 35 Jahren in Afrika - und seit 33 Jahren in Deutschland - gegen diese Strukturen.

 

SOLWODI-Gründerin Sr. Dr. Lea Ackermann: „Es ist die letzte Bastion des Sklavenhandels, Reformen des Prostituiertenschutzgesetzes von 2017 sind längst überfällig. Im vergangenen Jahr hatten sich 2612 Klientinnen an eine der 19 deutschen SOLWODI-Beratungsstellen gewandt, darunter 841 hochtraumatisierte Frauen aus der Prostitution. Ihre Geschichten und Erlebnisse, von denen sie uns berichten, sind für SOLWODI-Fachberaterinnen nur schwer auszuhalten.“ 

Insbesondere Frauen aus Nigeria sind häufig Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Sie bilden unter den SOLWODI-Klientinnen mit 461 Kontakten die größte Gruppe. Für sie wird es immer schwieriger, einen Aufenthaltstitel zu erhalten. SOLWODI steht - gerade in Coronazeiten -  vor großen Herausforderungen, da die Frauen, z.B. in Asylunterkünften nur schwer erreicht werden können.  

 

SOLWODI fordert ein bundesweites Sexkaufverbot, um die Strukturen des Menschenhandels und der Prostitution auszutrocknen. Diese Forderung wird in Deutschland von immer mehr Stimmen gehört: Kürzlich forderte die Frauen-Union der CDU Deutschlands in einem Vorstandsbeschluss einen Perspektivwechsel hin zu den Sexkäufern und deren Bestrafung.

 

Erschreckend sind auch die Schilderungen der SOLWODI-Mitarbeiterinnen aus Kenia: Sie berichten von einem steten Anstieg der Kinderprostitution, von Kinderschwangerschaften, von gezielten Tötungen und Entführungen zum Zweck des Organhandels. Die jungen Mütter leben – bevor sie zu SOLWODI kommen- mit ihren Babys auf der Straße oder auf Müllplätzen, wo sie Vergewaltigungen und anderen Gefahren ausgesetzt sind. Sie erfahren keinerlei Anerkennung in der Gesellschaft und können kein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln. Kein Wunder, dass diese Frauen auf die verlockenden Versprechungen der Menschenhändler hereinfallen.    

 

 „Die Sozialarbeiterinnen von SOLWODI begleiten die Frauen, die Opfer von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung geworden sind. Viele der Frauen sind schwer traumatisiert und verängstigt und benötigen psychosoziale Betreuung. Gemeinsam mit den Frauen wird nach Möglichkeiten gesucht, in Deutschland oder im Heimatland eine Perspektive zu entwickeln. Dabei gehen wir immer von den Bedürfnissen und Fähigkeiten der einzelnen Frau aus, um eine passgenaue Lösung zu finden“, beschreibt SOLWODI-Vorsitzende Dr. Maria Decker die Arbeit ihrer Organisation.           

 

 

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

 

Ass. iur. Ruth Müller

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit SOLWODI Deutschland e.V.

Propsteistr. 2

56154 Boppard

Tel: 06741-2232

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