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SOLWODI Augsburg: Alle Bordelle in Augsburg in der Coronakrise schließen (16. März 2020)

16. 03. 2020

Forderung zur Schließung aller Bordelle in Augsburg anlässlich der Corona Pandemie

 

In verschiedenen deutschen Städten werden Maßnahmen getroffen, um die Corona Pandemie einzudämmen: Der Betrieb von Kultur- und Bildungseinrichtungen wird in vielen Städten verboten: Kinos, Bibliotheken, Bars werden geschlossen, soziale Treffen und Veranstaltungen abgesagt.

Ältere, schwächere, immun-supprimierte und andere vulnerable Gruppen müssen jetzt geschützt werden. Es ist unser aller Pflicht, soziale Kontakte und Unternehmungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Frauen in der Prostitution stellen eine vulnerable Gruppe dar, die geschützt werden muss.

Folgerichtig hat unter anderem der Berliner Senat mit seiner „Verordnung über Maß-nahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin" im Absatz 1, Paragraph 2, Absatz 4 folgendes angeordnet: „Prostitutionsstätten (…) dürfen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Prostitutionsveranstaltungen im Sinne des Prostituiertenschutzgesetzes dürfen nicht durchgeführt werden".

Diese Maßnahme ist zu begrüßen. Es ist im Sinne der Gesundheit aller betroffenen Personen unerlässlich, dass auch die Stadt Augsburg eine derartige Maßnahme um-setzt und entsprechende Anordnungen erlässt.

Leider hat der Berliner Senat sich nicht dazu geäußert, wie er den Frauen helfen will, die jetzt völlig ohne Einkommen oder Unterkunft dastehen. Das ist eine Katastrophe für all die Frauen, die jeden Tag die sexuellen Forderungen der Männer befriedigen müssen und am Ende nicht mal genügend Geld zum Leben zur Verfügung haben. Die Stadt Augsburg hat die Möglichkeit, dies anders zu regeln und den prostituierten Frauen nach der notwendigen Schließung der Prostitutionsstätten Unterstützung an-zubieten.

Um die Gesundheit dieser Frauen nicht weiter zu riskieren, muss umgehend für sie eine Lösung geschaffen werden. Diese könnte wie folgt aussehen:

- Schließung aller Prostitutionsstätten in Augsburg

- Bestrafung der Freier, die jetzt noch Frauen in Bordellen aufsuchen sowie die Bestra-fung der Bordellbetreiber*innen, die trotz eines Verbotes die Prostitutionsstätten öffnen

- sichere Unterkünfte für die Frauen, die durch die Schließung der Bordelle obdachlos werden

- eine medizinische Versorgung auch für die Frauen, die über keine Krankenversiche-rung verfügen

- finanzielle Unterstützung (Hand-/Tagegeld) für die betroffenen Frauen

- In der derzeitigen Krise zusätzliche Beratung und psychosoziale Begleitung, insbe-sondere Beratungsangebote über Ausstiegsmöglichkeiten für die Frauen, die nicht mehr in die Prostitution zurückkehren wollen.

Wir fordern die Stadt Augsburg auf, solidarisch mit diesen Frauen zu sein und nicht wegzusehen! Die Zustände in den Bordellen sind bereits unter „ormalen" Bedingun-gen menschenunwürdig. In der jetzigen Situation muss die Stadt handeln. Die Frauen brauchen Unterstützung! Und: Auf keinen Fall dürfen sie kriminalisiert werden!

Wir sind gegen das System Prostitution, aber niemals gegen Prostituierte. Unsere Soli-darität gehört den Frauen – bisher und auch in diesen Zeiten.

SOLWODI Augsburg

AugsburgerInnen gegen Menschenhandel e.V.

 
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