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Zum Tode von Rudi Gutendorf: “Seine Persönlichkeit und sein soziales Engagement bleiben unvergessen“

16.09.2019

Von Hans-Peter Schössler und Ruth Müller (SOLWODI-Pressereferentin)

Er hatte Angst vor dem Älter werden, weil in seinem Leben kein Platz zum Ausruhen war. Am vergangenen Freitag ist Rudi Gutendorf mit knapp 93 Jahren verstorben.

Er war ein ganzes Leben lang Spieler und Trainer. Fußball war seine Leidenschaft. In der Bundesliga, wo er 1963 im ersten Jahr der Liga den Meidericher Spielverein zur Vizemeisterschaft führte, als Nationaltrainer in Australien, Venezuela, Bolivien, Ghana, Togo usw. Insgesamt begleitete er 55 Trainerstationen auf der ganzen Welt. 

Was er erleben durfte, reicht für mehr als ein Leben. Aber wer Rudi Gutendorf kannte, wusste, dass er auch ein nachdenklicher Mensch war. Das Soziale lag ihm am Herzen. 1999 hat er die Koblenzer Lotto-Elf mitbegründet und wurde ihr Trainer. Das andere Gesicht des Rudi Gutendorf trat zutage: Helfen dürfen.

Die Lotto-Elf hat viele Spiele zugunsten von SOLWODI ausgerichtet, zuletzt am 29. August  2019 in Boppard, 12.000 € kamen alleine an diesem Abend für den guten Zweck zusammen. SOLWODI hat Rudi Gutendorf viel zu verdanken.

SOLWODI-Gründerin Sr. Dr. Lea Ackermann erinnert sich gerne an eine Begegnung mit Rudi Gutendorf in Juli 2017 in Boppard zurück: „Bewegend war er und voller Visionen bis ins hohe Alter. Vieles bleibt von ihm in Erinnerung.“ 

In der gemeinsamen Talkrunde in der Bopparder Stadthalle erzählte Rudi Gutendorf, was auch im politischen Bereich durch Fußball erreicht und ermöglicht werden kann: „Unmittelbar nach dem schrecklichen Genozid in Ruanda, bei dem sich die verfeindeten Volksgruppen der Hutu und Tutsi gegenseitig umgebracht hatten und insgesamt 800.000 Tote zu beklagen waren, kam ich als Nationaltrainer in dieses geschundene Land. Der Aufbau einer aus verfeindeten Volksgruppen bestehenden Nationalelf und die Erfolge haben sehr mitgeholfen, die Aussöhnung in Ruanda voranzubringen”.

Rudi Gutendorf hat Sport zur Völkerverständigung und zum Frieden eingesetzt. Nicht umsonst wurde er Diplomat im Trainingsanzug genannt.

Zum Abschluss seiner Laufbahn kehrte Rudi Gutendorf in seine Heimat Koblenz zurück. Er wurde „Ehren-Coach“ der TuS Koblenz International, einem ausschließlich aus Geflüchteten bestehenden Team. 

In der Nacht zum Samstag ist Rudi Gutendorf im Beisein seiner Familie nach einem erfüllten Leben friedlich eingeschlafen.

Seine Persönlichkeit und sein soziales Engagement werden unvergessen bleiben – bei den Fußballfans und bei SOLWODI. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Marika und seinem Sohn Fabian, denen wir viel Kraft wünschen.

 
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Erfurter Diskussionspapiere Nr.5, Liberale Prostitutionsgesetzgebung in Deutschland – eine rechtsethische Analyse

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