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Starke Stimme(n) für eine moderne Prostitutions-Politik in Deutschland:

07. 04. 2021

SOLWODI und über 30 weitere Vereine und Initiativen starten bundesweites „Bündnis Nordisches Modell“ für einen Perspektivwechsel

 

Boppard. „Prostitution ist ein perfides System aus sexueller Ausbeutung und brutaler Gewalt. Das macht die Corona-Pandemie jetzt endgültig sichtbar. Mädchen und Frauen in der Prostitution sind noch schutzloser der Willkür von Zuhältern und Freiern ausgeliefert als sie es zuvor schon waren. Wir brauchen endlich eine moderne Prostitutionspolitik in Deutschland!“

 

Das fordert das neu gegründete Bündnis „Nordisches Modell“, ein bundesweiter Zusammenschluss aus derzeit über 30 menschenrechtlichen Vereinen, Initiativen und Netzwerken – darunter auch Betroffene- und Aussteigerinnen-Organisationen - sowie zahlreichen Aktiven aus der Zivilbevölkerung und Politik. Die Menschenrechts- und Frauenhilfsorganisation SOLWODI Deutschland e.V. ist Gründungsmitglied des Bündnisses.

 

Die Expert*innen des Bündnisses schließen sich somit der Empfehlung des Europäischen Parlaments von 2014 an, die sich an alle EU-Mitgliedsstaaten richtet, das Nordische Modell zu übernehmen: Dieses Modell sieht insbesondere die Entkriminalisierung von Frauen in der Prostitution und effektive Ausstiegshilfen vor - und bekämpft gleichzeitig die Nachfrage, was sexuelle Ausbeutung unprofitabel macht und somit auch den Menschenhandel.

 

1999 hatte Schweden als erstes Land das Nordische Modell eingeführt, um Gewalt gegen Frauen zu beseitigen und die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzutreiben. Es folgten weitere Länder, darunter Norwegen, Irland, Frankreich und Israel.

 

„Deutschland muss endlich wegkommen von den gescheiterten Versuchen des nicht regulierbaren Gewaltsystems Prostitution - hin zu einem zeitgemäßen und bereits in acht Ländern erprobten gesetzlichen Ansatz, dem Nordischen Modell. Weg vom Bordell Europas – hin zu echter Hilfe für Mädchen und Frauen in der Prostitution, echten Strafen für Täter, echter Aufklärung der Gesellschaft. Die Politik muss hier genau hinsehen, zeitgemäß handeln und von Vorreiter-Staaten lernen“, so die Sprecherinnen des Bündnisses.

 

Der offizielle Startschuss für das bundesweite Bündnis Nordisches Modell fiel am 21. Februar 2021. Ende März fand die erste Versammlung aller Delegierten und die Wahl des Lenkungskreises statt. Der Bündnisgründung vorausgegangen war eine große und erfolgreiche Vernetzungs-Tagung im September 2020 in Bonn. Hier hatten sich unterschiedliche Akteur*innen aus ganz Deutschland dazu entschlossen, Kräfte zu bündeln und mit einer starken Stimme zu sprechen: für einen Wechsel in der Prostitutions-Politik nach dem Nordischen Modell.

 

Zu den Bündnispartner*innen zählen u.a. das Netzwerk Ella - ein Zusammenschluss von Frauen, die in der Prostitution waren oder sind, sowie weitere Aussteigerinnen, die sich dafür einsetzen, dass Prostitution als das anerkannt wird, was sie ist: sexuelle Gewalt.

 

Auch vier große frauenrechtlich und humanitär arbeitende Institutionen sind im Bündnis:

  • SOLWODI Deutschland e.V. (Solidarität mit Frauen in Not),
  • SISTERS – für den Ausstieg aus der Prostitution! e.V.,
  • TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V.,
  • KDFB –Katholischer Deutscher Frauenbund e.V.

 

Das neu gegründete Bündnis wächst stetig und steht mit seiner Expertise Politik und Gesellschaft für Beratung und Aufklärung zur Seite.

 

Liste der Bündnispartner*innen (Stand 6. April 2021):

  • Alarm! Gegen Sexkauf und Menschenhandel e.V., Gießen,
  • Arbeitskreis Stop Sexkauf München,
  • Arbeitskreis Stop Sexkauf Durlach,
  • Aufklärung über Prostitution und Menschenhandel, Sandra Norak,
  • AUGSBURGER/INNEN GEGEN MENSCHENHANDEL e.V., Augsburg,
  • Beratungsstelle Frauennotruf München,
  • FEMEN,
  • EMMA,
  • End Demand, Switzerland,
  • Feministische Partei DIE FRAUEN,
  • Frauenrechte sind Menschenrechte, Paderborn,
  • Frauenverband Courage,
  • Hadassah Initiative féminine gUG, Saarbrücken,
  • Katholischer Deutscher Frauenbund e.V., Köln,
  • KARLSRUHE GEGEN SEXKAUF,
  • KARO e.V., Plauen,
  • Kofra e.V., München,
  • Leben in Freiheit e.V., Bonn,
  • LINKE für eine Welt ohne Prostitution,
  • MANNHEIM GEGEN SEXKAUF,
  • Marburger Bürgerinitiative bi-gegen-bordell,
  • NEUSTART e.V., Berlin,
  • Netzwerk Ella,
  • Netzwerk gegen Menschenhandel,
  • Nord-Süd Forum e.V., München,
  • Ostalb Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution,
  • Radfem Munich,
  • SISTERS Für den Ausstieg aus der Prostitution e.V., Stuttgart,
  • SOLWODI Deutschland e.V., Boppard,
  • SPD Netzwerk pro Sexkaufverbot,
  • TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V., Berlin,
  • Trauma and Prostitution,
  • VulvaFem,
  • Windrose e.V., Düsseldorf,
  • Zéro Macho

 

Ansprechpartnerinnen Bündnis Nordisches Modell:

 

Inge Bell, Tel.  (0171) 8760087

Simone Kleinert, Tel.  (0176) 826 14445

 

Kontakt:

https://www.bündnis-nordischesmodell.de

https://www.facebook.com/Bündnis-Nordisches-Modell-103207491603501

Bei weiteren Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

 

Ruth Müller

Pressereferentin SOLWODI Deutschland e.V.

Propsteistr. 2

56154 Boppard

Tel.: 06741-2232

 

 

 

 

Bild zur Meldung: Foto: Teilnehmer*innen der Bündnistagung im September 2020 in Bonn, © Bettina Flitner

Weltkongress 2019

3. WELTKONGRESS gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen

Veranstalter: · SOLWODI Deutschland e.V. · CAP INTL · Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.

Dienstag, 2. April – Freitag, 5. April 2019,

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Philosophicum, Jakob-Welder-Weg 18

 

Hier finden Sie einen Überblick zum Weltkongress

 

35.220 Unterschriften für ein Sexkaufverbot an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben

 

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