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SOLWODI jetzt auch im Ostalbkreis

19.02.2019

Am 27. März 2019 wird die erste Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Prävention und Öffentlichkeitsarbeit von SOLWODI e.V. im Ostalbkreis eröffnet, zusammen mit der Geschäftsstelle des Ostalbkreis-Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution. Das Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein gesellschaftliches Umdenken zu erreichen wurde durch die Unterstützung des Klosters der Franziskanerinnen Schwäbisch Gmünd und ihrer Stiftung Agnes Philippine Walter sowie durch die Soroptimistinnen Aalen/Ostwürttemberg als Initiatorinnen des Bündnisses auf den Weg gebracht.

Jedes Jahr werden hunderttausende junge Frauen in Deutschland Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Unter falschen Versprechungen werden sie - zumeist aus Osteuropa -nach Deutschland gelockt. Dort schnappt die Falle zu: Frauen und Mädchen, aber auch mancher junge Mann werden gezwungen unter zumeist unsäglichen Bedingungen das Geld, das man angeblich in sie investiert hat, abzuarbeiten. Völlig rechtlos, sind sie als Sexsklaven/Sexsklavinnen nicht zuletzt auch Opfer einer verfehlten Politik. Denn spätestens seit der neuen Gesetzgebung in 2017 ist klar: Deutschland bleibt das „Bordell Europas“. Die neue Beratungsstelle in Aalen will genau hier ansetzen, umfassend die Öffentlichkeit aufklären und mittelfristig auf politische Entscheidungen Einfluss nehmen.

Schwester Lea Ackermann, Gründerin von SOLWODI Deutschland e.V: „Die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft, insbesondere gegen Frauen muss in all ihren Formen geächtet, stigmatisiert und strafrechtlich mit allen Konsequenzen verfolgt werden!“ Sie hat SOLWODI vor über dreißig Jahren gegründet. Ihre Bilanz „Die Notlagen und Probleme, mit denen am häufigsten Frauen konfrontiert sind, werden nicht weniger! Menschenhandel ist das lukrativste Geschäftsmodell der organisierten Kriminalität. Und auch in Deutschland wird der Begriff „Ehre“ als Machtinstrument gegenüber Frauen missbraucht, Zwangsheiraten und Ehrenmorde sind das traurige Resultat.“

Diesen Entwicklungen gilt es aktiv entgegen zu treten und politisch aktiv zu werden. SOLWODI hat in Deutschland bereits 19 Beratungszentren aufgebaut und verfügt über neun Schutzwohnungen und -einheiten. In 2018 haben sich im Rahmen eines Erstkontaktes 2.471 Frauen aus 109 Ländern hilfesuchend an SOLWODI in Deutschland gewandt.

Die Eröffnung der Beratungsstelle im Ostalbkreis ist ein erster, wichtiger Schritt, denn unsere Region ist hinsichtlich Menschenhandel, Zwangsheirat, Zwangsprostitution kein weißer Fleck auf der Landkarte. Deshalb wird zunächst ein aktives Netzwerkes gebildet, in enger Kooperation mit den Behörden. Eine wichtige Säule sind die Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit, über die an Schulen, in Vereinen, in Unternehmen und gegenüber Privatpersonen aufgeklärt und informiert wird. Auch werden die Frauen vom Club Soroptimist Aalen/Ostwürttemberg weiterhin Aufklärungsarbeit an osteuropäischen Schulen leisten und damit ein wichtiger Teil des Bündnisses sein.

Marietta Hageney, die das Büro in der Gartenstraße in Aalen leitet, verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung in der sozialen Arbeit. Unter anderem in Aalen als Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt mit einer großen Kindertageseinrichtung und als Teammitglied und Beirätin der Familienbildungsstätte. Auch in den Jahren als Inhaberin der Kochschule Hageney verlor sie ihr Engagement nie aus den Augen. Zahlreiche Initiativen wurden von ihr in dieser Zeit angestoßen und erfolgreich umgesetzt. Als Soroptimistin war sie Mitinitiatorin der Aufklärungskampagne an osteuropäischen Schulen und reist jedes Jahr nach Osteuropa, um die erfolgreiche Arbeit dort fortzusetzen. Eine große Plakataktion zum Thema wurde ebenfalls von ihr angeregt und gemeinsam mit den Frauen von Soroptimist Aalen/Ostwürttemberg umgesetzt. Um neue weitere umfangreiche Aufgaben zu realisieren, wird sie durch Ingrid Krumm, der ehemaligen Chancengleichheitsbeauftragten des Landkreises unterstützt. Marietta Hageney ist gleichzeitige Leiterin der Geschäftsstelle des Ostalbkreis-Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution. Sie wird Mitglieder und UnterstützerInnen regelmäßig über die Fortschritte der Projekte informieren und sie einbeziehen.

Am Sonntag, den 10. Februar 2019 zeigt SOLWODI anlässlich der Eröffnung der Beratungs- und Geschäftsstelle um 10: 30 Uhr den Film #FemalePleasure im KKF Brazilkino in Schwäbisch-Gmünd. In diesem Film werden fünf mutige, starke, kluge Frauen aus den fünf Weltreligionen begleitet und ihr risikoreicher Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, respektvolles Miteinander unter den Geschlechtern eindrucksvoll dokumentiert.

Genau der richtige Auftakt für das Ostalbkreis-Bündnis gegen Menschenhandel und (Zwangs-) Prostitution und SOLWODI Baden-Württemberg e.V., die damit gleichzeitig ihre Arbeit in der Region aufnehmen.

Kontakt:

Marietta Hageney
Leiterin der Beratungsstelle

SOLWODI Baden-Württemberg e.V.
Gartenstraße 133
73430 Aalen
Tel: + 49 (0) 7361-8809191
E-Mail: hageney@solwodi.de

 
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Das System der sexuellen Ausbeutung wirkt zerstörerisch in einer Gesellschaft. Der Kongress stellt international erfolgreiche Lösungsansätze im Kampf gegen Prostitution und Menschenhandel vor:

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