SOLWODI Aachen macht auf wachsenden Unterstützungsbedarf aufmerksam – Podiumsgespräch zu Prostitution am 9. März

02.​03.​2026

Aachen, 2. März 2026 – Der Weltfrauentag steht für Gleichberechtigung, Schutz vor Gewalt und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Für SOLWODI Aachen ist er zugleich Anlass, den Blick auf die Situation von Frauen in Aachen und der Region zu richten, die von Gewalt, Ausbeutung sowie weiterer Formen geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.

Die aktuellen bundesweiten Zahlen von SOLWODI aus dem Jahr 2025 verdeutlichen den steigenden Unterstützungsbedarf: 2.969 Frauen aus 116 Ländern wandten sich erstmals an die Frauenrechtsorganisation – 380 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 14,6 Prozent. Im Bereich Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung wurden bundesweit 250 Betroffene beraten. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in der Arbeit vor Ort wider.

SOLWODI Aachen berät und begleitet Frauen und Mädchen mit Flucht- und Migrationshintergrund, die geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Viele Frauen sind mehrfach belastet: unsicherer Aufenthaltsstatus, fehlende soziale Netzwerke, sprachliche Hürden und wirtschaftliche Abhängigkeiten erschweren den Weg in ein selbstbestimmtes Leben. 

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Anlauf- und Beratungsstelle „Lumina“ in der Antoniusstraße. Sie richtet sich an Frauen und trans-Personen in der Prostitution und bietet ein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot direkt vor Ort. 2025 wurden dort 114 Erstkontakte verzeichnet. Durch aufsuchende Sozialarbeit (Streetwork), offene Sprechstunden und mehrsprachige Beratung schafft SOLWODI Aachen einen vertrauensvollen Zugang zum Hilfesystem. Das Angebot umfasst psychosoziale Beratung, Unterstützung bei rechtlichen und gesundheitlichen Fragen, Begleitung zu Behörden sowie Perspektivenentwicklung – bis hin zum Ausstieg aus der Prostitution oder zur Vermittlung in Schutzunterkünfte. „Ziel ist es, Frauen zu stabilisieren, ihre Rechte zu stärken und ihnen neue Handlungsspielräume zu eröffnen“, sagt Maria Jordan, Leiterin der Fachberatungsstelle SOLWODI Aachen.

Anlässlich des Weltfrauentags sowie des 15-jährigen Bestehens von SOLWODI Aachen und des 10-jährigen Jubiläums der Anlauf- und Beratungsstelle Lumina lädt SOLWODI Aachen am Montag, 9. März 2026, um 18:30 Uhr zu einem öffentlichen Podiumsgespräch in die meffi.s (Mefferdatisstraße 14–18, 52062 Aachen) ein. Unter dem Titel „Lebensverhältnisse von Frauen in der Prostitution“ beleuchten Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis die Lebensrealitäten von Frauen in der Prostitution, Motive für den Einstieg und Gründe für den Verbleib sowie das Spannungsverhältnis zwischen Freiwilligkeit und gesellschaftlichen wie rechtlichen Zwangslagen. Es diskutieren Huschke Mau, Historikerin, Autorin, Gründerin des Netzwerks Ella und selbst ehemalige Betroffene von Prostitution; Manuela Schon, Sozialwissenschaftlerin und Fachreferentin der Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beim Kommunalen Frauenreferat Wiesbaden; A. Völl, Sozialarbeiterin bei SOLWODI Aachen mit Schwerpunkt aufsuchende Arbeit mit Frauen in der Prostitution; sowie Maria Jordan, Sozialarbeiterin und Leiterin der Fachberatungsstelle SOLWODI Aachen.

Mit der Veranstaltung möchte SOLWODI Aachen nicht nur informieren, sondern auch die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit Gewalt, Ausbeutung und Prostitution in den Mittelpunkt rücken. „Der Weltfrauentag 2026 erinnert daran, dass Gleichberechtigung konkrete Schutz- und Unterstützungsstrukturen vor Ort braucht – auch in Aachen“, betont Maria Jordan.

Pressevertreterinnen und Pressevertreter sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten.

 

Bild zur Meldung: SOLWODI Aachen macht auf wachsenden Unterstützungsbedarf aufmerksam – Podiumsgespräch zu Prostitution am 9. März