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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI-Fachberatungsstelle in Fulda

Statistik Erstkontakte

Kontakte – Beratung – Begleitung
Für 2016 kann die Beratungsstelle Fulda 63 Erstkontakte verzeichnen. Seit Mai ist die Stelle wieder kontinuierlich besetzt und seither gab es 46 Erstkontakte, was darauf schließen lässt, dass schnell bekannt geworden ist, dass das Büro  wieder täglich besetzt ist.
Von 63 Erstkontakten waren 53 weiblichen und zehn männlichen Geschlechts. Weiterhin waren 32 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber und 31 Personen hatten einen Migrationshintergrund. Von 63 Personen haben sich nur zehn direkt an die Beratungsstelle gewandt, alle anderen wurden durch Privatpersonen, andere Beratungsstellen, Vereine, die Polizei, Frauenhäuser, Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte vermittelt.
Bei den Erstkontakten ging es in 24 Fällen um eine drohende Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre, wobei eine Frau bereits zwangsverheiratet worden ist. In 15 Fällen kamen die Frauen aufgrund von häuslicher Gewalt zu uns und in zwei Fällen ging es um Menschenhandel und Zwangsprostitution. In den restlichen Fällen ging es um aufenthaltsrechtliche Probleme, Familiennachzug, Schwangerschaft und gesundheitliche Schwierigkeiten.

Öffentlichkeitsarbeit - Vernetzung
Auf Grund der zahlreichen Anfragen aus den Gemeinschaftsunterkünften haben wir im Herbst 2016 damit begonnen, dort verstärkt präventiv und aufklärend tätig zu werden. Dabei gibt es eine Kooperation zwischen SOLWODI Osthessen und dem Polizeipräsidium Osthessen. Unter dem Titel „Dialog mit Flüchtlingen“ gehen wir zusammen mit dem Migrationsbeauftragten der Polizei für eine einstündige Infoveranstaltung in die jeweilige GU. Ziel der Informationsveranstaltung ist es, dass die Flüchtlinge Vertrauen in den Rechtsstaat und Kenntnisse über den Zugang zu verschiedenen Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten erlangen. In dem Vortrag werden u. a. die Gewaltenteilung, Grundrechte und die Aufgaben der Polizei erläutert. Weiterhin geht es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau, sowie um das Ehe- und Familienleben in Deutschland, zuletzt auch um das Thema Gewalt und die besonderen Hilfemöglichkeiten für Frauen und Kinder. An der Veranstaltung können alle teilnehmen, Frauen, Männer und Kinder. Die benötigten Dolmetscher für die Veranstaltungen werden durch die Landkreise mitfinanziert.
Im Jahr 2016 haben wir neun Veranstaltungen durchgeführt und konnten darüber etwa 270 Menschen mit Fluchthintergrund erreichen. Alle Veranstaltungen sind auf großes Interesse und positive Resonanz gestoßen. Auch 2017 wollen wir diese Arbeit weiter vorantreiben.
Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist auch weiterhin die Vorstellung von SOLWODI in unterschiedlichen Gremien und Netzwerken, damit unsere Beratungsstelle bekannter wird. Seit Mai haben wir SOLWODI und die Beratungsstelle Osthessen beim Treffpunkt Aktiv für Ehrenamtliche, beim Jobpatenprojekt in Fulda, bei den Flüchtlingsbegleitern im Vogelsbergkreis, bei Studierenden der Hochschule Fulda sowie bei den Sozialbetreuern der Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Fulda vorgestellt.
Außerdem sind wir Mitglied beim Runden Tisch gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, sowie im Integrationsnetzwerk und im Netzwerk Migration. Über das Netzwerk „EvA - Erziehung von Anfang an“ konnten wir Frauenärzte, Familienhebammen, Erzieherinnen etc. erreichen und für unsere Themen sensibilisieren. Darüber hinaus haben wir begonnen, Flyer in Frauenarztpraxen auszulegen. Weiterhin gab es ein Treffen im Polizeipräsidium Osthessen mit der Geschäftsführerin vom Netzwerk gegen Gewalt, aus dem die oben beschriebene Kooperation entstanden ist.
SOLWODI Fulda ist Mitglied in der Osthessischen Initiative gegen Gewalt im Namen der Ehre, die gerade an einem eigenen Internetauftritt arbeitet. Die Osthessische Initiative hat u.a. unter der Thematik Gewalt im Namen der Ehre in der ersten Jahreshälfte den Film „Mustang“ als Sondervorstellung im Kino in Lauterbach und im Cinestar in Fulda gezeigt. Der Film zeigt fünf türkische Schwestern, die aus dem Korsett der Traditionen ausbrechen möchten. An der anschließenden Podiumsdiskussion bzw. offenen Diskussion war SOLWODI beteiligt. Beide Filmvorführungen waren gut besucht.
Auch der Landesweite Runde Tisch gegen Gewalt im Namen der Ehre in Hessen denkt über einen einheitlichen Internetauftritt nach. Dabei soll der Zugang zu den unterschiedlichen Einrichtungen in Hessen für Betroffene und Helfer erleichtert werden, da alle Organisationen übersichtlich, nach Städten sortiert, aufgeführt werden sollen. Dabei ist auch die Möglichkeit einer Onlineberatung im Gespräch. 

Fallbeispiele
2016 kamen geflüchtete Frauen zu uns, die von Gewalt im Namen der Ehre und / oder einer drohenden Zwangsheirat betroffen waren, aufgrund derer sie ihr Heimatland verlassen mussten und nach Deutschland geflüchtet sind. Diese Frauen haben es im Asylverfahren besonders schwer, da die Gefahr von der eigenen Familie ausgeht und dies nur sehr schwer zu belegen ist. Durch den Mangel an Beweisen gelten ihre Geschichten dann oft als unglaubwürdig. Aktuell beschäftigt uns der Fall einer jungen Frau aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die mit genau diesen Schwierigkeiten konfrontiert ist. Sie ist vor ihrer Familie auf Grund einer drohenden Zwangsheirat und großer physischer sowie psychischer Gewalt zu ihrem deutschen Freund geflohen. Obwohl beide mittlerweile verheiratet sind, muss sie Deutschland verlassen, um in ihrem Heimatland ein Visum für sich zu beantragen. Um dem zu entgehen, wollte sie Asyl beantragen, wovon drei Fachanwälte stark abgeraten haben, da keine Aussicht auf Erfolg bestünde. Diese Frau hat wie die anderen betroffenen Frauen einen schweren Weg hinter sich.
Im Herbst 2016 wurden wir von einem Sozialarbeiter einer Gemeinschaftsunterkunft (GU) in einen Fall von häuslicher Gewalt mit einbezogen. Betroffen war eine syrische Frau mit vier Kindern, die in Syrien und  Deutschland von ihrem Mann geschlagen wurde. Nach einem gewalttätigen Ausbruch ihres Mannes hat sie sich hilfesuchend an den Sozialarbeiter gewandt, der sofort die Polizei eingeschaltet hat. Nach der 14-tägigen Wegweisung des Mannes ist er wieder in die GU eingezogen. Es ist seither zu keiner physischen Gewalt mehr gekommen. Wir begleiten die Frau seitdem. Dieser Fall zeigt exemplarisch für verschiedene andere Fälle von häuslicher Gewalt in Flüchtlingsfamilien mit diesem Hintergrund, dass unsere Hilfesysteme in diesen Fällen für die Frauen häufig nicht zielführend sind.
Die Möglichkeit, mit ihren Kindern in ein Frauenhaus oder eine andere Schutzeinrichtung zu gehen, kommt für die Mutter aktuell nicht in Frage. Die Trennung von ihrem Ehemann ist für sie keine Option. Sie ist in einem System aufgewachsen, in dem sich eine Frau nicht von ihrem Ehemann trennen und ihren Kindern den Vater nehmen kann. Diese Erziehung hat ihr bisheriges Leben geprägt. Unsere Aufgabe ist es nun, sie in ihrem Alltag zu unterstützen und zu stärken, um ihr so zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen. Weiterhin können wir ihr in Gesprächen immer wieder ihre Möglichkeiten innerhalb Deutschlands aufzeigen.
Ein weiterer, sehr intensiver Fall aus dem Jahr 2016 betraf eine junge syrische Frau, die ein schwerkrankes Kind erwartete. Sie kam im sechsten Monat zu uns, nachdem sie erfahren hatte, dass ihr ungeborenes Kind aufgrund eines Genfehlers nur sehr bedingt lebensfähig sein würde. Wir haben sie und ihre Familie durch die letzten Monate der Schwangerschaft begleitet und sie auch nach der Geburt unterstützt. Ihr kleines Mädchen durfte 16 Tage bei ihr sein, dann ist es verstorben.
Diese drei Fälle aus der Beratungspraxis machen deutlich, wie vielseitig und vielschichtig die Arbeit ist und mit welch unterschiedlichen Schicksalen und Lebensgeschichten die Frauen und Männer zu uns kommen.

Dank
Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei allen, die uns im vergangenen Jahr in unterschiedlicher Weise unterstützt haben, auch im Namen der von uns begleiteten Frauen.       

                                         Linda Auth & Sr. Daniela Kubiak

 

Gerloser Weg 20

Tel: 0661 - 60 06 697
Fax: 0661 - 60 06 699

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