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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI-Fachberatungsstelle in Bonn

 

Die Auszubildenen der Aktion Mensch spenden 406,70 € an die SOLWODI-Fachberatungsstelle in Bonn

Statistik Erstkontakte

2016 konnten wir mit unserer Arbeit und unserem Angebot in Bonn 214 Frauen erreichen. Die Frauen, die wir bei der aufsuchenden Arbeit antrafen, hatten überwiegend einen südosteuropäischen oder lateinamerikanischen Hintergrund. Die Frauen, die sich mit Unterstützungsbedarf im Asylverfahren an uns wandten oder an uns vermittelt wurden, kamen überwiegend aus sogenannten sicheren Herkunftsländern wie Albanien oder Serbien. Betroffene oder Angehörige der „Lover Boy“-Masche kamen überwiegend aus Deutschland. Die Hauptkontaktgründe im Bereich der aufsuchenden Arbeit waren überwiegend Deutschkurse, Unterstützung in behördlichen Angelegenheiten, gesundheitliche Schwierigkeiten und die Suche nach einer Wohnung.

Klientinnen im Asylverfahren unterstützten wir durch rechtsanwaltlichen Beistand und psychologische Versorgung sowie durch psychosoziale Beratung und Begleitung. In Fällen von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sowie Zwangsheirat berieten wir Betroffene, KollegInnen anderer Beratungsstellen, vermittelten Frauen in eine sichere Unterkunft und sorgten für eine erste Stabilisierung.

18 Frauen meldeten sich als Betroffene von Menschenhandel, zwölf Frauen begleiteten wir beim Ausstieg aus der Prostitution, acht Fälle von Zwangsheirat und sieben Fälle von Gewalt und Bedrohung durch die Familie/Ehrenmord wandten sich an uns. Außerdem begleiten wir weiterhin sieben Frauen aus den Jahren 2014 und 2015.

 

 

Aktivitäten

Durch eine Aktion des Phantasialandes, einem Freizeit- und Vergnügungspark in Brühl, bekamen wir zweimal eine großzügige Anzahl an Freikarten und konnten somit im April und im September vergangenen Jahres gemeinsam mit unseren Klientinnen, Sprachmittlerinnen und ehrenamtlichen Helferinnen einen unbeschwerten Tag im Freizeitpark in guter Stimmung verbringen.

Die Frauen brachten ihre Kinder mit, lernten sich bei dieser Gelegenheit untereinander kennen und konnten noch lange Kraft aus diesem schönen Ausflug ziehen.

Ein weiteres Highlight war der Krav-Maga-Crashkurs, der von TrainerInnen des „You can Fight“-Vereins durchgeführt wurde. SOLWODI-Mitarbeiterinnen konnten hierbei gemeinsam mit den Klientinnen bei acht Terminen die Grundlagen des Krav Maga erlernen, dass sowohl körperliche Selbstverteidigung als auch das Aneignen eines „Mind-Sets“ beinhaltete. Bei der körperlichen Selbstverteidigung geht es um effektive und effiziente Methoden, einen Angreifer abzuwehren. Das „Mind-Set“ beinhaltet beispielsweise, sich aus der Opfer-Rolle zu lösen und Selbstwirksamkeit in der Verteidigung zu erlernen. Unsere Klientinnen haben sehr viele gute Erfahrungen aus dem Kurs mitnehmen können, viele sind sichtbar von Training zu Training mutiger geworden und regelrecht über sich selbst hinausgewachsen. Das Feedback von den Mitarbeiterinnen, haupt- und ehrenamtliche, sowie den Trainern war durchweg positiv! Die Trainingsausrüstung haben wir als Spende von „You Can Fight“ erhalten, hierfür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken! Die Finanzierung des Kurses haben wir großzügigen privaten Spendern zu verdanken.

 

Fallbeispiel

Seit Ende 2016 betreuen wir eine Klientin aus Albanien, die aus ihrer langjährigen, gewalttätigen Ehe geflohen ist. Darüber hinaus floh sie auch vor der akut drohenden Zwangsverheiratung ihrer minderjährigen Tochter mit einem über 40-jährigen Mann. In einer Nacht und Nebel-Aktion stieg sie mit ihren drei Töchtern in einen Bus nach Deutschland und beantragte Asyl. Anschließend ließ der Ehemann verlauten, er würde alle vier im Fall einer Rückkehr umbringen. Da die Klientin sehr unter den Ereignissen leidet und stetig mit der Angst konfrontiert ist, zurück nach Albanien zu müssen, bemühten wir uns um einen Platz für eine Psychotherapie für die Klientin, damit eine Distanzierung und Aufarbeitung erfolgen kann. Die zweite Anhörung beim BAMF, in der unsere Klientin ihre Fluchtgründe schildern muss, steht noch bevor. Da Albanien ein sogenanntes sicheres Herkunftsland ist, stehen die Bleibechancen schlecht. Die Ablehnungsgründe verweisen u.a. auf vorhandene innerstaatliche Schutzmöglichkeiten im Herkunftsland und staatlich getroffene Maßnahmen gegen häusliche Gewalt. Oder aber die Situation wird nicht als bedrohlich genug eingeschätzt.

Die Schilderungen der Frauen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern zeichnen ein anderes Bild. Für viele Frauen seien die Hilfen nicht niederschwellig genug, es herrschte darüber Unkenntnis, es gab keine Möglichkeit, diese zu erreichen oder Versuche, zur Polizei zu gehen, scheiterten durch erneute Drohung und Gewalt, wie im Falle unserer Klientin.

Das BAMF stimmt der nicht vorhandenen Gleichstellung von Frauen und Männern in sogenannten sicheren Ländern wie Albanien zwar zu, Frauen wären aber grundsätzlich keiner extremen Gefahrenlage ausgesetzt. Die geschilderten Schicksale vieler Frauen, wie beispielsweise das unserer Klientin, zeigen allerdings deutliche Missstände und konkrete Gefahren in den Herkunftsländern auf. Nicht nur die Flucht und der damit einhergehende Vorwurf der Entehrung der gesamten Familie, sondern auch das Netz der Familienmitglieder, verteilt über mehrere Städte, stellt eine akute Bedrohung dar. Die erlebten Traumata stehen untrennbar in Verbindung mit dem Herkunftsland und erwecken somit starke Zweifel an einer vorhandenen Sicherheit des Landes.

 

Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

Auch 2016 ist die Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung wieder ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit gewesen. Die Arbeitskreise Opferschutz, Migration und Gesundheit, Anlaufstelle Straßenstrich, sowie die Vernetzungstreffen mit Organisationen auf Landesebene, die Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung thematisieren, sowie der Runde Tisch „Straßenprostitution“ mit der Bonner Politik, boten uns die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung. Aktuelle gesellschaftliche, soziale und politische Veränderungen können so ganzheitlicher wahrgenommen und gemeinsame Strategien entwickelt werden.

Die SOLWODI Beratungsstelle Bonn wirkte außerdem an der Zukunftswerkstatt „Frauen in Bewegung +20“ mit, die im Juni in Bonn stattfand. Das 20-jährige Jubiläum der Weltfrauenkonferenz von Peking und die dort verabschiedete Aktionsplattform waren der Anlass, die mehrtägige Konferenz durchzuführen. In diesem Zusammenhang hat Lena Teschlade ein Podium zum Thema „20 Jahre Kampf gegen Frauenhandel“ organisiert. Neben ihr haben Jana Koch-Krawczak, Buchautorin und selbst Betroffene von Menschenhandel, sowie Sabine Constabel, Sozialarbeiterin bei La Strada in Stuttgart, auf dem Podium diskutiert. Das Podium wurde sehr gut angenommen und war ein großer Erfolg.

Im Oktober haben wir gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. einen Diskussionsabend zum Thema „Frauenhandel mitten unter uns – Die Auswirkungen des kommunalen Handels auf die Betroffenen“ veranstaltet. Neben Lena Teschlade waren hier VertreterInnen des Jobcenters Bonn, des Amtes für Soziales und Wohnen Bonn, der Ausländerbehörde Bonn sowie politische VertreterInnen der CDU und SPD vor Ort, um gemeinsam über den Umgang mit Frauen, die von Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffen sind, zu diskutieren. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und wir möchten uns auch hier noch einmal für die gute Zusammenarbeit bedanken!

 

Mitarbeiterinnen

Von März bis August wurden wir von Joana da Graca Pratas im Rahmen ihres Praxisstudiums unterstützt. Im September und November wurde die Beratungsstelle außerdem durch die Sozialarbeiterinnen Gianna Rodriguez und Katharina Hein neu besetzt. Eine große Unterstützung sind uns nach wie vor unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die uns bei der aufsuchenden Arbeit unterstützen, Deutschkurse für die Frauen anbieten und in Beratungen übersetzten.

 

Gianna Rodriguez, Katharina Hein

 

Berliner Freiheit 16
53111 Bonn
Tel.: 0228-96 39 72 10
Fax: 0228-96 39 14 45
Email: bonn[at]solwodi.de

 

                  









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