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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI-Fachberatungsstelle und Frauenhaus in Osnabrück

Die Beratungsstelle SOLWODI in Osnabrück ist von der Hochschule Osnabrück – Studiengang Soziale Arbeit B.A. -  offiziell anerkannte Institution für studienbegleitende Praktika als Ausbildungsstelle für Studierende.

Abschaffen statt Anschaffen – Neugründung der regionalen Initiative „Solwodi-Sisters" gegen Prostitution

 

 

Statistik Erstkontakte

Erstkontakte
Im Jahr 2015 hatten wir 80 Erstkontakte aus 29 Ländern. Erstmals lag Nigeria mit 10 Erstkontakten an der Spitze, gefolgt von Syrien (9), Kosovo, Rumänien und Deutschland, mit jeweils 5 Frauen. Zwangsprostitution, Aufenthaltsprobleme und Gewalt waren bei diesen Ländern die hauptsächlichen Kontaktgründe.
59 Frauen und Mädchen erlebten physische, psychische oder sexuelle Gewalt in Form von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Vergewaltigungen, Gewalt in Ehe und Familien sowie Zwangsheirat. Erschreckend und neu für uns waren 3 Fälle, in denen es um Kindesmissbrauch ging.

Schutzwohnung
Im vergangenen Jahr konnten wir 13 Frauen neu in unsere Schutzwohnung aufnehmen, 3 Frauen mit 2 Kindern lebten bereits 2014 bei uns. Viele Frauen mussten wir leider in andere Frauenhäuser vermitteln, da durch den wenig verfügbaren sozialen Wohnraum in Osnabrück unsere Klientinnen keine Wohnung finden. Besonders im zweiten Halbjahr 2015 konnte nur eine Klientin aus der Schutzwohnung ausziehen.
6 Neuaufnahmen waren Menschenhandelsopfer, von denen 4 Frauen eine Aussage bei der Polizei machten und bereit waren, auch in einem Prozess auszusagen.
Bei einer Klientin kam es zu einem Prozess, die Frau litt so schwer unter dem Erlebten, dass ein Gutachten zum Schluss kam, sie nicht aussagen zu lassen, da ihre Gesundung gefährdet sei. Zu einer Verurteilung des Hauptangeklagten in Höhe von 3 Jahren und 10 Monaten kam es trotzdem, 3 weitere Personen erhielten Bewährungsstrafen.
Eine Frau musste aus Sicherheitsgründen in eine andere Stadt wechseln, bei einer anderen laufen die Vorbereitungen für einen Prozess. Bei der 4. Klientin wurden die Ermittlungen unterbrochen, da sie nicht in Deutschland Opfer wurde. 4 Frauen nahmen wir wegen massiver häuslicher Gewalt auf. 2 von ihnen kamen nicht aus der EU, d.h., sie bezogen ihren Aufenthaltsstatus über ihren Ehemann. Für sie bedeutet das, dass sie frühestens nach 3 Jahren Ehe ein eigenständiges Aufenthaltsrecht haben. Mit der Folge, dass die Frauen in dieser Zeit völlig abhängig vom Ehemann sind. Für misshandelte Frauen bedeutet diese Bestimmung eine unglaubliche Härte.
Wir haben diesen beiden Frauen geraten, einen Asylantrag zu stellen, wobei der erste Antrag bereits positiv beschieden wurde.
Wegen Zwangsheirat nahmen wir 2 Frauen auf, eine war bereits verheiratet, der anderen drohte die Verheiratung. Ein wichtiger Auslöser für die Zwangsverheiratung ist ein traditionell-patriarchalisches Ehrverständnis. So machen sich Eltern große Sorgen um die Familienehre, wenn die z.B. in Deutschland aufgewachsene Tochter plötzlich einen Freund hat. Nicht selten wird geplant, diese ins Herkunftsland zu schicken, um sie dort mit einem Mann zu verheiraten. Den jungen Frauen bleiben nur die Flucht und der völlige Kontaktabbruch zur Familie, was ihnen schwer fällt. Durch ihre Flucht haben sie nach Meinung der Familie die Ehre "beschmutzt" und es wird nach ihnen gesucht, um sie zu bestrafen.

Begleitung und Betreuung
Intensive Betreuungsarbeit – teilweise auch über einen längeren Zeitraum – ist von grundlegender Bedeutung für die Frauen. Wir ermitteln gemeinsam mit den Klientinnen deren Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche und erarbeiten Strategien und Schritt für Schritt realistische Zukunftspläne.
Für diese Frauen, gleichgültig ob mit stabilem oder nur befristetem Aufenthaltstitel, ist es wichtig, eine klare Tagesstruktur, eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Für die meisten ist es erstrebenswert, baldmöglichst über eigenes Einkommen zu verfügen. Maßnahmen zur beruflichen und sozialen Integration können wesentlich unterstützen, wobei die Vermittlung der deutschen Sprache an erster Stelle steht.

Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung

  • Ausländerbehörde, Jobcenter, Sozialamt, Jugendamt
  • Flüchtlingsberatung der Caritas, ZahnumZahn, Malteser Migranten Medizin, SKF
  • Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN)
  • Frauenberatungsstelle und Frauenhaus
  • Gesundheitsamt Osnabrück
  • VHS, Schulen, Kindergärten

Wir arbeiten beim Norddeutschen Vernetzungstreffen mit und nehmen an LKA-Fortbildungen teil.
An vielen Schulen und in vielen Vorträgen konnten wir auf die Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel hinweisen und feststellen, dass das Interesse an unserer Arbeit nach wie vor sehr groß ist.
Am 18. Oktober 2015 (Europatag gegen Menschenhandel) hatten wir eine große Öffentlichkeitsoffensive vorbereitet, zu der unter anderem ein Infostand in der Fußgängerzone von Osnabrück mit einer lebenden Marionette gehörte, eine Filmvorführung sowie eine Lesung aus dem Buch der Autorin Jana Koch-Krawczak.
Der Film "Eden", den wir am Abend des 18. Oktober zeigten, beschreibt deutlich das Schicksal einer jungen Frau in der Zwangsprostitution.
Wir haben uns sehr gefreut, dass Frau Hemme von der Broken-hearts-Stiftung und Frau Koch-Krawczak zu einer gemeinsamen Lesung nach Osnabrück kamen, die vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Beeindruckend waren die zusätzlich von Frau Hemme mitgebrachten (und von Design-Studenten entworfenen) Plakate zum Thema "Zwangsprostitution".

Dank
Wir bedanken uns herzlich bei den vielen Ehrenamtlichen, ohne die unsere Arbeit oft nicht möglich oder sehr erschwert wäre; ebenso bei den vielen SpenderInnen, die uns in diesem Jahr erneut finanziell unterstützt haben. All das zeigt uns, dass die Arbeit von SOLWODI von vielen Menschen als wichtig und notwendig verstanden wird.

Martina Niermann für das Team Osnabrück

Postfach 37 03
49027 Osnabrück
Tel: 0541 - 52 81 909
Fax: 0541 - 52 81 910
osnabrueck[at]solwodi.de



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