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Fachberatungsstelle in Mainz

Statistik Erstkontakte

2016 war ein sehr aufregendes Jahr für uns Beraterinnen der Mainzer Fachberatungsstelle. Das zeigt auch ein Blick auf die Erstkontaktliste, die 84 Frauen aus 34 Ländern erfasste, hierzu zählen auch zwei deutsche Frauen. Anfragen die z.B. bei Besuchen von Erstaufnahmeeinrichtungen oder in Gesprächen mit Kolleginnen in Unterkünften an uns herangetragen wurden, blieben meist in dieser Liste unberücksichtigt. Inhaltlich stand Gewalt in engen Beziehungen meist im Mittelpunkt und führte zu Unterbringungssuche und Finanzierungsfragen. Anders als in den früheren Jahren gingen dabei binationale Beziehungen zurück, d.h. in den meisten Fällen galt es Beziehungen innerhalb der Community zu beenden. Offensichtlich führten unterschiedliche Integrationsprozesse innerhalb der Beziehung zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft und die Frauen suchten Unterstützung, um ihre Chance eines selbstbestimmten Lebens zu nutzen. Mit der Unterstützung von den Kolleginnen in den verschiedensten Frauenhäusern in ganz Deutschland gelang es Frauen, zum Teil mit zwei bis fünf Kindern, auch eine längerfristige und umfangreiche Begleitung zu ermöglichen. Erwähnenswert erscheint uns auch, dass 26 Mütter mit insgesamt 56 Kindern unsere Unterstützung anfragten und weitere acht Kinder geboren wurden. Bei den Geburten bedeutete es oftmals auch, die notwendigen Wege der Vaterschaftsklärung zu organisieren, um die Geburtsurkunden beantragen zu können, jedoch auch die meist sehr jungen und unerfahrenen Mütter zu stabilisieren. Früher oder später führten uns diese Fälle auch zur Herausforderung, geeignete Wohnungen zu finden, was ortsunabhängig immer schwerer ist. Wurde einmal eine Wohnung gefunden, lauerte der nächste Stolperstein: die Kitas verwiesen auf lange Wartelisten.  Diese Notlagen - fehlender finanzierbarer Wohnraum und Kinderbetreuungsangebote - wurden somit auch zum Thema in verschiedenen Arbeitskreisen und Gremien und werden uns wohl leider noch länger begleiten.
Eine andere Thematik stellten meist junge Frauen mit Fluchtwunsch dar, um einer Verheiratung zu entgehen, aus arrangierten Ehen zu fliehen, bzw. die große Ängste vor Repressalien ihrer Familien erlebten. Diese Frauen kamen aus sehr unterschiedlichen Herkunftsländern, waren zum Teil extrem verletzt vom Verhalten ihrer Familien, denen sie sich doch sehr verbunden fühlten. Andererseits hatten sie einen klaren eigenen Lebensentwurf mit Berufswunsch und / oder Wunschpartner. In diesen Fällen galt es, den Betroffenen Raum und Zeit zu geben, um sie ohne Beeinflussung zu ihrer Entscheidung zu begleiten. Dank der mittlerweile guten Vernetzung auch über die rheinland-pfälzischen Grenzen hinaus, konnten wir dabei auf eine gute Zusammenarbeit mit Kolleginnen der Bundeskonferenz (http://www.zwangsheirat.de) zurückgreifen. Eine Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, SchulsozialarbeiterInnen und Jugendeinrichtungen erscheint uns unbedingt notwendig, um den Anforderungen auch präventiv zu begegnen.        
Im Sommer erlebten wir nach ca. drei Jahren intensiver Begleitung eine Opferzeugin in einem Prozess. Die junge Frau sagte trotz immenser Ängste aus. Sie rechnete fest damit, dass der Angeklagte erneut gewalttätig ihr gegenüber würde bzw. dass er die Richter gekauft hätte. So erlebte sie den Prozess trotz des Bewährungsurteils als erfolgreich, weil deutlich wurde, dass der Richter ihr glaubte und sie unbeschadet die Tage überstand.
Die fünf Erstanfragen aus dem Bereich Menschenhandel führten hingegen eher zum Ausstieg und Neustart an sicherem Ort bzw. zur Rückreise in die Heimat. In diesen Fällen kam es zu einer kurzfristigen Beratung und Stabilisierung, bis neue Ziele gefunden und vermittelt wurden und lebbar erschienen.
Zusätzlich kamen Anfragen aus dem südlichen RLP nach Mainz. Gerade diese Anfragen verdeutlichten den hohen Bedarf auch in dieser Region und die Notwendigkeit, die Ludwigshafener Stelle neu zu besetzen. Dank der Netzwerk-Kolleginnen konnten Klientinnen weiterbegleitet werden, sowie die Netzwerkarbeit für die neuen Kolleginnen in Ludwigshafen erhalten werden. Soweit möglich, besuchten wir Arbeitskreise und möchten uns auch an dieser Stelle für die positive Aufnahme bedanken, die eine konstruktive Weiterarbeit ermöglichte.
Natürlich wurden auch in Mainz die Themen der Klientinnen und von SOLWODI durch die Mitarbeit bei Arbeitskreisen und Rundem Tisch eingebracht. So feierten wir zum Jahresbeginn das 25-jährige Jubiläum des Arbeitskreises „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern“. Ebenso nahmen wir am Prozess der Entwicklung von entsprechenden Materialien und Angeboten hinsichtlich der zunehmenden Herausforderungen in den Flüchtlingsunterkünften teil und schätzen auch sehr die Zusammenarbeit mit den KollegInnen in diesen Einrichtungen.
Die Mitarbeit im Landesfrauenrat öffnet hingegen unseren Blick zu allgemeinen Frauen- Themen. Wir freuen uns, bei der Wahl -trotz personeller Umbesetzung- auch weiterhin in die Vorstandsarbeit einbringen zu können.



An dieser Stelle bleibt die Marktplatz Lebenskunst in Ingelheim (Evangelische Frauen in Hessen u. Nassau e.V.) zu erwähnen, die uns Begegnungen und Kontakte erbrachte und wir einen schönen Tag in der Vielfalt kreativer Frauen erlebten.

 

Regine Noll für SOLWODI Mainz

 

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55027 Mainz
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