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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI-Fachberatungsstelle in Augsburg

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siehe auch: http://www.auxgegenmh.de/

„MIRA“ – Ausstiegshilfe aus der Prostitution bei SOLWODI Augsburg 

Wichtige Themen 2016 waren neben der intensiven ambulanten Betreuung unserer Klientinnen weiter zunehmende Aufgaben im Wohnhilfeprojekt „Haus der Hoffnung“ und der Aufbau der aufsuchenden Milieusozialarbeit. Seit Jahren schicken uns KollegInnen, Kliniken, PsychiaterInnen und RechtanwältInnen mehr und mehr Frauen in immer extremeren Problemsituationen, z. T. auch mit Kindern, was die Suche nach Lösungen und Hilfestellung sehr aufwändig macht. Die Grenze des für unser Team Zumut- und Leistbaren ist überschritten. Weitere finanzielle Möglichkeiten zu erschließen, ist äußerst schwierig.
2016 betreuten wir insgesamt 92 Frauen mit 25 verschiedenen Nationalitäten.
Immer wieder sind unsere Klientinnnen durch Abschiebungen in sog. sichere Herkunftsländer bedroht, obwohl es oftmals für Frauen aufgrund ihres Geschlechtes diese Sicherheit nicht gibt.
Die Abschiebung von Frau Z. konnte dank einer engagierten Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Herkunftsland verhindert werden. Durch den glaubhaften Nachweis hoher Gefährdung sprach das Gericht in diesem Einzelfall ein Abschiebungsverbot aus.
Dank vertrauensvoller Kooperationen war es möglich, auch in scheinbar ausweglosen Situationen Lösungen zu finden. Das erfuhr auch die mehrfach betrogene, misshandelte Frau A., die aus einem anderen EU-Land fliehen musste und verzweifelt für sich und ihre beiden Kinder Unterkunft und Lebensgrundlage suchte.

Hilfe für traumatisierte geflohene Frauen
Zum Jahresende 2015 gestartet, kann das SOLWODI „Haus der Hoffnung“ erste kleine Erfolge verzeichnen. Das Wohnen für besonders schutzbedürftige geflohene Frauen ist auf fünf Frauen und sieben Kinder gewachsen, zwei weitere werden erwartet (Familiennachzug). Die Frauen sind zu einer familiären Gemeinschaft zusammengewachsen, bearbeiten ihre schlimmen traumatisierenden Erlebnisse in Psychotherapien, lernen fleißig Deutsch und machen erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt in Praktika und Teilzeitstellen. Die Kinder sind in Kitas vermittelt. Auch der Stamm der Mitarbeiterinnen wächst, eine Erzieherin, eine Krankenschwester/Gemeindereferentin und eine Praktikantin sind stundenweise dazugekommen. Dringend benötigen wir eine weitere Fachkraft, denn der personelle Einsatz mit Wochenend- und Bereitschaftsdiensten ist hoch. Erwachende Lebensfreude und engagierte Zukunftsplanung der Bewohnerinnen rechtfertigen den Einsatz, Spenden helfen bei der Finanzierung und Ehrenamtliche ermöglichen Vieles.

Kampf gegen Prostitution
Auch nach Verabschiedung des neuen „Prostituiertenschutzgesetzes“ hört unser Widerstand nicht auf. Der Arbeitskreis SOLWODI Augsburg rief im Mai und August erneut zu Mahnwachen unter dem Motto „Licht in die Nacht“ auf und zündete für jede der sechshundert Frauen, die in Augsburg in der Prostitution sind, ein Licht der Solidarität an. Neugierige Nachtschwärmer fragten nach und erfuhren, dass über 90 Prozent dieser Frauen aus dem Ausland kommen. Nur 3 % können sich auf Deutsch verständigen, die meisten leiden unter Gewalt, Heimweh und Isolation. Fast alle Interessierten unterzeichneten dann spontan die Petition „Stopp Sexkauf“, die Prostitution als Gewalt an Frauen und Verletzung ihrer Menschenwürde anprangert und zur Ächtung aufruft.
Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigte sich erneut: In Augsburg konnte die Polizei Menschenhändler und Zuhälter dingfest machen, das jüngste Opfer war 16 Jahre alt. Unter hohem persönlichem Einsatz kümmerten sich die Mitarbeiterinnen wochenlang rund um die Uhr um die Opfer aus Ungarn und Rumänien, bis diese auf eigenen Wunsch ins Heimatland zurückkehrten. Beratungsstellenleiterin Soni Unterreithmeier arbeitet weiter auf der politischen Ebene mittels Presse- und Öffentlichkeitsarbeit daran, diese Zustände anzuprangern.

" MIRA" – aufsuchende Beratung für Prostitutierte bei SOLWODI Augsburg e. V.
Über 1500 Frauen sind in Augsburg jährlich in der Prostitution, täglich ca. 600. Die zu über 90% ausländischen Frauen stammen meist aus Südosteuropa, v.a. Rumänien. Um diese Frauen mit medizinischer und sozialer Beratung zu erreichen, finanziert die Stadt eine halbe Stelle für aufsuchende Milieusozialarbeit. Seit Juli 2016 besucht im Projekt „MIRA“ eine rumänisch sprechende SOLWODI-Kollegin in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frauen in Bordellen und Laufhäusern. Schon jetzt konnten wir so über 200 Frauen erreichen.
Diese Frauen kennen weder ihre Rechte, noch örtliche Hilfsstrukturen, keine öffentlichen Verkehrsmittel oder Ämter. Mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Informationen halten die Frauen im System gefangen, isolieren sie und liefern sie den Drahtziehern aus. So sind sie leicht manipulier- und benutzbar. Die Frauen wünschen sich einen Test auf Erkrankungen, Diagnosen und Behandlungen. Ohne MIRA wäre dies kaum möglich. Wir holen die Frau ab, begleiten sie zum Gesundheitsamt oder Arzt.
Die größte Herausforderung ist es, Schritt für Schritt das Vertrauen der Frauen zu gewinnen. Hier sind wir erst am Anfang, erschwert auch durch die hohe Fluktuation. Das Angebot spricht sich trotzdem herum: Erste Frauen wollen einen Beratungstermin, z.T., um sich über Ausstiegsmöglichkeiten zu informieren. Der Ausstieg beginnt mit einer behördlichen Anmeldung, zu der eine Meldeadresse nötig ist. Erste Lösungen zeichnen sich ab, doch noch fehlen Wohnmöglichkeiten und Minijobs. Schon jetzt zeigt sich der Bedarf, und der Anfang ermutigt weiterzumachen. Neben Rückkehrperspektiven ins Heimatland arbeiten wir an realisierbaren Konzepten für Ausstiegshilfen, auch durch intensive Kooperationsgespräche mit der Stadt, mit Behörden, Ämtern und verschiedenen Wohlfahrtsverbänden.

Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation
Erfreulich ist ein zunehmendes Medieninteresse. Wir wurden vor allem zu den Themen Frauen und Flucht für Beiträge in Fernsehen, Radio und Zeitungen angefragt. (siehe z.B. Videoclip des KDFB und Berichte über das Haus der Hoffnung, Homepage SOLWODI).
Das jahrelange Engagement, das sog. Prostituiertenschutzgesetz so auszugestalten, dass es die Frauen wirklich schützt, hat leider nur zu unbedeutenden Erfolgen geführt. Der einzig wirksame Schutz der Betroffenen und der Gesellschaft vor den Auswüchsen menschenverachtender Gewalt in der Prostitution ist es, Prostitution zu ächten und den Frauen Alternativen zu erschließen. Im Rahmen von Vorträgen bei Verbänden, Vereinen, Pfarreien, Schulen und auch der Polizeiausbildung haben wir über dieses Thema informiert, in Arbeitskreisen und mit PolitikerInnen Lösungen diskutiert und schriftliche Stellungnahmen abgegeben. Die gute Vernetzung mit Augsburger und bayerischen Partnerorganisationen und Kooperationsgespräche mit Ämtern, Polizeidienststellen u.a. verstärken das Vertrauen in die Arbeit von SOLWODI, so dass wir zunehmend wohlwollendes Entgegenkommen erleben.
Von unschätzbarem Wert war eine kleine Wohnung, die ein großzügiger Unterstützer SOLWODI für ein Jahr kostenlos zur Verfügung stellte. Dort konnte eine sehr junge, psychisch belastete Frau Ruhe finden und erste Schritte in die Selbstständigkeit machen.
Als besonders unterstützend durften wir den Oberbürgermeister erleben, der sich in einem Einzelfall sogar persönlich einsetzte. Auch bei anderen PolitikerInnen erfahren wir Rückhalt. Austausch und gemeinsames Engagement mit Augsburger und bayerischen Partnerorganisationen sind uns extrem wichtig. Nur gut vernetzt können wir Betroffenen helfen und grundsätzliche Lösungen anstoßen. So haben wir uns nach Möglichkeit bei Vernetzungstreffen, Runden Tischen usw. eingebracht und u. a. Gespräche mit Sozialreferenten, dem Bezirkstagspräsidenten, der bayerischen Sozialministerin, Abgeordneten u.a. geführt.
Wir danken allen KooperationspartnerInnen, UnterstützerInnen aus Politik und Gesellschaft für ihr Interesse und wohlwollende Gespräche, für die Förderung durch das Land Bayern, die Stadt Augsburg, die Diözese, Pfarrer Karl Mair, für Spenden, Honorare und Bußgelder.
Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlichen. Nur ihr engagierter Einsatz, vor allem im Haus der Hoffnung, hat es ermöglicht, dass Frauen in besonders verzweifelten Situationen geholfen werden konnte und kann.

Soni Unterreithmeier, Rita Hieble für SOLWODI Augsburg

 

Schießgrabenstr. 2
86150 Augsburg
Tel.: 0821/50 87 62 64
Fax: 0821/15 44 54
augsburg[at]solwodi.de

 

 

 



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