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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI-Fachberatungsstelle in München

Statistik Erstkontakte

Kontakte und Beratung
2015 war ein turbulentes Jahr. Wieder hatten wir eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. 233 Frauen aus 40 Ländern wandten sich an uns und suchten Hilfe und Unterstützung. Oft lassen sich die Probleme schnell beheben, aber es war deutlich zu merken, dass bei vielen Frauen die Intensität der Betreuung zugenommen hat.
Nach wie vor dominieren in unserer Beratungsstelle Frauen aus Nigeria, die meist in Italien, Spanien oder Griechenland mehrere Jahre in der Prostitution tätig waren, dann eine Chance erhielten und nach Deutschland flüchteten. Als Opfer aus dem Menschenhandel mussten wir 75 Frauen identifizieren. Ihre Geschichten ähneln sich und doch ist allen eines gemeinsam: Sie kamen aus ihrem Heimatland, um in Europa eine bessere Zukunft zu finden und endeten auf dem Straßenstrich. Zerstört und schwer traumatisiert suchen sie in Deutschland Asyl und geraten in eine zermürbende Warteschleife.
2015 war das Jahr der großen Flüchtlingsströme und unsere Klientinnen sind die Verliererinnen. Ein oft jahrelanges Warten verhindert einen Neuanfang. Opfer aus dem Menschenhandel sollten eigentlich immer subsidiären Schutz erhalten. Bei der Anhörung geht es um Glaubwürdigkeit. Aber wie kann sich eine Frau nach mehreren Jahren an Details erinnern, die oft zu schmerzhaft sind? Unsere Aufgabe ist es; ihre Geschichten zu erfahren. Wir können sie aufschreiben, wenn sie noch frisch im Gedächtnis sind und dem Bundesamt weiterreichen; in der Hoffnung, dass das Opfer aus dem Menschenhandel auch vom Bundesamt identifiziert wird.
Sehr auffällig war 2015 die zweite große Frauengruppe, die wir unterstützten.
Über 50 waren sexualisierter Gewalt ausgesetzt, sei es durch die eigene Familie, durch den Partner oder fremde Personen. Immer wieder mussten wir in unserer Beratungsstelle erleben, dass Frauen auf der Flucht ohne jeglichen Schutz sind. Sie verlassen ihre Heimat oft wegen Gewalt, weil sie gezwungen werden sollen, eine Ehe einzugehen, weil sie als Frau keine Rechte haben, und dann erleben sie auf der Flucht wieder Angriffe durch Männer. In Deutschland suchen sie Schutz und Selbstbestimmung, aber nicht jede Frau bekommt dies. Frauen aus dem Westbalkan müssen zurück, weil ihre Herkunftsländer als sicher, mit funktionierendem Rechtssystem, gelten, doch nicht für Frauen.
Es ist nicht leicht zu verkraften, dass uns in manchen Fällen die Hände gebunden sind, dass konstruktive Lösungen nicht greifen und wir machtlos mit ansehen müssen, wie Frauen in ihr Elend zurück gestoßen werden Für jede einzelne Klientin versuchen wir ein Hilfsangebot zu erarbeiten und Perspektiven zu eröffnen, die Zukunft bedeuten.
Dies gelingt nicht ohne die Zusammenarbeit mit anderen Stellen. Viele Sozialdienste in den Gemeinschaftsunterkünften in und um München suchen Rat und vermitteln schwierige Fälle an unsere Fachberatungsstelle. Auch die Behörden sowie Ärzte und Anwälte wenden sich an uns. Das wiederum bedeutet für uns, dass wir ebenso Unterstützung erfahren. Die Zusammenarbeit ist wichtig und gestaltet sich im Regelfall sehr effektiv.

Arbeitskreise
Die eine Ebene von Zusammenarbeit ist die Problembewältigung zusammen mit Sozialdiensten, Behörden und anderen Stellen, der andere Bereich der Netzwerksarbeit sind zahlreiche Arbeitskreise, an denen wir uns beteiligen. Durch regelmäßige Treffen zu unterschiedlichen Themen gelingt es uns, Informationen über Hilfsangebote für unsere Klientinnen zu erhalten, rechtliche Grundlagen zu diskutieren und hilfreiche Kontakte zu knüpfen. So konnten wir im Zuge dieser Arbeit erreichen, dass München eine Gemeinschaftsunterkunft für Frauen eingerichtet hat. Vor einem Jahr wäre dies noch undenkbar gewesen, doch durch die gute Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Stellen ist es gelungen, ein Umdenken zu bewirken. Die Erkenntnis, dass Frauen besonderen Schutz brauchen, setzt sich allmählich durch.
Auch für unsere Klientinnen versuchen wir etwas aufzubauen, das sie dem Alltag näher bringt. Einmal in der Woche treffen sich Frauen in unseren Büroräumen und können unter professioneller Anleitung Yogaübungen erlernen. Sporadisch werden Schminkkurse angeboten und weitere Aktivitäten sind geplant.

Öffentlichkeitsarbeit
Um unsere Arbeit und das Verständnis für die Probleme unserer Klientinnen zu fördern, gehen unsere Mitarbeiterinnen zu Vorträgen in Schulen, an Universitäten und zu unterschiedlichen Organisationen. 2015 besuchten wir verstärkt soziale Dienste außerhalb von München, um sie mit dem Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution bekannt zu machen. Es ist dringend notwendig, dass viele Stellen Opfer aus dem Menschenhandel identifizieren können und sie an unsere Fachberatungsstelle weiterleiten. Aufklärung über die verheerenden Folgen der Prostitution ist dringend notwendig. Wir sehen in unserer Beratungsstelle sehr oft Frauen, die in der Prostitution tätig waren und ausnahmslos alle leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, gegen Prostitution zu kämpfen und eine breite Öffentlichkeit hierfür zu sensibilisieren.

Freunde und Förderer
Doch unsere Arbeit würde nicht gelingen, wenn wir nicht auf die Hilfe und Unterstützung vieler Menschen zählen könnten. Regelmäßig bekommen wir kleine und große Spenden, der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eine Gruppe von Frauen stellte einen Quillt her und versteigerte ihn zu Gunsten von SOLWODI. Einmal kam ein Mann in unser Büro und gab uns 100 €, weil er die Arbeit von SOLWODI schätzt. Andere beteiligen sich monatlich mit einem Beitrag für unsere Klientinnen, wieder andere überweisen auf unser Konto, weil sie von uns gehört haben und die Arbeit gut und notwendig finden. Auch Bußgelder werden uns zugeteilt, um unsere Arbeit zu unterstützen. Wir freuen uns immer, weil es zeigt, dass viele Menschen solidarisch mit Frauen in Not sind. Zwei Aktionen, die unsere Klientinnen sehr freuten, sollen noch genannt werden: Zum einen die Wunschbaumaktion von MitarbeiterInnen der Allianz-Versicherung, die den Kindern unserer Klientinnen kleine Geschenke zukommen ließen und zum anderen hat sich eine Gruppe junger Frauen zusammen getan und spontan Weihnachtsgeschenke für unsere Klientinnen geschickt.
Wir Mitarbeiterinnen der Münchener Beratungsstelle könnten allein, ohne die Mithilfe von Ehrenamtlichen, gar nicht so viel bewirken, denn ein Gang zu Behörden oder zu Ärzten ist für die Frauen oft ohne Begleitung nicht möglich, weil die sprachliche Barriere zu hoch ist. Dann springen die engagierten ehrenamtlichen Frauen ein. Sie übernehmen auch Patenschaften und unterrichten die Klientinnen Deutsch. Auch für den Büroalltag erhalten wir Hilfe, wir werden Informationsmaterial von einer professionellen Marketing-Frau bekommen.
Wir möchten an dieser Stelle all jenen herzlich danken, ohne die wir nicht auf ein erfolgreiches und sehr arbeitsintensives Jahr 2015 zurückblicken könnten.

Gabriele Höbenreich-Hajek für SOLWODI München

 

Dachauer Str. 50
80335 München
Tel.: 089/27275859
Fax: 089/27275860
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