Boppard, den 29.10.2010
Verlängerung der Ehebestandszeit ist unerhört
Vor genau 10 Jahren haben sich Frauen und Menschenrechtsorganisationen, bezüglich ihrer Erfahrungen mit Notsituationen von Migrantinnen die einen deutschen Mann heirateten, in die öffentliche Diskussion eingeschaltet. Damals mussten die Betroffenen vier Jahre bei einem gewalttätigen Ehemann aushalten, der sie täglich erniedrigen und damit ihre rechtlose Situation in Deutschland ausnutzten konnte.
Sr. Dr. Lea Ackermann, Gründerin der Hilfsorganisation SOLWODI, die Frauen in Not- und Gewaltsituationen berät, erinnert sich an einen deutschen Ehemann, der sich neun Ehefrauen ins Land holte und diese immer wieder abschieben ließ: "Zuvor waren unsere Argumente überzeugend genug, die Ehebestandszeit auf zwei Jahre zu verkürzen. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Frau mit der Eheschließung auch das Recht auf einen unbefristeten Aufenthalt haben sollte. Nun soll das Rad wieder zurückgedreht werden und Migrantinnen, die Opfer von ehelicher Gewalt sind, wird es wieder schwerer gemacht ihren deutschen Partner zu verlassen. Wir finden das unterhört und protestieren dagegen!“
SOLWODI "Solidarität mit Frauen“ in Not ist eine Hilfsorganisation die Migrantinnen hilft. SOLWODI wurde vor 25 Jahren von der Ordensschwester Lea Ackermann gegründet. In Deutschland gibt es dreizehn SOLWODI-Fachberatungsstellen und sieben Schutzwohnungen.