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Schutz von Frauen und Kindern vor gewalttätigen Männern in Deutschland zu wenig gewährleistet

Pressemitteilung zum Familiendrama in Rosenheim und zur geplanten vorzeitigen Haftentlassung eines Ehrenmörders

Boppard, den 08.09.2010

Schutz von Frauen und Kindern vor gewalttätigen Männern in Deutschland zu wenig gewährleistet

Die entsetzlichen Vorkommnisse in Rosenheim, bei denen vermutlich ein Familienvater seine Exfrau und den dreijährigen Sohn ermordet hat, sowie der Fall Aylin Korkmaz, die schwer verletzt einen Ehrenmord überlebte machen deutlich, "wie ungeschützt Frauen und Kinder vor gewalttätigen Ehemännern sind" äußert sich Sr. Dr. Lea Ackermann.

Die Mutter des dreijährigen Kindes in Rosenheim hatte bereits mehrmals im dortigen Frauenhaus Schutz vor ihrem gewalttätigen Ehemann gesucht. Während eines Gefängnisaufenthaltes ließ sie sich von ihrem Ehemann scheiden. Doch nach seiner Freilassung konnte der Exmann sich trotz des Besuchsverbotes nur wenige Straßen weiter in eine eigene Wohnung einmieten.

Auch im Fall von Aylin Korkmaz handelt es sich um eine Frau, die nachdem sie sich scheiden ließ, weiterhin den gewalttätigen Übergriffen ihres Exmannes ausgesetzt war. Die Behörden sprachen eine Wegweisung nach dem Gewaltschutzgesetz aus, woraufhin der Exmann aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen musste. Auf die darauffolgenden Morddrohungen reagierten die Behörden mit einem Näherungsverbot, was den 46-Jährigen jedoch nicht davon abhielt, Aylin Korkmaz bei einem Mordversuch mit 26 Messerstichen lebensgefährlich zu verletzen. Er wurde zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft zieht jedoch eine vorzeitige Entlassung 2010 in Betracht, verbunden mit der Auflage ihn sofort in die Türkei abzuschieben. Gemeinsam mit TERRE DES FEMMES setzt sich Aylin Kormaz nun in einer Unterschriftensammlung dafür ein, dass ihr Exmann die gesamte Haftstrafe in Deutschland verbüßen muss. Online Unterzeichnungen und einen Ausdruck von Unterschriftenlisten finden Sie unter www.frauenrecht.de (Unterschriftenaktion für Aylin Korkmaz).

Während für die Mutter und das Kind aus Rosenheim jede Hilfe zu spät kommt, lebt Aylin Korkmaz weiterhin mit der Angst, dass ihr Exmann nach seiner Freilassung seine "Tat vollenden" wird.

In beiden Fällen waren im Vorfeld schon Anzeichen von Gewalt dagewesen und obgleich die Behörden davon Kenntnis hatten, konnten sie den Betroffenen nicht ausreichend Schutz gewähren. Doch auch unsere Gesellschaft muss zur Verantwortung gezogen werden, denn diese muss "hinschauen und darf nicht dulden, dass einer Frau Gewalt angetan wird", so Sr. Dr. Lea Ackermann



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