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Editorial


Liebe Freundinnen und Freunde von SOLWODI,

es ist kaum zu glauben, aber SOLWODI feiert in diesem Jahr 25 jähriges Jubiläum. Mein herzlicher Dank geht an alle, die mit mir kämpfen und gekämpft haben und die SOLWODI in dieser Zeit unterstützten. Insbesondere auch an alle ehrenamtlichen HelferInnen, ohne die ein stetiges Wachsen von SOLWODI undenkbar gewesen wäre.

Was Ehrenamt alles zustande bringen kann, haben wir durch unsere Kontaktstelle Ostalb - alle arbeiten hier ehrenamtlich – erneut erfahren. In Zusammenarbeit mit Jugendzentren, dem Eine-Welt-Laden, der Stadt und engagierten Frauen und Männern wurde mit ihrer Initiative "Glücksgriff" in einem denkmalgeschützten Haus für fünf Wochenenden ein Warenhaus eingerichtet. Es wurde zu Sach- und Kuchenspenden aufgerufen. Durch die enorme Unterstützung der Bevölkerung kam ein Erlös von 16.500 Euro zusammen. Wir hoffen, dass uns die vielen ehrenamtlichen HelferInnen auch in Zukunft treu bleiben werden und wir noch weitere dazu gewinnen können (Seite 2).

Doch es gibt nicht nur Gründe zum Feiern. Im Februar gingen die Schlagzeilen über Großrazzien der Polizei quer durch alle Medien. Mich machte betroffen, dass nach unserer Information beim Razzia-Einsatz nur eine SOLWODI Beratungsstelle mit einbezogen wurde. Wenn die Polizei nur an der Aufklärung interessiert ist und die Frauen dann abschiebt, halte ich das für eine verbesserungswürdige Vorgehensweise. In den Kooperationsvereinbarungen ist es auch anders vorgesehen. Denn nach einer Abschiebung können die Täter unerkannt und unbehelligt bleiben und im schlechtesten Fall für immer neue Gesichter auf dem Markt sorgen.

Der Markt für neue Gesichter ist auch in Südafrika groß. Es gilt sowohl als Zielland als auch als Drehscheibe für den Weitertransport von Prostituierten. Bei der diesjährigen Fußball-WM in Südafrika darf nicht vergessen werden, dass Freude und Leid zusammen kommen. Während die Fußballer im Scheinwerferlicht der Stadien ihr Bestes geben, werden hinter den Kulissen die Prostituierten für das große Geld als Ware von Fans, Zuhältern und korrupten Behörden benutzt. Es bleibt zu hoffen, dass dortige Fanberater auch über Zwangsprostitution informieren. Welchen zum Teil grausamen Schicksalen die Opfer in der Prostitution ausgesetzt sind, schildert ein Bericht auf Seite 3.

Für das immer noch neue Jahr wünsche ich uns allen Hoffnung und neuen Mut im Kampf für mehr Gerechtigkeit für Frauen in Not. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass dank unseres Artikels "Flatrate-Bordelle" im Juli 2009 in Wuppertal-Vohwinkel Unterschriften gegen das bestehende Bordell gesammelt wurden und dieses nach einer Razzia geschlossen wurde. Auch die Vergabe des Shalompreises für das SOLGIDI-Projekt in Kenia und das Fachgespräch mit der Bundesjustizministerin geben Hoffnung (Seite 4).

Ihre
Sr. Dr. Lea Ackermann

Artikel Nr. 1 von 7 in: Rundbrief Nr. 83 - März 2010
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