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SOLWODI:

- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI ist ein Verein, der Frauen in Notsituationen hilft. SOLWODI ist Anlaufstelle für ausländische Frauen, die durch Sextourismus, Menschenhandel oder Heiratsvermittlung nach Deutschland gekommen sind. Der Verein ist überparteilich und überkonfessionell. mehr...

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Zu den Internetseiten des Bundesamtes für Migration und Flüchlinge.Die Integrationsprojekte von SOLWODI werden vom EIF und EFF finanziell gefördert.

Zu den Internetseiten der Aktion Mensch.Mit Unterstützung der Aktion Mensch war es möglich in Ludwigshafen und Berlin SOLWODI Fachberatungsstellen einzurichten. Seit dem 01.04.2009 fördert Aktion Mensch für einen Zeitraum von drei Jahren das "Projekt Lilja - Aufsuchende Arbeit und Kontaktstelle für Prostituierte in Oberhausen".

Zu den Internetseiten der Lotto Gesellschaft Rheinland-Pfalz.Lotto Rheinland-Pfalz unterstützt seit 2007 die Arbeit von SOLWODI.

Zu den Internetseiten der Princess Inaara FoundationDie Princess Inaara Foundation unterstützt seit einem Besuch der Begum Inaara Aga Khan im Oktober 2005 die Arbeit von SOLWODI.

Zu den Internetseiten der agentur makz.Seit 1998 ist diese Website ein Sponsoringprojekt der agentur makz für den Verein SOLWODI.


Pressemitteilung vom 18.08.2009

Pressemitteilung Sr. Lea trifft Django Reinhardt

"Pass upp, wir arbeiten jetzt zusammen!"

Koblenz (SOLWODI). Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des internationalen SOLWODI-Frauenhauses in Koblenz veranstaltet LOTTO RHEINLAND-PFALZ ein Benefizkonzert: Am Samstag, 22. August 2009, Einlass ab 18 Uhr, Beginn 19 Uhr, Stadttheater Koblenz (Vorverkaufsstellen im Anhang). Im Vorfeld trafen sich die SOLWODI-Chefin Sr. Dr. Lea Ackermann und der Musiker Django Reinhardt, um über Kooperationsmöglichkeiten nachzudenken.

Die beiden Menschen, die am 4. August 2009 in einem kleinen Café in Koblenz beisammen saßen, können kaum unterschiedlicher sein (s. Anhang: "Biografisches") – und doch teilen sie eine gemeinsame Überzeugung. Schwester Lea formuliert sie so: "Ich glaube, dass jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Freiheit und Würde hat, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Jeder Mensch hat Begabungen, die es zu entdecken und zu fördern gilt. Bildung ist die Voraussetzung für die Entfaltung des eigenen Potentials und für ein selbst bestimmtes Leben." Diese Philosophie SOLWODIs ist auch die Philosophie Django Reinhardts. Der Musiker ist gerade dabei, in Koblenz ein Zentrum einzurichten, in dem junge Sinti schulisch und beruflich gefördert werden sollen. Er stimmte sofort zu, als Schwester Lea sagte: Bildungsangebote seien die einzige Chance, junge osteuropäische Roma-Frauen vor der sexuellen Ausbeutung in Deutschland zu bewahren. Und er bot an, SOLWODI dabei tatkräftig zu unterstützen.

Es folgen Auszüge aus dem Gespräch.

Der Anhang

1. Biografisches

Lea Ackermann wurde 1937 in Völklingen geboren und wuchs in einer urkatholischen Kleinbürgerfamilie in dem saarländischen Dorf Klarenthal auf. Nach einer Banklehre und Berufsjahren als Bankkauffrau in Saarbrücken und Paris trat sie 1960 in die Gemeinschaft der "Missionsschwestern unserer lieben Frau von Afrika" (Weiße Schwestern) ein. Der Orden ermöglichte ihr ein Lehramtsstudium und schickte sie 1967 nach Nyanza in Ruanda, wo sie bis 1972 eine Mädchenschule mit angeschlossenem Lehrerinnen-Seminar leitete. Nach der Promotion in Erziehungswissenschaft arbeitete Schwester Lea als Bildungsreferentin bei Missio München. Das führte zu dem "Schlüsselerlebnis", das sie dazu bewog, ihr Leben dem Kampf gegen die Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen und Mädchen zu widmen.

1980 bereitete Lea Ackermann im Auftrag Missios für den österreichischen Bischof Florian Kuntner eine Reise auf die Philippinen vor. Sie begleitete den Bischof, seinen Sekretär und einen Journalisten. In Bangkok mussten sie wegen eines ausgefallenen Anschlussfluges nach Manila einen außerplanmäßigen Zwischenstopp mit Übernachtung einlegen. Auf der Fahrt zum Hotel saß Schwester Lea neben dem Taxifahrer, die drei Männer hatten sich auf den Rücksitz gequetscht. Alle waren "in Zivil" unterwegs, sonst hätte der Taxifahrer es wohl kaum gewagt, Schwester Lea in gebrochenem Englisch zu fragen: "Verheiratet?" – "Nein." – "Nix Ehemänner?" hakte er mit einer Kopfbewegung zum Rücksitz nach. "Freunde", antwortete Schwester Lea. Nach dieser zufrieden stellenden Auskunft beachtete sie der Taxifahrer gar nicht mehr. Im Rückspiegel fixierte er die drei Herren, als er sagte: "Ich biete meine Schwester. Sehr jung, sehr schön, sehr billig!" Am nächsten Tag in Manila wiederholte sich Ähnliches in einem philippinischen Taxi. Schwester Lea war "so empört" – und sehr erleichtert, als sie sah, dass sich schon die Gegenwehr gegen dieses Frauen verachtende Männergeschäft formiert hatte.

Auf dem Busbahnhof in Manila kamen in fast allen Überlandbussen junge naive Frauen vom Land an, die hofften in der Stadt Arbeit zu finden, um ihre hungernden Familien unterstützen zu können. Sobald sie aus den klapprigen Bussen gestiegen waren, stürzten sich Zuhälter und Menschenhändler auf sie: einheimische Männer, ebenfalls arm. So oft es nur ging, machten ihnen Ordensfrauen einen Strich durch die Rechnung. Die Zuhälter und Menschenhändler – die meisten Katholiken – wagten es nicht, sich ihnen in den Weg zu stellen. So gelang es diesen kämpferischen Nonnen, das ein oder andere Mädchen unter ihre Fittiche zu nehmen und es davor zu bewahren, als billige Ware für Sextouristen aus den reichen Industrienationen zu enden. Von nun an wollte Lea Ackermann es den Schwestern auf dem Busbahnhof gleichtun. Das Ergebnis dieses Entschlusses heißt: SOLWODI.

SOLWODI ist die Abkürzung von "Solidarity with Women in Distress" (Solidarität mit Frauen in Not). Lea Ackermann gründete diese inzwischen relativ große Hilfsorganisation 1985 in der kenianischen Sextourismus-Hochburg Mombasa als kleines Ausstiegsprojekt für Frauen und Mädchen in der Elendsprostitution. Seit 1988 engagiert sich SOLWODI auch in Deutschland, mit mittlerweile zwölf Beratungsstellen und sieben Schutzwohnungen für Migrantinnen in Not. Im Jahr 2008 nahmen 1348 Frauen und Mädchen aus 100 Ländern erstmals Kontakt zu SOLWODI in Deutschland auf. 186 dieser Erstanfragen betrafen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Andere Kontaktgründe waren Gewalt in Familien und Beziehungen. Zwangsverheiratung, Heiratsmigration, Genitalverstümmelung, drohende Abschiebung. Aufenthaltsprobleme und Asylsuche. Die SOLWODI-Zentrale hat ihren Sitz in Boppard-Hirzenach. Das 1994 in Koblenz eröffnete „Internationale Frauenhaus" war die erste SOLWODI-Schutzunterkunft in Deutschland.

Django Reinhardt kam 1962 in Koblenz zur Welt. Er ist Spross einer weit verzweigten, hoch musikalischen Sinti-Familie. Die kleine Lea war sechs Jahre alt und ihr Vater Wehrmachtssoldat an der Westfront, als Djangos Vater Daweli Reinhardt – damals ein zehnjähriger Junge – mit seinen Eltern, sechs Geschwistern und 140 weiteren Sinti aus Koblenz und Umgebung am 10. März 1943 nach Auschwitz deportiert wurde. 80 der 149 Deportierten starben in Gaskammern oder als Arbeitssklaven. Daweli Reinhardt überlebte und kehrte im Frühjahr 1946 mit seinem jüngeren Bruder Karl an der Hand nach Koblenz zurück: in die Stadt, die ihre Eltern - der Vater Musiker und Korbflechter, die Mutter Kurzwarenhändlerin – 1932 als Hauptwohnsitz und Ausgangspunkt für ihre Reisetätigkeit erwählt hatten, weil dort bereits einige Sinti-Familien wohnten. Auch andere Überlebende ließen sich wieder in Koblenz nieder.

Heute versteht sich Daweli Reinhardt als Botschafter der Koblenzer Sinti. Die KZ-Häftlingsnummer an seinem linken Unterarm ist nicht zu übersehen. Sie beginnt mit "Z" für "Zigeuner". Daweli ist seit über 50 Jahren mit Trautchen Reinhardt verheiratet – die Nazis rotteten ihre komplette Familie aus. Trotzdem lautet Dawelis Botschaft: "Wenn wir hassen, verlieren wir, wenn wir lieben, werden wir reich."

Dieser Ausspruch der Sintiza Philomena Franz ist auch der Wahlspruch für das Buch "100 Jahre Musik der Reinhardts – Daweli erzählt sein Leben". Zum Beispiel das Jahr 1967. Damals gründete der virtuose Gitarrist mit dem Geiger und Komponisten Schnuckenack Reinhardt das berühmte "Schnuckenack-Reinhardt-Quintett". Es machte in Deutschland den von den Nazis als "entartet" diffamierten Swing-Jazz des legendären Django Reinhardt (1910-1953) bekannt. Ob er mit dem in Belgien geborenen und in Frankreich gestorbenen Django verwandt ist, weiß Daweli Reinhardt nicht. Aber er hat die Gitarre seines Idols originalgetreu nachbauen lassen; außerdem benannten Daweli und Trautchen einen ihrer fünf Söhne nach ihm. Django, der Jüngere, spielte schon mit sechs Jahren Gitarre. Er ist auch ein talentierter Sänger. Darum verpflichtete ihn das Staatsorchester Rheinische Philharmonie zu Solo-Auftritten als Tenor, bei denen er Film-Hits interpretierte. Django Reinhardt ist es gelungen, zahlreiche Fans außerhalb der Jazz-Gemeinde zu gewinnen: u.a. durch die CD "Gipsy Christmas". Die Weihnachtslieder, teils auf Deutsch und teils in der Sinti-Sprache Romanes gesungen, hat er komponiert oder neu arrangiert. Zum Repertoire von Django Reinhardt mit Band und Orchester gehört auch die mehrfach vor ausverkauftem Haus in der Rhein-Mosel-Halle präsentierte "Las Vegas Show" mit den erfolgreichsten Titeln von Elvis Presley.

In Djangos Band spielen seine vier Brüder Mike, Moro, Bawo und Sascha Reinhardt mit. Obwohl sich die fünf durch die Weiterentwicklung des traditionellen „Zigeuner-Jazz" europaweit einen Namen gemacht haben, können sie von ihrer Musik allein nicht leben. Djangos hauptsächlicher Broterwerb ist ein Job beim Wohnbauamt. Er träumt davon, dass die Stadt ihm eine feste Stelle in seinem Koblenzer Sinti-Zentrum finanziert.


2. Vorverkaufsstellen für das Benefizkonzert

Die Eintrittskarten kosten an der Abendkasse 28 €. Im Vorverkauf sind sie für 23 € erhältlich. Überregional bei der Ticket-Hotline 02622/ 94 711. Lokal bei folgenden Lotto-Annahmestellen in Koblenz: Keil, Am Aachener Hof 2; Schmidt, Ferdinand-Sauerbruch-Str. 36; Paduch, Im Kimmelberg 2; Best, Viktoriastr. 4; Loos, Görresplatz



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