Das werden wir oft gefragt. Die schlichte Antwort lautet: Wir haben uns nicht darum bemüht!
Das für die Vergabe zuständige Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) verleiht seine Spendensiegel nicht wie Orden. Es muss ein Antrag gestellt werden. "Die Initiative zur Antragstellung", schreibt das DZI auf seiner Homepage, "geht von der Organisation aus." Nächste Frage: Wieso beantragt SOLWODI das Spendensiegel denn nicht einfach? Antwort: Weil es zu teuer ist! Ein Erstantrag kostet generell 1500 Euro plus Mehrwertsteuer. Der Jahresbeitrag für das Siegel, das jährlich neu beantragt werden muss, hängt vom Spendenaufkommen ab und beläuft sich auf bis zu 10.000 Euro plus Mehrwertsteuer.
Außerdem: Die Vergabe-Praxis des DZI ist in die Kritik geraten. So sagte Christian Ruck, der entwicklungspolitische Sprecher der Unionsfraktionen im Bundestag, im Februar 2008 in der WELT: "Man muss nachfragen, ob die zehn Mitarbeiter im DZI, die jedes Jahr etwa 240 Anträge zum Spendensiegel bearbeiten, auch wirklich alles im Griff haben." In der Tat, diese Frage drängt sich auf! Der DZI-Homepage zufolge müssen die MitarbeiterInnen nämlich bei allen derzeit (Stand: Februar 2009) 237 gemeinnützigen Organisationen mit Spendensiegel die "sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Mittel unter Beachtung der einschlägigen steuerrechtlichen Vorschriften" überprüfen. Hinzu kommt die Bearbeitung von Erstanträgen. Wie soll das ein so kleines Team schaffen? Dass SOLWODI mit Spendengeldern sorgsam umgeht, wird durch die strenge Kontrolle des Finanzamts und eines Wirtschaftsprüfers überprüft und garantiert. Wäre dies nicht der Fall, wären wir nicht als gemeinnützig anerkannt und von der Steuer befreit, und wir dürften keine Spendenbescheinigungen ausstellen.
Noch ein Kritikpunkt am Spendensiegel: Das DZI vergibt es, ohne die Haushaltsführung der jeweiligen Organisation offen zu legen. Laut Siegel-Satzung dürfen nicht mehr als 30 % der Spendengelder für Verwaltungs- und Werbekosten verwendet werden. Aber viele Organisationen geben viel weniger dafür aus. Öffentlich bekannt jedoch macht das DZI dies nicht. Also könnten wir mittels Spendensiegel gar nicht mit der Sparsamkeit SOLWODIs werben. Im Gegenteil! Wir würden mit den Organisationen, die satzungsgemäß 30 Cent jedes gespendeten Euros in Verwaltung und Werbung investieren, in einen Topf geworfen.
Bei Werbe- und Verwaltungskosten beschränken wir uns auf das Nötigste. Keine Hochglanzbroschüren, keine Newsletter und Jahresberichte in Vierfarbdruck! Die SOLWODI-Verwaltungszentrale in Boppard-Hirzenach ist mit gebrauchten Büromöbeln eingerichtet, die Telefonanlage ist veraltet. Das einzig Neue: die Computer! Diese hat uns dankenswerter Weise die Firma Microsoft geschenkt.
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