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Zu den Internetseiten der Aktion Mensch.Mit Unterstützung der Aktion Mensch war es möglich in Ludwigshafen und Berlin SOLWODI Fachberatungsstellen einzurichten. Seit dem 01.04.2009 fördert Aktion Mensch das "Projekt Lilja" in Oberhausen und seit dem 15.04.2011 das Projekt "Stella" in Aachen, beide Projekte für einen Zeitraum von drei Jahren .

Zu den Internetseiten der Lotto Gesellschaft Rheinland-Pfalz.Lotto Rheinland-Pfalz unterstützt seit 2007 die Arbeit von SOLWODI.

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Zu den Internetseiten der Princess Inaara FoundationDie Princess Inaara Foundation unterstützt seit einem Besuch der Begum Inaara Aga Khan im Oktober 2005 die Arbeit von SOLWODI.

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Rundbrief Nr. 60 - Juli 2004

Aktuelles: Das Fallen der Grenzen innerhalb Europas - eine Falle für die Opfer des Menschenhandels?

Es sind Gedanken des Friedens, wenn wir an Europa denken. Nicht das Trennende soll das Zusammenleben der Menschen in Europa bestimmen, sondern der Gedanke der Begegnung und des gegenseitigen Kennenlernens. Grenzen schaffen Ausgrenzung, Fremdsein, Misstrauen, Feindschaft. Vor kurzem wurde ich ins tschechische Marienbad eingeladen. Die Hanns-Seidel-Stiftung veranstaltete eine Konferenz zum Thema "Menschenhandel" für Menschen aus Politik und Justiz. Ziel dieses Treffens war: Möglichkeiten zu diskutieren, um das Verbrechen des Menschenhandels mit vereinten Kräften zu bekämpfen.

"Wie sehen wir in Tschechien und Deutschland die Probleme des organisierten Menschenhandels? Wie wird auf beiden Seiten dagegen vorgegangen? Wie können wir uns gegenseitig unterstützen?" lauteten die Fragen, die wir bei dieser Tagung erörterten.

Deutsche und Tschechen lernten sich bei diesem Treffen auf gleicher Augenhöhe kennen. Die tschechischen Teilnehmer waren stolz darauf Europäer und Tschechen zu sein.

Bei privaten Kontakten konnten wir aber auch die Armut der Menschen in den Dörfern sehen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich schafft auch hier Probleme und leistet dem Verbrechen Vorschub. Die Menschen sind existentiell durch Sextourismus und Menschenhandel bedroht, auch darüber wurde auf dieser Konferenz gesprochen.

An der Grenze zu Deutschland blüht mit unglaublicher Brutalität der Handel mit Frauen und Kindern. Die Kunden, die dieses Verbrechen ermöglichen, kommen vorwiegend aus Deutschland. Aus jenem Land, dem es wirtschaftlich zurzeit besser geht. So können die Kunden für wenig Geld Sex wie auch andere Wirtschaftsgüter kaufen.

Wir konnten erkennen, wie wenig in Tschechien geschieht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Deshalb wurden unsere Erfahrungen und Initiativen auf diesem Gebiet sehr geschätzt.

Menschenhandel seit EU-Beitritt

Wie sieht es nun mit dem Menschenhandel seit der Öffnung der Grenzen aus? Frauen und Kinder aus Tschechien, aber auch aus Litauen und Polen können nun ohne jede Passkontrolle nach Deutschland gebracht werden. Sie besitzen jetzt europäische Pässe.

Vor der Öffnung der Grenzen gab es viele Überlegungen zu den Auswirkungen im wirtschaftlichen Bereich. Welche Vorteile bringt für beide Seiten der Warenaustausch? Folgt nach dem Fallen der Grenzen ein wirtschaftlicher Aufschwung? Werden neue Absatzmärkte entstehen? Das Thema Menschenhandel hingegen wurde so gut wie gar nicht diskutiert.

Der Menschenhandel ist für die Polizei ein Kontrolldelikt, sie muss erst Nachforschungen anstellen, bevor es zu einer Strafverfolgung kommen kann. Dabei ging man bisher von drei Grundbedingungen aus:

  • Die Polizei hat genug Personal und ist motiviert in den Bars und einschlägigen Etablissements nach Opfern zu fahnden.
  • Sie hat Anhaltspunkte, dass Frauen als Opfer von Menschenhandel zwangsprostituiert sind.
  • Der illegale Aufenthalt der Frauen in der Prostitution ermöglicht der Polizei, sie aus den Bars mitzunehmen und auf neutralem Boden zu befragen.

Diese sind in Frage gestellt, da die Frauen jetzt einen europäischen Pass haben und sich dadurch "legal" ausweisen können.

Außerdem schüchtern die Täter die Frauen mit der Behauptung ein, dass die deutsche Polizei genauso korrupt sei wie die Polizei in den Heimatländern und sie machen ihnen klar, dass sie die Frauen jederzeit ausfindig machen können, wenn sie "plaudern". So sind die Menschenhändler im Vorteil.

Die Frauen brauchen eine angstfreie Atmosphäre um auszusagen, das ist nun durch die Öffnung der innereuropäischen Grenzen erschwert. Denn wenn jetzt die Polizei eine Razzia macht und die Frauen im Bordell einen europäisch anerkannten Pass vorlegen und behaupten, sie seien bei der Freundin zu Besuch, ist es für die Polizei sehr schwer sie als Opfer zu identifizieren und zu einer Vernehmung mitzunehmen. Vor der Grenzöffnung konnte zur Feststellung der Identität eine Frau zur Polizeiwache mitgenommen und in einem geschützten Raum befragt werden.

Bis heute hat es keine einzige Frau gegeben, die in einer Bar am Tresen der Polizei gesagt hat: "Ich bin Opfer von Menschenhändlern und bin unter Zwang hier." Dies in aller Öffentlichkeit zu sagen, traut sich keine gehandelte Frau. Es bleibt also die Frage: Wie sollen künftig die Opfer des Menschenhandels aus Polen, Litauen, Tschechien usw. identifiziert werden? Ist das Fallen der Grenzen also eine Falle für die Opfer des Menschenhandels?

Sr. Dr. Lea Ackermann

Artikel Nr. 2 von 7 in: Rundbrief Nr. 60 - Juli 2004
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