SOLWODI e.V.


Editorial


Liebe Freundinnen und Freunde von SOLWODI,

immer wieder berichten wir über Migrantinnen – Frauen und Kinder –, die wie Ware gehandelt werden. Nun scheint die Botschaft auch in den Heimatländern dieser Frauen und Kinder anzukommen. SOLWODI wurde in letzter Zeit in die Slowakei, nach Rumänien und Tschechien und in die Ukraine eingeladen. Es ist sehr wichtig, dass in den Heimatländern das Bewusstsein wächst; dass eine Gesellschaft brutalisiert, wenn sie nicht alles versucht, um ihre Mitglieder zu schützen. Über die Einladungen in diese Länder haben uns gefreut und wir haben positiv darauf geantwortet. Nun stehen wir allerdings vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter? Wir sehen neue Probleme auf uns zukommen.

Alte patriarchale Traditionen machen in vielen Ländern den Frauen das Leben fast unmöglich. Immer wieder kommen wir z.B. mit Frauen in Kontakt, die Opfer von Zwangsheirat sind. Es ist sehr schwer darüber zu berichten, weil diese Frauen mit dem Tod bedroht sind und wir keinen Hinweis geben dürfen, der sie eventuell verraten würde. So können wir nur ganz allgemein darüber berichten. Immer wieder lernen wir auch neue Formen der Not kennen, wie die Situation der jungen Frauen, die mit nur 12 Jahren von den Eltern in die Prostitution verkauft wurden.

Andererseits erleben wir viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch ehrenamtliches Engagement und durch finanzielle und materielle Unterstützung.

Wir danken auch für die Unterstützung durch Benefizveranstaltungen und danken den Gästen, die durch ihre Anwesenheit die Initiativen unterstützen. In den letzten Monaten waren dies z.B. die "Lotto-Elf" mit einem Fußballspiel, ein Konzert im Schloss Schleißheim, die Rheinische Philharmonie mit einem Konzert, das "Parkhotel" mit einem hervorragenden Menü oder die Tanzgruppe "Danza Vosolvia" mit ihrem Auftritt. Ganz besonderen Dank auch all denen, die unsere Bücher kaufen, lesen und zum Kauf anregen. Auch beim Katholikentag konnten wir viel Zuspruch und Ermutigung erfahren. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Ihre
Sr. Dr. Lea Ackermann

Artikel Nr. 1 von 8 in: Rundbrief Nr. 76 - Juni 2008
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