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Boppard, den 06.03.2008. Anlässlich des Internationalen Frauentages am 08.03.2008 erklärt Sr. Lea Ackermann: "Frauen werden immer noch viel zu oft zu bloßen Objekten degradiert, denen keinerlei Rechte zugestanden werden."
Die Erfahrungen von SOLWODI e.V., einer Hilfsorganisation für Migrantinnen in Notsituationen, machten deutlich, dass sich die Situation von Frauen nicht verbessert habe. Vielmehr seien immer noch zu viele Frauen Opfer von Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung und häuslicher Gewalt. "Besonders Frauen aus muslimisch geprägten Ländern werden häufig nicht als Trägerinnen von eigenen Rechten angesehen", erklärt Sr. Lea Ackermann.
So betreut SOLWODI e.V. immer wieder ausländische Frauen, die aus einer Zwangsverheiratung geflohen sind und die kein eigenständiges Aufenthaltsrecht in Deutschland besitzen. Die Frauen lebten vor ihrer Flucht eingesperrt in den Wohnungen ihrer Ehemänner, physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt, ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne die Möglichkeit, Sprachkurse oder Integrationskurse zu besuchen.
Diese Frauen, die trotz massiver Gefährdung und Drohungen seitens ihrer Familien den Schritt gewagt haben, ihre Rechte wahrzunehmen, erfahren in Deutschland oft nicht die nötige Unterstützung. Denn um ein eigenständiges Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erhalten, müssen sie nachweisen, dass es ihnen unzumutbar ist, die Ehe aufrecht zu erhalten. Beweise für die Gewaltanwendungen sind in der Praxis jedoch schwer zu führen. Denn häufig scheitert die erste vorsichtige Kommunikation der Betroffenen mit Ärzten und Polizei an Sprachbarrieren und Angst vor Repressalien ihrer Familien. "Es ist wichtig, dass insbesondere Ärzte und Polizeibeamte für die Notsituationen der betroffenen Frauen sensibilisiert sind, um sie zur Durchsetzung ihrer Rechte zu ermutigen und sie adäquat unterstützen zu können", erklärt Sr. Lea Ackermann.