SOLWODI e.V.


Editorial


Liebe Freundinnen und Freunde von SOLWODI,

in meinem Vorwort zu unserem ersten Rundbrief im neuen Jahr möchte ich auf die Situation in Kenia eingehen. In den letzten Wochen sind wir immer wieder von UnterstützerInnen gefragt worden, ob und wie die derzeitigen Unruhen in Kenia unsere dortigen Projekte, SOLWODI Kenia und SOLGIDI, beeinträchtigen. Wir werden von unseren kenianischen Projektleiterinnen über die Situation auf dem Laufenden gehalten. In ihren letzten Berichten hieß es, in der Küstenregion um Mombasa, in der die beiden Organisationen tätig sind, gebe es derzeit keine Gewalt und die Arbeit könne planmäßig fortgeführt werden. Allerdings herrscht große Unsicherheit und Angst, man ist sehr angespannt, schließlich ist keinesfalls ausgeschlossen, dass die Unruhen auch auf Mombasa übergreifen. Auch dort könnte es zu Vertreibungen von Volksgruppen, die ursprünglich aus anderen Landesteilen stammen, kommen. Derartige Vertreibungen würden auch SOLWODI (K) und SOLGIDI treffen, denn die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen gehört nicht dem ortsansässigen Volksstamm der Giriama an. Wir hoffen sehr, dass die Verhandlungen fruchten und der Konflikt schließlich friedlich beigelegt werden kann. Wir beten für die kenianische Bevölkerung, für unsere Kolleginnen und ganz besonders auch für die Frauen und Kinder, die in unseren Projekten Hilfe suchen und die in ihrem Leben schon so viel Not und Elend erlebt haben.

Die Gewalt, die Ausländerinnen in Deutschland angetan wird, nimmt kein Ende. Junge Mädchen, fast noch Kinder, werden Opfer von Menschenhandel, und sie finden keinen Schutz in unserem Land, weil ihre Notsituation nicht erkannt wird. Es gibt viele Gründe dafür: zu wenig PolizistInnen, StaatsanwältInnen, RichterInnen und uninformierte oder unsensible Beamte, fehlende Gesetze, bestehende Gesetze werden nicht angewandt. So stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Am Fall von Katinka haben wir Ihnen die Schwierigkeiten aufgezeigt. Aber wir haben für einige Frauen und Mädchen auch in diesem Jahr schon etwas erreicht: z.B. einen Arbeitsvertrag für eine Künstlerin, kostenlose Aufnahme zur Entbindung in einem Krankenhaus für zwei unserer Frauen, außerdem Visa und Arbeitserlaubnisse. Das neue Jahr hat mit viel Arbeit angefangen. Wir wünschen uns, dass wir allen Frauen, die sich an uns wenden, helfen können.

Ihre
Sr. Dr. Lea Ackermann

Artikel Nr. 1 von 8 in: Rundbrief Nr. 75 - März 2008
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