Boppard, 21.11.2007. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2007 erklärt Schwester Lea Ackermann: "In einem Rechtsstaat wie Deutschland ist es unerträglich, dass Frauen und Kinder nicht ausreichenden Schutz vor Zwangsverheiratung, Menschenhandel und Genitalverstümmelung erfahren."
Immer häufiger wenden sich Mädchen und Frauen an SOLWODI e.V. (Solidariatät mit Frauen in Not), die von drohender Zwangsverheiratung betroffen sind. Diese Frauen, die in Deutschland aufgewachsen und hier zur Schule gegangen sind, stecken in einer ausweglosen Situation: Sie werden von ihren männlichen Familienangehörigen massiv mit Gewalt bis hin zum Mord bedroht. Schwester Lea Ackermann: "Oft werden die Frauen in ihrer Not von den zuständigen Stellen nicht ernst genommen. Das führt dazu, dass sie, bevor sie sich Hilfe von NGOs wie SOLWODI holen können, mittels Täuschung aus Deutschland in ihr Herkunftsland verbracht werden." Dort seien sie dann der Unterstützung von NGOs und dem Zugriff deutscher Behörden völlig entzogen.
Aber auch Frauen, die aus Drittstaaten nach Deutschland geflohen sind, um einer Zwangsverheiratung zu entgehen, finden hier keinen ausreichenden staatlichen Schutz. Schwester Lea Ackermann hierzu: "Trotz geschlechtsspezifischer Asylgründe im deutschen Aufenthaltsgesetz, die nach Aussage des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auch drohende Zwangsverheiratung umfassen, werden immer wieder betroffene Frauen in ihr Heimatland abgeschoben." Dort drohten ihnen dann brutalste Formen von Gewalt bis hin zur Ermordung.
SOLWODI fordert die konsequente Anwendung der geschlechtsspezifischen Asylgründe für alle Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt in ihrem Herkunftsland betroffen sind. SOLWODI fordert außerdem, jungen Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland frühzeitig die notwendige Hilfe anzubieten, um Zwangsverheiratung zu verhindern.