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- Solidarity with women in distress! - Solidarität mit Frauen in Not!




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SOLWODI ist ein Verein, der Frauen in Notsituationen hilft. SOLWODI ist Anlaufstelle für ausländische Frauen, die durch Sextourismus, Menschenhandel oder Heiratsvermittlung nach Deutschland gekommen sind. Der Verein ist überparteilich und überkonfessionell. mehr...

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Zu den Internetseiten des Bundesamtes für Migration und Flüchlinge.Die Integrationsprojekte von SOLWODI werden vom EIF und EFF finanziell gefördert.

Zu den Internetseiten der Aktion Mensch.Mit Unterstützung der Aktion Mensch war es möglich in Ludwigshafen und Berlin SOLWODI Fachberatungsstellen einzurichten. Seit dem 01.04.2009 fördert Aktion Mensch für einen Zeitraum von drei Jahren das "Projekt Lilja - Aufsuchende Arbeit und Kontaktstelle für Prostituierte in Oberhausen".

Zu den Internetseiten der Lotto Gesellschaft Rheinland-Pfalz.Lotto Rheinland-Pfalz unterstützt seit 2007 die Arbeit von SOLWODI.

Zu den Internetseiten der Princess Inaara FoundationDie Princess Inaara Foundation unterstützt seit einem Besuch der Begum Inaara Aga Khan im Oktober 2005 die Arbeit von SOLWODI.

Zu den Internetseiten der agentur makz.Seit 1998 ist diese Website ein Sponsoringprojekt der agentur makz für den Verein SOLWODI.


Die krank machenden Widersprüche der Prostitution

Eine moderne Weihnachtsgeschichte

Von Sr. Dr. Lea Ackermann

Die erste Geschichte erzählt von Tanja, die wie viele unserer Frauen schon in ihrer Kindheit vernachlässigt wurde und als junge Erwachsene unbeschreibliche Männergewalt erdulden musste. Es ist auch die Geschichte von Tanjas Kind, das noch nicht geboren ist. Aber wenn es zur Welt kommt, wird es nicht in einer Krippe liegen müssen wie Jesus – und es wird einen besseren Start ins Leben haben als seine Mutter.

Tanja stammt aus einem osteuropäischen Land und ist bei der Großmutter in einem Dorf aufgewachsen, da ihre Mutter nichts von ihr wissen wollte. Mit 18 Jahren heiratete sie. Der Ehemann schlug sie, und sie betäubte sich mit Alkohol. Sie war 25, als der Ehemann sie aus der Wohnung warf und sie in einem Obdachlosenheim landete. Eines Tages wurde sie von vier Männern vergewaltigt und in ein anderes Dorf verschleppt, wo man sie in eine Wohnung einsperrte. Diese gehörte einem Mann, der sich als "Boss" bezeichnete und Tanja eine Beschäftigung mit hohem Verdienst in Deutschland versprach.

In einer deutschen Großstadt wurde Tanja einem Zuhälter übergeben, der von ihr verlangte, „im Schaufenster" zu sitzen und dort auf Freier zu warten. Außerdem ließ er sie einen Vertrag unterschreiben, in dem sie sich verpflichten musste, binnen eines Jahres 12.000 Euro „Schulden" für "Transfer- und Vermittlungskosten" abzuarbeiten. Sie konnte nicht fliehen, weil Überwachungskameras sie kontrollierten. Auch der Zuhälter passte auf sie auf und kam immer öfter, um Geld zu kassieren.

Einer der Freier war nett zu ihr. Sie verliebte sich in ihn und wurde schwanger. Der Freund wollte, dass sie die Prostitution aufgibt und zu ihm zieht. Doch sie hatte Angst vor ihrem Zuhälter, mit gutem Grund. Als er herausfand, dass sie eine Beziehung eingegangen war und ein Kind erwartete, verlangte er, dass sie es abtreibt. Den Freund bedrohte er so massiv, dass dieser den Kontakt zu Tanja abbrach und nicht mehr auf ihre Anrufe reagierte.

Wegen ihres Kindes fasste sich Tanja schließlich ein Herz und floh aus dem Bordell in eine Einrichtung für obdachlose Frauen, die SOLWODI alarmierte. Als Tanja sich durch unsere Betreuung sicherer fühlte, war sie sogar so mutig, bei der Polizei auszusagen. Zurzeit macht sie einen Sprachkurs und hofft, später eine Arbeit zu finden und ein ganz normales Leben führen zu können. Da der Zuhälter nicht weiß, wo sie sich aufhält, hat sie nun keine Angst mehr. Tanja kann sich frei bewegen – und sich auf ihr Kind freuen, das sie in wenigen Wochen gebären wird.

 

Die Umstände bei der Geburt Jesu waren für Maria, die junge Frau aus Nazareth, wahrlich keine Idylle.

Das lässt mich an Fatma denken, die seit 2 Wochen mit ihren vier Kindern in einer unserer Schutzwohnungen ist.

Als sie bei uns ankam, hatte sie keine Heimat, wurde bedroht und stand vor dem Nichts. Sicher war nur, dass sie um ihr Leben bangen musste und auch darum, dass ihre vier Kinder ihr weggenommen würden.

Mit sechszehn war sie zwangsverheiratet worden an einen Mann, den sie nicht kannte, dem sie ohne Sprach- und Kulturkenntnisse nach Deutschland folgte. In der Ehe ging es nach alter Tradition um die Beherrschung durch den Mann. Vom Ehemann wurden ihr keine Rechte auf Selbstbestimmung und die Erziehung der Kinder zugestanden. Sie lebte in der gemeinsamen Wohnung wie eine Sklavin, die es "dem Herrn" nie recht machen konnte. Ihre eigene Familie und die ihres Mannes gaben ihr zu verstehen, dass das so in Ordnung sei. Der Umgang mit Außenstehenden war streng untersagt. Es gab wenig Möglichkeiten, die deutsche Sprache zu lernen.

Der Konflikt in der Familie eskalierte nach der Geburt des vierten Kindes. Fatma erlitt Schläge, Vergewaltigungen und Mordversuche von Seiten des Mannes. Über die Kinder kam sie in Kontakt mit Deutschen, die ihr beistanden. Es kam zur Ehescheidung, danach begann der Kampf um die Kinder. Der Vater wollte das alleinige Sorgerecht und brachte die älteren Kinder gegen die Mutter auf.

Deutsche Behörden und Einrichtungen und freundschaftliche Beziehungen halfen der jungen Mutter bei ihrer Sorge um ihre Kinder, die ihr, wie sie sagt, "alles" bedeuten.

Nun, in relativer Sicherheit vor den Verfolgungen durch ihre Familien, sagt Fatma: "Keiner von meiner Familie, niemand aus meinem Land und meiner Religion hat mir geholfen. Hilfe erfuhr ich nur von Deutschen."

Ich schaue sie an und sehe das Marien-Medaillon an ihrem Hals: Maria wird sie verstehen. Mit der Geburt Jesu kamen neue Gesetzmäßigkeiten in die Welt. Statt Hass, Zerstörung, Unterwerfung, Vergeltung und Rache können Menschen lieben, helfen, aufrichten und verzeihen. Wahrlich eine "Gute Nachricht", eine "Frohe Botschaft", die Frieden bringt, wo Menschen das Gute wollen.

Jesus sagte: "Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch, wenn ihr füreinander da seid." Wir von SOLWODI werden auch im nächsten Jahr wieder für Migrantinnen in Not da sein – mit Unterstützung der vielen Spender und Spenderinnen, ohne die wir unsere Arbeit nicht leisten könnten.

In diesem vorweihnachtlichen Rundbrief möchte ich Ihnen zwei moderne Weihnachtsgeschichten erzählen.

Artikel Nr. 5 von 6 in: Rundbrief Nr. 74 - Dezember 2007
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