SOLWODI ist ein Verein, der Frauen in Notsituationen hilft. SOLWODI ist Anlaufstelle für ausländische Frauen, die durch Sextourismus, Menschenhandel oder Heiratsvermittlung nach Deutschland gekommen sind. Der Verein ist überparteilich und überkonfessionell. mehr...
Die Integrationsprojekte von SOLWODI werden vom EIF und EFF finanziell gef�rdert.
Mit Unterstützung der Aktion Mensch war es möglich in Ludwigshafen und Berlin SOLWODI Fachberatungsstellen einzurichten. Seit dem 01.04.2009 f�rdert Aktion Mensch f�r einen Zeitraum von drei Jahren das "Projekt Lilja - Aufsuchende Arbeit und Kontaktstelle f�r Prostituierte in Oberhausen".
Lotto Rheinland-Pfalz unterst�tzt seit 2007 die Arbeit von SOLWODI.
Die Princess Inaara Foundation unterst�tzt seit einem Besuch der Begum Inaara Aga Khan im Oktober 2005 die Arbeit von SOLWODI.
Seit 1998 ist diese Website ein Sponsoringprojekt der agentur makz für den Verein SOLWODI.
Von Sr. Dr. Lea Ackermann
SOLWODI KENIA genießt große Anerkennung und wird daher von internationalen Institutionen mit Projekten und Programmen betraut: allein 2006 vier neue (s. Kasten). Schwester Lea informierte sich Ende Mai vor Ort.
Seit der Gründung im Jahre 1985 ist es das Ziel von SOLWODI (K) – inzwischen ein eigener Verein sowie eingetragene Nichtregierungsorganisation (NRO) –, durch Armut in die Prostitution gezwungenen Frauen und Mädchen Alternativen zu bieten. Auch die "Fremdaufträge" verfolgen dieses Ziel. Mit ihren je eigenen Schwerpunkten stellen sie eine sinnvolle Ergänzung zum Basisprogramm von SOLWODI (K) dar, zu dem seit 2005 auch ein eigenes HIV/Aids-Projekt gehört. Das ist der Initiative von Grace Adiambo zu verdanken. Diese mutige junge Frau ist selbst HIV-positiv, verbirgt es aber nicht, sondern konfrontiert sich und andere damit. Als wir sie kennen lernten, stand für uns sofort fest: Die stellen wir ein!
Zurzeit betreut Grace 60 Klientinnen in Mombasa, Mtuhapa, Watamu und Malindi: 30 sind in einem so genannten Antiviralprogramm; sie bekommen regelmäßig Medikamente, die den Ausbruch von Aids verhindern oder hinauszögern. Grace erzählte mir, dass HIV-Medikamente extrem appetitanregend wirken – und das bei Menschen, die ohnehin nie genug zu essen haben. SOLWODI (K) sah sich also gezwungen, zusätzlich ein Nahrungsprogramm zu starten: u. a. werden einmal im Monat 100 Kilo Getreide verteilt, vor allem Haferflocken und Reis.
Um Medikamente und Nahrungsmittel aufzutreiben, scheut die Power-Frau Grace keine Mühe: Sie wendet sich an Apotheken, Wohlfahrtseinrichtungen und Unternehmen.
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Grace Adiambo
Grace nervt auch Krankenhausverwaltungen, um diese dazu zu drängen, ihre Klientinnen kostenlos zu behandeln: Das ist für Arme zwar vorgesehen, aber nur theoretisch. Grace macht Sterbebegleitung und sorgt dafür, dass die Toten anständig begraben werden.
Wichtig sind auch Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Bei den Medien gilt Grace mittlerweile als kompetente Gesprächspartnerin. Auf ihren Streetwork-Runden informiert sie Prostituierte darüber, wie sie sich vor HIV schützen können, und ermutigt bereits infizierte Frauen, gegen die Krankheit zu kämpfen, statt zu resignieren.
Sie konnte zwei ausgesetzte, HIV-infizierte Babys retten und in einem Heim unterbringen. Eine 14-jährige, die nach dem Aids-Tod ihrer Mutter auf den Strich ging, um ihre jüngeren Geschwister zu ernähren, wird dank Grace inzwischen von SOLGIDI betreut: unserer 2002 gegründeten Hilfsorganisation für Mädchen.
Zudem hat sie es geschafft, viele ihrer Klientinnen aus der Isolation herauszulocken und sie zu Solidarität und Selbsthilfe zu bewegen: ganz im Sinne von SOLWODI (K).
Als ich Ende Mai in Mombasa war, trommelte Grace 40 HIV-infizierte und an Aids erkrankte Frauen von fünf Selbsthilfegruppen aus Mombasa zusammen. Ich erfuhr, dass jede Gruppe ihr eigenes Konto hat. Darauf zahlt jede Frau, die in guten Zeiten etwas erübrigen kann, einen "Notgroschen" für alle ein, von dem sie in schlechten Zeiten selbst profitieren kann.
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Treffen der Aids-Gruppe
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Frauen bei der Lebensmittelausgabe
Die internationalen Projekte sind immer zeitlich begrenzt, unsere Arbeit ist es nicht und schon gar nicht die Not der kenianischen Frauen und Mädchen. Um so dankbarer bin ich, dass das Basisprogramm von SOLWODI (K) – und damit auch die Arbeit der wunderbaren Grace Adiambo – außer von SOLWODI Deutschland auch 2007 wieder durch private Spenden finanziert wird, sowie von: Misereor, Missio, dem deutschen Komitee des Weltgebetstags der Frauen, dem Verein "Kinder in die Mitte" und der katholischen Pfarrgemeinde Renningen.
Ausführlicher Reisebericht demnächst auf unserer Homepage:
In Druckform zu beziehen über: 06741-2232 oder
www.solwodi.de. info[at]solwodi.de.
HIV/AIDS: Im vergangenen Jahr gelang SOLWODI (K) die Beteiligung an einem internationalen Programm zur HIV/AIDS-Prävention, -Behandlung und -Pflege von FAMILY HEALTH INTERNATIONAL (FHI).
Schulprojekt: Seit Juni 2006 werden mit finanzieller Unterstützung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO LehrerInnen und Eltern über die sexuelle Ausbeutung von Kindern informiert und dafür sensibilisiert. SchülerInnen steht in ihrer Schule eine Vertrauensperson als AnsprechpartnerIn zur Verfügung.
Menschenhandel: Seit Oktober 2006 bemüht sich das u.a. von der amerikanischen Botschaft in Nairobi finanzierte Projekt „Trafficking in Persons" (TIP) um die Reintegration und Rehabilitation von Mädchen und Frauen, die bereits Opfer von Menschenhandel geworden sind. Dazu gehört neben der Betreuung und etwaigen Rückführung ins Heimatgebiet auch die Unterstützung beim Aufbau einer eigenständigen Existenz. Darüber hinaus versucht TIP, präventiv zu wirken: u.a. mit einem Informationszentrum über Menschenhandel, das SOLWODI (K) in Mombasa eingerichtet hat. Dringend notwendig ist ein Schutzhaus („Rescue center") für Menschenhandelsopfer in Mombasa. Die katholische Diözese hat SOLWODI (K) ein großes Gebäude in Mombasa zur Verfügung gestellt. Ordensschwestern werden bei der Betreuung und Führung des Hauses helfen, SOLWODI (K) übernimmt die Beratung.
Kinderprostitution: SOLWODI (K) ist Durchführungsorganisation eines Kooperationsprojektes von RESPECT/ECPAT Österreich, SAVE THE CHILDREN Schweden und UNICEF zur „Implementierung des Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus in Kenia". Dieses Ziel soll durch die intensive Schulung von Führungskräften und ihren MitarbeiterInnen erreicht werden, damit sie die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Sextouristen erkennen und nicht mehr dulden oder sogar unterstützen. Im Rahmen des Projektes wurden bisher zwölf Trainer für die Schulungen ausgebildet, an denen bislang das Personal von zehn Hotels teilnahm.
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