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Liebe Freundinnen und Freunde von SOLWODI,
die WM ist gestartet, die ersten Tore sind gefallen. Auch die Frauenorganisationen, die sich gegen Zwangsprostitution während der WM stark machen, haben Treffer gelandet. Journalisten aus aller Welt recherchieren zu Menschenhandel und Zwangs-prostitution und wollen Interviews mit SOLWODI; Gruppierungen fragen unsere Materialien an und starten Aktionen. Wir bleiben am Ball und versuchen einen Videoclip zum Thema Zwangsprostitution auf Großleinwänden unterzubringen, um die kostenlose Notrufnummer 08 000 111 777 bekannt zu machen.
Gleichzeitig haben wir unsere Forderungen an die Politik im Blick. Es ist Armut, die Frauen dazu bringt ihr Heimatland zu verlassen und sich auf lukrative Jobangebote im Ausland einzulassen. Andrij Waskowycz, der Direktor der Caritas in der Ukraine schreibt beispielsweise in der Zeitschrift ?Ost West ? Europäische Perspektiven, 2/2006", dass es einen allgemeinen Trend zur Armut in der Ukraine gebe. 80 Prozent der Bevölkerung der Ukraine lebe unter dem Existenzminimum. ?Besonders schwierig ist die wirtschaftliche Lage der Frauen in der Ukraine. Die offizielle Arbeitslosenstatistik weist zu 80 Prozent Frauen auf. Mangelnde Perspektiven im eigenen Land drängen viele Frauen zur Migration. Nicht selten geraten sie in die Hände von skrupellosen Frauenhändlern und werden zur Prostitution gezwungen." Ähnlich stellt sich die Situation in anderen ost- und mitteleuropäischen Ländern dar. SOLWODI hatte im vergangenen Jahr von 998 Erstkontakten 33 Frauen aus der Ukraine, aus Rumänien 31, aus der Türkei 79 Frauen die sich in Not an uns wendeten.
Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, die Herkunftsländer wirtschaftlich so zu unterstützen, dass die Existenzsicherung von Frauen gewährleistet ist. Es braucht dringend seriöses und flächendeckendes Infomaterial über seriöse Jobangebote und über Menschenhandel. Diese Forderungen richten wir mit unserer Unterschriftenaktion ?Zwangsprostitution verhindern - Perspektiven für Frauen schaffen", die wir zusammen mit zahlreichen Frauenorganisationen bis zum Ende der Fußball WM durchführen an die Politik. Wir fordern einen gesicherten Aufenthaltsstatus möglichst bis zum Prozessende für Opfer von Menschenhandel. Darüber hinaus soll ihre Mitwirkung in Prozessen gegen Menschenhändler unterstützt sowie die finanzielle Absicherung von Fachberatungsstellen gewährleistet werden. Geplant ist, die gesammelten Unterschriften gemeinsam an Angela Merkel zu geben.
Ihre
Sr. Dr. Lea Ackermann
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