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SOLWODI fordert Hilfe für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution; Lea Ackermann und die Vereinigung der Ordensoberinnen bitten um Spenden für Frauen in Not
Boppard Hirzenach, 12. 12. 2005 Zur WM 2006 wird damit gerechnet, dass mehrere tausend Frauen aus dem Ausland insbesondere aus Osteuropa einreisen oder eingeschleust werden, um im Prostitutionsgeschäft für eine erhöhte Nachfrage zur Verfügung zu stehen.
Frauen aus Osteuropa, Afrika, Asien, Lateinamerika, die hier der Prostitution nachgehen, tun das häufig nicht freiwillig. Wirtschaftliche Armut in den Heimatländern und die Sorge um die Kinder und Familie führen dazu, dass Frauen sich kurzfristig auf scheinbar lukrative Arbeitsangebote auch in der Prostitution einlassen. SOLWODI Solidarität mit Frauen in Not geht davon aus, dass auch im Rahmen der WM 2006 vermehrt Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution auftreten werden.
Selten arbeiten Frauen, die in der Prostitution tätig sind, selbstständig ohne Zuhälter und Bordellbetreiber. Mit Erpressung und Gewalt werden sie gefügig gemacht. Psychischer Druck und Angst wirken sich häufig so aus, dass Frauen im Gespräch mit Polizei oder Beraterinnen den Eindruck erwecken, dass sie sich freiwillig prostituieren. Frauen in der Zwangsprostitution brauchen verstärkte Aufmerksamkeit und Hilfe.
Demgegenüber richten sich Städte, Kommunen und Länder ganz pragmatisch auf die Nachfrage im Prostitutionstourismus zur WM 2006 ein. In verschiedenen Austragungsorten wird mit Hochdruck daran gearbeitet, neue Prostitutionsorte zu finden. So genannte Verrichtungsboxen sind im Gespräch, in denen die Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen befriedigt werden soll. In diesen Vorhaben und der Armuts- und Zwangsprostitution wird ein menschenverachtender Umgang mit Frauen, die zur Ware gemacht werden, deutlich.
SOLWODI hilft Frauen in Not, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sind oder werden. Die Vereinigung der Ordensoberinnen Deutschlands (VOD) vertritt die Oberinnen von rund 340 Gemeinschaften in Deutschland mit zusammen ca. 27 000 Ordensfrauen. Zur WM 2006 ist gemeinsam mit dem AK Ordensfrauen und dem VOD geplant, das Hilfs- und Beratungsangebot auszubauen und einen Notruf für Frauen in Not anzubieten. Die Bevölkerung wird gebeten, das Hilfsangebot mit Spenden zu unterstützen. Unterstützt wird der Aufruf auch von den Vereinigungen der Priester- und Brüderorden, dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).
Weitere Informatione zur Aktion WM 2006.