2002 startete das Projekt "Solgidi" ? "Solidarity with Girls in Distress" / "Solidarität mit Mädchen in Not" - mit dem Ziel, Töchtern von Prostituierten in Mombasa den Schulbesuch zu ermöglichen. Mit einer Schulausbildung haben sie später reale Chancen, ihren Lebensunterhalt selbst und in einer menschenwürdigen Weise zu bestreiten. Zurzeit wird das Schulgeld für 85 Mädchen bezahlt, außerdem werden auch die Kosten für Schuluniformen und -bücher übernommen.
In Kenia leben 55 Prozent der Bevölkerung unter der absoluten Armutsgrenze, täglich sterben ca. 600 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion. Das bekommen die Solgidi-Mädchen besonders deutlich zu spüren. Viele von ihnen pflegen ihre Aids-kranken Mütter, andere sind bereits Waisen und müssen dann für ihre jüngeren Geschwister sorgen.
"Guardians" werden diese Teenager genannt, die allzu früh in die Mutterrolle schlüpfen müssen.
Für diese Mädchen ist eine besondere Betreuung notwendig. Mit speziellen Wochenend-Workshops und Kursen unterstützt Solgidi die jungen "Guardians" in ihren Erziehungsaufgaben. Die Mädchen haben die Gelegenheit, sich über ihre Probleme, Ängste und Erfahrungen auszutauschen und lernen sich gegenseitig zu unterstützen.
In den Familien der "Guardians" fehlt es häufig an grundlegenden Dingen: Kleidung, Medizin, Hygieneartikel. Für Nahrung ist das Geld knapp, einige Familien können kaum noch die Miete für das Zimmer aufbringen, in dem die gesamte Familie lebt. Solgidi gewährt Sonderzuwendungen je nach Härtefällen, denn die Mädchen werden kaum Erfolg in der Schule haben, wenn sie gleichzeitig für den gesamten Lebensunterhalt sorgen müssen.
Unentbehrlich ist zudem eine begleitende psychosoziale Betreuung. Die Verantwortung für die Geschwister, die Pflege der kranken Mutter bzw. deren Verlust, das alles lastet sehr schwer auf den jungen Mädchen. In diesen schwierigen Situationen werden die "Guardians" betreut und ermutigt.
von Anne Fitzgerald
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