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Eine reiche Ernte: Sr. Lea Ackermann besuchte im August Rwanda

Mitte Juli erreichte mich ein Brief aus Nyanza in Rwanda: eine Einladung zum 50. Geburtstag "meiner" Schule. Von 1967 bis 1972 habe ich dort zusammen mit anderen Weißen Schwestern und weltlichen Lehrerinnen 200 Schülerinnen unterrichtet, seit 1969 als Direktorin. Eine Herausforderung, aber auch eine sehr schöne Zeit. Damals war es noch eine reine Mädchenschule mit Internat, Mittelschule und Lehrerinnenseminar. Heute leben und lernen dort 600 Mädchen und Jungen. Ohne lange zu überlegen beschloss ich, nach Rwanda zu fliegen. Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach meiner letzten Reise ins von Bürgerkrieg und Völkermord verwüstete "Land der tausend Hügel und der 9 Seen" kam ich am 25. August 2004 auf dem Flughafen von Kigali an.

In der rwandischen Hauptstadt informierte ich mich zum ersten Mal vor Ort über das Witwen- und Waisenprojekt, das SOLWODI 1996 gegründet hatte. Zurzeit unterstützen wir 72 allein erziehende Frauen, die außer ihren eigenen Kindern auch noch Waisenkinder großziehen. Für insgesamt 130 Kinder zahlt SOLWODI das Schulgeld, um ihnen den Besuch einer höheren Schule und damit eine qualifizierte Berufsausbildung zu ermöglichen. Nach dem Genozid 1994 gab es fast nur noch Witwen und Waisenkinder. Für acht Waisenkinder konnten wir zwei Jahre Aufenthalt und Pflege im Krankenhaus und im Kinderdorf der Franziskanerinnen in Saarlouis mit Hilfe des Päpstlichen Missionswerkes der Kinder organisieren. Fünf von ihnen traf ich beim Besuch im August.

Bei meinen vielen Begegnungen ist mir die große Armut aufgefallen, viele der Menschen, und besonders die Kinder, sind unterernährt. Trotzdem haben sie eine ungeheure Lebenskraft, das hat mich immer wieder sehr berührt. Besonders deutlich war das beim Fest an meiner ehemaligen Schule in Nyanza zu spüren. Traditionelle Tänze, Trommelmusik, Theateraufführungen und eine Modenschau boten die Schüler nach der feierlichen Messe, in der einige von ihnen getauft und gefirmt wurden. Inzwischen ist die Schule "Groupe scolaire MATER DEI" wie drei weitere Schulen und Werkstätten von der Trägerschaft der Weißen Schwestern in die der einheimischen Gemeinschaft der Benebikira (Gründung von meiner Gemeinschaft) übergegangen. Es freut mich sehr, dass unsere Arbeit nun von den afrikanischen Schwestern so gut weitergeführt wird. Ein 50-jähriges Jubiläum zu feiern, ist wie das Einfahren einer reichen Ernte.

von Sr. Lea Ackermann

Den ausführlichen Reisebericht können Sie bei SOLWODI gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 3,- Euro plus Versandkosten anfordern.

Artikel Nr. 6 von 7 in: Rundbrief Nr. 61 - Oktober 2004
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